Digitale Werkzeuge für Einsteiger

Das Plädoyer von Thomas Spahn für eine fachdidaktische Perspektive aus dem letzten Newsletter des Webportals Lernen-aus-der-Geschichte möchte ich an dieser Stelle gerne aufgreifen. Spahn stellt fest, dass es weitgehend noch an „didaktische[n] und methodische[n] Konzepte[n]“ fehlt, digitale „Medien sinnvoll in ihrem Fachunterricht zu integrieren“.

Bestätigt wird dies auch in meiner Arbeit als regionaler Koordinator im Landesprogramm Medienkompetenz macht Schule. Selbst viele Kollegen, die die Medienarbeit an ihrer Schule voran bringen wollen, kennen auch  vermeintlich gängige Werkzeuge und Anwendungen nicht oder fragen sich nach allgemeinen Einführungen, wie sie diese sinnvoll in ihrem Fachunterricht einsetzen können.

In loser Folge möchte ich in den nächsten Wochen hier im Blog Ideen für den fachspezifischen Einsatz digitalen Medien zusammentragen und eigene Erfahrungen weitergeben, um so hoffentlich dem ein oder anderen Kollegen Anregungen für den Einstieg in die Arbeit mit diesen digitalen Werkzeugen zu geben.

Ein wiki als interaktives Geschichtsbuch

Wiederum der Verweis auf ein Projekt von Alexander König, das er kurz in seinem Blog vorstellt: absolut lesenswert und spannender Ansatz. Ich bin gespannt auf die Fortführung. Vielleicht ließe sich das wiki auch durch Beiträge von Oberstufenkursen erweitern und ergänzen.

Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt übrigens das in den kommenden Wochen (der Start wurde leider mehrfach verschoben) startende Projekt classroom4.eu [Seite existiert nicht mehr], das hier im Blog auch schon ausführlicher vorgestellt wurde. Aus einem kultur- bzw. zivilisationsgeschichtlichen Ansatz werden dort Schüler der Sekundarstufe II europaweit ihre regionale Geschichte erforschen und ihre Ergebnisse online publizieren. Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnte auch hier in Form eines wikis ein Ansatz für ein interaktives Geschichtsbuch zur europäischen Kulturgeschichte entstehen, das in den kommenden Jahren gepflegt und ausgebaut werden könnte.

Chats and videoconferencing in classroom

Here is a presentation from the European eTwinning Workshop in Bonn last weekend about the „Pedagogical use of chats and videoconferencing in classroom“:

For more information on the eTwinning Professional Development Workshop in Bonn click here.

My history network

My history network is (going to be) a network of high school students from all over the world. The network is an English speaking ning-community for those who are interested in discussing the different perspectives of history and exchange about all questions concerning history and history teaching. As in most virtual classrooms, there is a chat, forums, databases for photos and videos as well as groups on special interests like ancient or medieval history.

History teachers are invited to join the network and will get administration rights so that they will be responsible for  the invitation of their students and the administration (accept/remove/moderate) of their students‘ activities in the network.

The initiative is proposed by David Hilton who created also the History Teachers group on diigo where you can find besides more than 1000 shared, tagged and commentated links also more information about the idea and the development of the „My history network“-project.

I think this is a great idea and opportunity to propose to the more interested students in your classroom  from which  they can get a lot of benefit.

web 2.0 vs Lernplattformen?

In den letzten Tagen ist an verschiedenen Orten das Verhältnis von offenem web 2.0 und geschlossenen Lernplattformen diskutiert worden. Michael Kerres bezeichnet Lernmanagementsysteme (LMS) als isolierte „Insel“ im Ozean des Internets, die oft ein „Datengrab […] ohne Leben“ blieben.  Das kann ich aus persönlicher Erfahrung  aus der Arbeit mit Lernplattformen in der Schule bestätigen. Peter Baumgartner hingegen betont die „Aktivitäten der Lernenden“ und stellt ihre persönliche Vernetzung (entgegen der rein inhaltlichen durch Links) heraus. Baumgartner sieht einen wesentlichen Unterschied zwischen öffentlicher und privater Sphäre und macht darauf aufmerksam, dass es für das Lernen allgemein „geschützte Räume“ brauche.

In der Tat ist es zu abzuwägen, inwieweit der Einsatz von LMS Möglichkeiten und Entwicklungspotentiale des web 2.0 einschränken. Für die Schule scheint es mir jedoch wichtig, auch auf die pädagogischen und rechtlichen Aspekte  (in der Arbeit mit i.d.R. Minderjährigen) sowie auf den Rahmen hinzuweisen, in dem schulisches Lernen stattfindet.  Eltern aber auch die Kollegen an den Schulen sehen aufgeschreckt durch Medienberichte zur Zeit oft stärker die Gefahren des Netzes als die Chancen, die mit dem Lernen mit und im Internet verbunden sind. Daher ist das Angebot von sicheren und werbefreien Lernräumen für Schulen ganz wichtig.

Idealerweise bieten LMS die Möglichkeit der kontrollierten netzweiten Veröffentlichung bestimmter Bereiche oder (urheber-)rechtlich unbedenklicher Arbeitsergebnisse, wie dies z.B. bei der europäischen Lernplattform eTwinning gegeben ist.  Die Veröffentlichung bietet zudem die Chance am konkreten Beispiel, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verwendung von Bildern und Texten zu thematisieren. Ein grundlegender, aber recht neuer Lernbereich für die Schule, der bislang noch keinen festen Platz gefunden hat.

Die Arbeit für eine größere Öffentlichkeit als die eigene Klasse oder den eigenen Kurs (oder im schlimmsten Fall und für Schüler unverständlich für den Lehrer) ist enorm motivierend. Das gilt für die Erarbeitung von Ausstellungen innerhalb der Schule genauso wie für die Präsentation von Ergebnisse im Internet. Gesteigert kann diese Motivation zusätzlich, wenn tatsächlich auch Rückmeldungen zur eigenen Arbeit kommen und man sieht, dass die Veröffentlichungen wahrgenommen werden. Jeder Blogschreiber kennt das 😉

Insofern würde ich aus schulischer Sicht keine Gegenüberstellung von LMS und web 2.0 sehen, sondern neben dem Hinweis auf rechtliche Aspekte die sich ergänzenden Funktionen für den Einsatz im Unterricht betonen.

wikipedia & google in der Schule

Für mich war es neu: wikimedia bietet für Schulen sogenannte „wikipedia-Aktionstage“ an. Schüler soll in 3-4 Unterrichtsstunden grundlegende Kenntnisse im Umgang mit wikipedia ermittelt werden, außerdem ist ein „Lehrermodul“ vorgesehen. Aufgrund der Zugriffszahlen hier im Blog auf andere Artikel zum Thema lässt sich sehen, dass wikipedia im (Geschichts-)Unterricht ein wichtiges Thema ist. Ich hab selbst noch keine Erfahrung, finde aber, das Angebot klingt interessant. In der Ausgabe 2/2009 von Computer und Unterricht findet sich ein überaus positiver Erfahrungsbericht. Den Artikel gibt es hier im pdf-Format zum Download.
Gibt es andere Erfahrungen mit dem Angebot von wikimedia? Hat jemand Einführungen/Schulungen in die Arbeit mit wikipedia an seiner Schule entwickelt, die gut funktioniert haben?
Update:  Gerade kam über twitter der Hinweis (@web20classroom) der Hinweis auf ein Angebot von google: fertige Unterrichtseinheiten und Präsentationen (auf Englisch) zu den verschiedenen Funktionen und zur Arbeit mit der google-Suche. Scheint mir auf den ersten Blick etwas kleinschrittig, aber es ist sicher eine gute Basis, um davon ausgehend, eigene Unterrichtseinheiten zur Internetrecherche mit google zu basteln.
Wer auf google lieber ganz verzichten möchte, sei auf den Artikel „Suchen im Internet ohne google“ verwiesen.

Arbeiten mit Diigo

Update zum Artikel: Linksammeln für Geschichtslehrer

Ich habe gerade einen kurzen, informativen Werbefilm über diigo gefunden, der zeigt, welche Möglichkeiten diigo als kooperatives Werkzeug bietet:

Die Einladung zur Mitarbeit haben sich schon eine Menge Leute durchgelesen, aber bisher ist leider keiner aktiv geworden und der Gruppe beigetreten. Das ist schade. Ich vermute, das hängt mit der noch sehr unterschiedlichen Nutzung des Netzes zusammen, das für viele weiterhin reines Informationsmedium ist.

Zugegebenermaßen ist die eingerichtete Gruppe mit ihren drei Mitglieder noch nicht sehr beeindruckend. Zur Motivation deshalb hier der Link zu einer englischsprachigen Geschichtslehrer-Gruppe auf diigo, die zeigt, was für ein Potential für die alltägliche Arbeit in diesem Werkzeug steckt.

PS. In der Gruppe finden sich übrigens auch unheimlich viele gute Hinweise auf englischsprachige Materialien, die sich im bilingualen Geschichtsunterricht einsetzen lassen.