Auswahl von Online-Materialien & digitalisierten Quellen zur Geschichte des 1. Weltkriegs

Der Erste Weltkrieg in Rheinland-Pfalz:
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Bildpostkarten Universität Osnabrück: Der Erste Weltkrieg auf der Bildpostkarte

http://www.bildpostkarten.uni-osnabrueck.de/index.php?cat=142

BpB Dossier: Der Erste Weltkrieg

http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/ersterweltkrieg/

Deutsch-französisches Kriegsalbum

http://centenaire.org/de/international/das-deutsch-franzoesische-album-des-ersten-weltkriegs

DHM Der Weltkrieg1914-1918 Ereignis und Erinnerung

http://www.dhm.de/ausstellungen/der-erste-weltkrieg/ausstellung_ziele.html

Digitales Archiv Hessen-Darmstadt: Feldpostbriefe im 1. Weltkrieg

http://www.digada.de/wk1/kap2/feldpostbriefe.htm

European Film Gateway – First World War Collections

http://www.europeanfilmgateway.eu/about_efg/EFG1914collections

Europeana 1914-1918

http://europeana1914-1918.eu/de

Imperial War Museums – Google Art Project

http://www.google.com/culturalinstitute/collection/imperial-war-museums

Informationsportal Politische Bildung: Linksammlung 100 Jahre Erster Weltkrieg

http://www.politische-bildung.de/100_jahre_erster_weltkrieg.html

Feldpost 1916/17: Die Briefe und Tagebücher des Oberleutnants August Dänzer aus
Siebenbürgen und Rumänien

http://www.uni-cms.net/feldpostsammlung/

Feldpostbriefe. Lettres de poilus „…wer fällt, der stirbt den Heldentod“ (Deutschlandfunk)

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/feldpost/index.html

Feldpostbriefe: Bernd Ulrich, Die Augenzeugen. Deutsche Feldpostbriefe in Kriegs- und Nachkriegszeit 1914-1933, Essen: Klartext Verlag 1997, online:

http://www.erster-weltkrieg.clio-online.de/default.aspx?tabid=40208182

Irland und der Erste Weltkrieg

http://www.irelandww1.org/

La grande guerre. A Global History of World War I

http://grandeguerre.hypotheses.org/

Over the Top. An Interactive Adventure. Canadian War Museum

http://www.warmuseum.ca/cwm/games/overtop/index_e.shtml

Stadterinnerungen des Ersten Weltkriegs: Le Havre und Koblenz

http://memoires-urbaines-premiere-guerre-mondiale.spip.ac-rouen.fr/

Supremacy 1914 – Online-Spiel

http://www.supremacy1914.de

Themenportal Erster Weltkrieg der Bibliothek für Zeitgeschichte in der WLB Stuttgart
Traces 1914 – Schülerprojekt

http://www.traces1914.eu/

Walter Koessler Project (Fotoalbum eines deutschen Soldaten)

http://wwiphotos.tumblr.com/

Wikimedia Commons: World War I

http://commons.wikimedia.org/wiki/World_War_I

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Auch als Etherpad ergänz- und weitergebbar: http://geschichtsunterricht.titanpad.com/10

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint…

Wollen wir den potentiellen Koalitionären von Union und SPD guten Willen und vielleicht sogar die überraschend gereifte Erkenntnis zugestehen, dass digitalen Medien und insbesondere individuellen mobilen Endgeräten für das Lernen in der heutigen Welt wie für die Zukunft eine wichtige Rolle zukommt. Der Gedanke, dass es sich hier nicht mehr nur um „Empfangsgeräte“ zur „Vermittlung von Inhalten“, sondern um die zentralen „Kulturpartizipationsgeräte“ handelt, scheint mir keineswegs abwegig und unterstreicht ihre Bedeutung.

Selbst wenn man davon absieht, dass es sich bei der Ankündigung vermutlich um nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis handelt, da der „Finanzierungsvorbehalt“ – von vielen in den sozialen Netzwerken schon als (Un-) Wort des Jahres 2014 vorgeschlagen – gleich mit benannt wird, der sich für mich so liest: „Schöne Idee, dafür werden uns viele mögen, aber das machen wir eh nicht.“ Also selbst wenn man davon absieht und guten Willen unterstellt, scheint die groß angekündigte und öffentlichkeitswirksame Ankündigung – „Große Koalition will jedem Schüler ein Handy schenken“ titelte z.B. Die Welt – ein wenig durchdachter Schnellschnuss.

Um aufzuzeigen, wo mögliche Fallstricke liegen, nur einige Nachfragen:

– Wozu sollen alle Schüler mit mobilen Endgeräten ausgestattet werden, wenn deren Nutzung in den meisten Schulen verboten ist?

– Wie soll in den Schulen mit den Geräten gearbeitet werden, wenn die entsprechende Infrastruktur (Breitband/Wlan) fehlt?

– Viele Kinder und Jugendliche haben bereits eigene mobile Endgeräte (→ BYOD-Projekte): Warum muss nach dem „Gießkannenprinzip“ allen ein Gerät zur Verfügung gestellt werden?

– Was bedeutet „allen Schülerinnen und Schülern“? Wer ein Jahr später eingeschult wird, erhält dann kein Gerät mehr oder bekommt jedes Jahr ein Jahrgang eine Komplettausstattung? Wie wird die Nachhaltigkeit gesichert?

– Mobile Endgeräte halten zur Zeit in der Regel zwei, vielleicht drei Jahre. Nach spätestens vier bis fünf Jahren ist ein solches Gerät technisch überholt. Wenn ein Schüler nun in der 5. Klasse ein Gerät vom Staat finanziert bekäme, dann hätte er spätestens in der 9. Klasse nichts Brauchbares mehr in den Händen. Was passiert dann?

– Von welchem Anbieter werden die Geräte erworben? Soll eine Monokultur in den Schulen implentiert werden mit allen Nachteilen der Bindung an einen Hersteller? Wie auch immer das Vorhaben wäre eine riesige staatliche Investition, ein sehr attraktiver Auftrag für jedes Unternehmen. Steckt hier vielleicht doch mehr Lobbyismus für die Förderung der IT-Wirtschaft dahinter als Überlegungen zur Bildung?

– Nicht nur Regeln und Infrastruktur spielen eine Rolle, auch der Umgang der Lehrkräfte mit den Schülergeräten? Wie sieht es aus mit Lehrerfortbildungen und Materialien zur Technik und zum (fachspezifischen) Unterrichtseinsatz?

Man mag die Ankündigung als „positives Zeichen“ werten, so ist es vermutlich auch gemeint, quasi ein Nachwahlversprechen, eine Art Zuckerstückchen, um die von allen ungeliebte große Koalition etwas annehmbarer zu machen. Ich sehe das kritischer, weil sich aus der Ankündigung mehr Fragen ergeben, als gelöst werden. Sicher hat es in den letzten Jahren bereits in vielen anderen Ländern Ausstattungsinitiativen für Schülerinnen und Schüler in diesem Umfang gegeben; in Deutschland bislang nicht. Aber aus den Erfahrungen anderer Länder könnte man lernen. Wenn man das Thema Bildung, das neue Lernen mit (digitalen) Medien in der Schule ernsthaft angehen und von Bundesseite fördern wollte, würden sich meines Erachtens andere Konzepte anbieten, z.B.: durch die Bereitstellung von Bundesmitteln u.a.

– zur gezielten Förderung von finanziell schwachen Familien zum Erwerb eigener Geräte für die Kinder, nach ähnlichen Kriterien wie beim Schulbuchgeld oder der Förderung von Klassenfahrten;

– zum Ausbau der schulischen Infrastruktur (Breitbandanschluss, Wlan), damit Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Geräte sinnvoll und ohne weiteren Kosten in der Schule genutzt werden können;

– zur Finanzierung von regionalen Stellen, Budgets oder Stundenkontigenten an Schulen zur Pflege und Wartung der neuen Infrastruktur, das ist für Lehrkräfte nicht „nebenbei“ zu leisten;

– zur Finanzierung einer Arbeitsgruppe (oder nennt es: „Task Force“), deren Auftrag die Erstellung einer Online-Plattform mit OER-Materialien zum (schulischen) Lernen mit mobilen Endgeräten und die Durchführung von Lehrerfortbildungen ist.

Frauen, Filme und Geschichte

Gerade mal einen Blick in die (Lehrer-!) Materialien des Geschichtslehrerverbandes zur neuen ZDF-Reihe „Frauen, die Geschichte machen“ geworfen.

Im Hinblick auf die Unterdrückung der katholischen Konfession und der Hinrichtung Mary Stuarts muss das Medium Film sich für eine Variante entscheiden und kann nicht die in der Geschichtsschreibung vorhandene Bandbreite an Interpretationen widerspiegeln. In beiden Fällen entscheidet sich der Film für die für Elisabeth heroischste und am wenigstenbelastende Variante: Wollte sie die Katholiken wirklich nicht bei günstiger Gelegenheit bekämpfen? (aus Lehrermaterial: Elisabeth, verheiratet mit England?)

Ist Geschichtsfernsehen tatsächlich notwendigerweise so beschränkt und kann nicht anders?

Die Materialien zu den sechs Folgen scheinen von verschiedenen Bearbeitern erstellt worden zu sein und schwanken in ihrer Qualität erheblich. Erfreulich ist anzumerken, dass nun in mehreren Ausarbeitungen ausdrücklich ein medienanalytischer Ansatz als unterrichtliche Heransgehensweise Erwähnung findet.

Bratkartoffeln und Hammelbeine

Nein, das ist kein Beitrag über Kochrezepte. Ich werde auch nicht von jetzt an, um mehr Leser zu finden, von Zeit zu Zeit Rezepte oder Tierbilder einstellen. Ausgelöst wurde dieser Beitrag vielmehr durch die Sendung Karambolage auf Arte von gestern. In einem kurzen Beitrag wurde dort die Redewendung: „Ich verstehe nur Bahnhof.“ erklärt, von der ich auch gedacht hätte, sie käme von der schlechten Qualität der Lautsprecher für die Ansagen aus den Bahnsteigen. Der Ursprung der Redewendung liegt aber wohl am Ende des Ersten Weltkriegs:

Um die wahre Erklärung zu finden, muss man allerdings bis ans Ende des ersten Weltkrieges zurückgehen. Die Soldaten, besser gesagt die Überlebenden, waren stark geschwächt und dachten alle nur an eins: nach Hause fahren. Nach Hause kam man aber nur mit Zug, der bekanntlich vom Bahnhof abfährt. Man erzählt daher, dass die Soldaten, wenn man sie auf irgendetwas ansprach, das nichts mit ihrer Heimkehr zu tun hatte, alle geantwortet hätten: „Ich verstehe nur Bahnhof“, im Sinne von : „Ich will nur das Wort Bahnhof hören, alles andere interessiert mich nicht“.

Auf Twitter kam dann von Manfred Koren der Hinweis, dass der Ausdruck „sich verfranzen“ gleichfalls auf den Ersten Weltkrieg zurückgehen soll:

Im ersten Weltkrieg hatte das Flugzeug zunächst die vornehmliche Aufgabe der Aufklärung. Hierzu war ein Flugzeug zumeist zweisitzig. Die Besatzungen bestanden aus einem Piloten und einem Navigator. Letzterer bediente sich einer groben Koppelnavigation mit Flugkarte, Daumen, Uhr und Kompass. Die grobe Koppelnavigation nannte man Franzen. Die Herkunft dieser Begrifflichkeit wird aus der Sprechgruppe „Franz“ im deutschen Flugfunk vermutet. Diese Sprechgruppe war für die Navigatoren der Flugzeuge zuständig. So bürgerte sich also der Name Franz für den Navigator ein. […] Verirrte sich nun eine Besatzung, so lag die Last beim Franz, weshalb der Emil schon mal sagen konnte, dass sich sein Franz „verfranzt“ habe. [Fliegerlexikon]

Jujoma wies gleichfalls über Twitter daraufhin, dass der bekannte Ausdruck 08/15 gleichfalls auf den Ersten Weltkrieg zurückgeht:

Es gibt drei Erklärungsansätze zur Entstehung der Redewendung. Alle stehen im Zusammenhang mit dem Maschinengewehr mit der Typenbezeichnung MG 08/15, das im Ersten Weltkrieg erstmals zum Einsatz kam. […] Verbreitung fand der Begriff auch durch die 1954 erschienene Romantrilogie 08/15von Hans Hellmut Kirst. Es war einer der ersten Bestseller der Bundesrepublik und wurde im selben Jahr unter demselben Titel verfilmt. [Wikipedia]

In einer schnellen Netzrecherche habe ich einige weitere Ausdrücke und Redewendungen gefunden, die auf den den Ersten Weltkrieg zurückgehen sollen und heute noch – mehr oder wenig – gebräuchlich sind:

Bratkartoffelverhältnis: Der Ausdruck stammt aus dem ersten Weltkrieg und bezeichnete damals eine kurzfristige Liebesbeziehung, die vor allem wegen besseren Verpflegung eingegangen wurde. Heute meist Synonym für eine „wilde Ehe“ [Fundstelle]

jemandem die Hammelbeine lang ziehen: jdn. scharf angehen oder schikanieren, laut Wikipedia aus der Soldatensprache des Ersten Weltkriegs. (Eine ganz andere Erklärung findet sich hier bei SWR2).

eine treulose Tomate: Der Ausdruck soll sich ausgehend vom Bündniswechsel Italiens von einer Bezeichnung für Italiener entwickelt haben. [Fundort, siehe auch Wikipedia]

Vermutlich gibt es noch mehr Ausdrücke und Redewendungen, die auf den Ersten Weltkrieg zurückgehen. Wer weitere kennt, bitte als Kommentar hinzufügen. So ließe sich eine kleine Sammlung anlegen. Die Ausdrücke und Redewendungen sind  insofern spannend, als sie zeigen, wie stark auch die Alltagssprache durch den Ersten Weltkrieg geprägt wurde. Zu überlegen wäre, ob eine oder mehrere dieser Redewendungen nicht auch für den Unterricht z.B. als Einstieg geeignet wären, um Interesse zu wecken oder darüber hinaus auch Teilaspekte des Ersten Weltkriegs zu thematisieren.

 

Rehabilitation 1914-18

In Ergänzung zu dem vorangegangenen Beitrag folgt hier nur der kurze Hinweis, dass es in Frankreich eine Bewegung gibt, die die Rehabilitation der „zur Aufrechterhaltung der Disziplin in der Truppe“ standrechtlich erschossenen Soldaten aus dem „Großen Krieg“ fordert. Die Gründe für die Verurteilung sind vielfältig. Für den Ersten Weltkrieg sind hier aber vor allem zu nennen Selbstverstümmelung (siehe auch das Buch bzw. den Film: Un long dimanche de fiançailles / Mathilde – eine große Liebe), Desertion, Verlassen des Postens sowie Ungehorsam vor dem Feind.

France3 berichtet über eine Kundgebung in Dijon, Burgund Unten auf der Seite sind ein paar interessante weiterführende Links angegeben. Die Materialien sind sicher auch interessant speziell für den bilingualen Fachunterricht. Zu dem Thema gibt es auch einen Artikel in der französischsprachigen Wikipedia, der recht detailliert, allerdings nicht mit anderen Sprachversionen verlinkt ist.

„Was uns der Lehrer über das Vaterland, über den Ruhm erzählt hat, ist dummes Zeug und Lügen.“ Pazifismus im Ersten Weltkrieg. Geschichte von unten – Unterrichtsmaterial zur Perspektivenerweiterung

Durch die online verfügbare Vorlesungsreihe zu Frankreich seit 1871 von John Merriman von der Yale Universität bin ich auf ein spannendes Buch aufmerksam geworden, das ich mit großem Gewinn gelesen habe. Es handelt sich um die Autobiographie von Emilie Carles, die Ende der 1970er Jahre in Frankreich erschien und ein Bestseller wurde. So gibt es sogar einige Schulen, die nach ihr benannt sind. In Deutschland ist sie dagegen kaum bekannt.

Emilie Carles ist im Jahr 1900 in einem kleinen Dorf in den französischen Hochalpen geboren. Trotz zahlreicher Probleme und Widerstände kann sie ihre Ausbildung über die Grundschule hinaus fortsetzen und nach Paris gehen, um selbst Lehrerin zu werden. Zwei Jahre vor ihrem Tod 1979 hat sie mit „Une soupe aux herbes sauvages“ (sinngemäß: eine Wildkräutersuppe) eine Autobiographie veröffentlicht, in der sie nicht nur ihr Leben, sondern auch den Alltag der dörflichen Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr ausführlich und eindrucksvoll schildert.

Da ich zeitgleich zum Lesen des Buchs an Material zum Ersten Weltkrieg gearbeitet habe, sind mir zwei Passagen besonders aufgefallen, in denen sie Erinnerungen an diese Zeit wieder gibt. Meines Erachtens eignen sich beide Stellen, um der Narration der Schulbücher eine sonst wenig beachtete Perspektive hinzufügen, die weitere Fragen provoziert, zu denen die Schülerinnen und Schüler dann recherchieren und diskutieren können.

Da die wenigsten das Buch ganz oder in Auszügen im bilingualen Unterricht lesen können, habe ich die zwei Passagen übersetzt, um sie für den Geschichtsunterricht nutzbar zu machen. Ich bin kein professioneller Übersetzer, daher ist die Übersetzung sicher an einigen Stellen hoplrig, an anderen vielleicht etwas frei. Ich hoffe, dass die Texte in der Form trotzdem etwas taugen. Beide übersetzte Passagen stelle ich hier im Blog zum Download als Textdatei im ODT-Format ein, so dass die Auszüge ggf. noch bearbeitet, gekürzt und mit eigenen Aufgabenstellungen versehen werden können.

Der erste Auszug (Download) beschäftigt sich mit dem Fronturlaub des Bruders von Emilie Carles, den sich nach einem Jahr im Krieg zum ersten Mal wiedersieht und an ihm starke Veränderungen beobachtet. Nach ihrer Erinnerung hat ihr Bruder ihr bei diesem Treffen eine pazifistische Botschaft und einen klaren Auftrag mitgebracht. Die Desillusionierung im Kriegsverlauf, die Situation der Frontsoldaten wird in diesem Abschnitt sehr anschaulich und es stellt sich die Frage, warum der Bruder trotz seiner Erkenntnisse, wie andere auch, an die Front zurückkehrt und weiterkämpft.

Hier schließt eine zweite Passage (Download) an, in der Emilie Carles ihre Erinnerungen an eine Begegnung mit einem älteren Freund nach dem Krieg aufgeschrieben hat. In ihrer Zeit in Paris hatte sie Anschluss an die politischen Kreise der Pazifisten und Anarchisten gefunden. Ihr Leben und Werk ist durchdrungen von einer überzeugten pazifistischen Grundhaltung, deren Entstehung sie an dieser Stelle in ihrer Biographie nachzeichnet. Die wiedergegebene Rede ist als Quelle zunächst einmal kritisch einzuordnen – gerade auch angesichts der vielen sprachlichen Übereinstimmungen mit der referierten Erzählung ihres Bruders -, birgt aber mit der massiven Kritik am nationalen Erziehungssystem und der positiven Deutung der „Fahnenflucht“ einen guten Ausgangspunkt für weitere Recherchen zu Historie der Kriegsdienst-Verweigerung als alternative „Kriegs“-Geschichte sowie zu einer kritischen Diskussion über die vortragenen Positionen sowohl in ihrem historischen Kontext des Ersten Weltkriegs wie auch in ihrer Bedeutung für die Gegenwart.

P.S. Je nach Unterrichtsschwerpunkt könnte das Thema am historischen und heutigen Umgang mit Wehrmachtsdeserteuren vertieft werden.

Drei Webhinweise: ein Aggregator und andere Werkzeuge

Michael Schmalenstroer hat sich die Mühe gemacht und mit Planet History einen Aggregator bereitgestellt, der Beiträge aus zur Zeit bereits fast 150 geschichtsbezogenen Blogs im deutschsprachigen Raum zusammenstellt. Damit existiert jetzt eine gelungene zentrale Anlaufstelle im Netz, wenn man auf dem Laufenden bleiben möchte, was von wem in der Geschichtsblogosphäre diskutiert wird. Sollten noch Blogs fehlen, werden sie nach Hinweis der Liste hinzugefügt.

Nachdem zunächst auf Twitter unter dem Hashtag #digwerhist digitale Werkzeuge für Historiker/innen gesammelt wurden, hat sich Mareike König daran gemacht, die zahlreichen Anregungen in Form eines Beitrags zu ordnen. Ergänzt wird der Artikel „Social Media-Werkzeuge für Historiker/innen – Versuch einer Übersicht“ durch eine Auswahl von weiterführenden Literaturlinks. Hinweise auf weitere hilfreiche Tools werden auch weiterhin gesammelt.

Es stellt sich die Frage, welche dieser Werkzeuge auch für den Geschichtsunterricht sinnvoll sein können, wobei vermutlich Schülerinnen und Schüler überwiegend andere Werkzeuge benötigen als Historikerinnen und Historiker. Vermutlich gibt es in der Oberstufe eine größere Schnittmenge. Viele der Tools unterstützen selbstständiges Arbeiten (Recherchieren, Ordnen von Informationen etc.) und können bei entsprechenden Lernszenarien hilfreich sein, im historischen Frontalunterricht wohl eher weniger.

Einen ersten Ansatz einer solchen Zusammenstellung für den Geschichtsunterricht und die Geschichtsdidaktik bietet übrigens das von Ulf Kerber betreute Karlsruher Wiki. Wer das noch nicht kennt, das Blick lohnt sich. Die Sammlung steckt erst in den Anfängen, enthält aber bereits viele Anregungen:

http://geoges.ph-karlsruhe.de/mhwiki/index.php5/Abteilung_Geschichte

Literatur- und Materialhinweise zur Beitragsserie: Arbeiterbewegung und Erster Weltkrieg

Literaturauswahl

BLÄNSDORF, A., Die Zweite Internationale und der Krieg. Die Diskussion über die internationale Zusammenarbeit der sozialistischen Parteien, Stuttgart 1979.

DONGEN, B. van, Revolutie of integratie. De Sociaal Democratische Arbeiders Partij in Nederland tijdens de Eerste Wereldoorlog, Amsterdam 1992.

GEURTSEN, T., Een geschiedenis van verloren illusies. Socialdemocratie in Nederland, Amsterdam 1994.

GRASS, M., Friedensaktivität und Neutralität. Die skandinavische Sozialdemokratie und die neutrale Zusammenarbeit im Krieg. August 1914 bis Februar 1917, 1975.

HAEGENDOREN, M. van, Le parti socialiste belge de 1914 à 1940, Brüssel 1995.

HAUPT, G., Der Kongreß fand nicht statt. Die sozialistische Internationale 1914, Wien 1967 (erweitert. engl. Aufl.: Socialism and the great war. The Collapse of the Second International, Oxford 1972).

LADEMACHER, H., (Hrsg.), Die Zimmerwalder Bewegung. Protokolle und Konferenzen, 2 Bde., 1967.

LIEBMAN, M., Les socialistes belges – Le P.O.B. face à la guerre, Brüssel 1986.

———-, Les socialistes belges 1885-1914. La révolte et l’organisation, Brüssel 1979.

LIGT, B. de, Vrede als daad. Beginselen, geschiedenis en strijdmethoden van de direkte aktie tegen de oorlog, Arnheim 1931.

MEYNELL, H., The Stockholm Conference of 1917, in : International Review for Social History 5 (1960), S. 1-25, 202-225.

MILLER, S., Burgfrieden und Klassenkampf. Die deutsche Sozialdemokratie im 1. Weltkrieg, Düsseldorf 1974.

MOMMEN, A., De Belgische werkliedenpartij. Ontstaan en ontwikkeling van het reformistisch socialisme (1880-1914), Gent 1980.

RIEMENS, M. J., Een vergeten hoofdstuk. De Nederlandsche Anti-Oorlog Raad en het Nederlands pacifisme tijdens de Eerste Wereldoorlog, Groningen 1995.

RITTER, G. A. (Hrsg.), Die Zweite Internationale 1918/1919. Protokolle, Memoranden, Berichte und Korrespondenzen, 2 Bde., Berlin 1980.

STILLIG, J., Die russische Februarrevolution 1917 und die sozialistische Friedenspolitik, 1977.

TROELSTRA, P.J., Gedenkschriften, 4 Bde., Amsterdam 1931.

UNFRIED, B. u.a. (Hrsg.), Transnationale Netzwerke im 20. Jahrhundert. Historische Erkundungen zu Ideen und Praktiken, Individuen und Organisationen, Leipzig 2008.

VANDERVELDE, E., La Belgique envahie et le socialisme international, Paris 1917.

Online-Material für den Unterricht

Quellen zur Entwicklung der Sozialistischen Internationalen (1907-1919): http://library.fes.de/si-online/index.html

Protokolle der Sozialdemokratischen Parteitage (1910-1919): http://library.fes.de/parteitage/index-pt-1910.html

Chronik der deutschen Sozialdemokratie: http://library.fes.de/fulltext/bibliothek/chronik/

Fotos Library of Congress „Women’s Peace Parade 1914

The Guardian –  Foto: Friedensdemonstration Trafalgar Square in London: http://www.theguardian.com/commentisfree/2012/dec/10/history-curriculum

Britische Propagandaschrift „Belgian Miners Form Living Shield for Germans“ (leider ohne weitere Angaben) http://stahlgewitter.files.wordpress.com/2011/02/propaganda_21.jpg

Deutsche Propaganda Bildpostkarte von 1914 „Der Kaiser rief und alle kamen“ http://www.bildpostkarten.uni-osnabrueck.de/displayimage.php?album=87&pos=22

In die Zukunft gedacht. Bilder und Dokumente zur deutschen Sozialgeschichte: Wilhelm II. und der Erste Weltkrieg (1890-1918) https://www.in-die-zukunft-gedacht.de/de/page/68/epoche/130/epochen.html