App in die Geschichte – Funktionen und Unterrichtsideen 2: Mapping Game

Das Spiel ist eine Funktion der WebApp „App in die Geschichte“. Es basiert auf den Möglichkeiten der Georeferenzierung durch mobile Endgeräte und eignet sich besonders für die Arbeit mit Fotos und Gemälden. Die Perspektive der historischen Ansicht einer Quelle kann im aktuellen Stadt- oder Landschaftsbild gesucht werden. Die Kamera des Smartphones oder Tablets erlaubt eine Aufnahme der heutigen Ortsansicht. Die geographischen Koordinaten des Aufnahmestandpunkts werden mit Hilfe der GPS-Funktion des Geräts automatisch erfasst und mit beiden Aufnahmen, dem historischen Original- und dem aktuellen Bild, verknüpft. Dem Nutzer werden die gemachten Bilder zudem auf einer Landkarte (engl. map) angezeigt.

Andere Nutzer derselben Lerngruppe können die neuen Aufnahmen im Hinblick darauf bewerten, inwiefern sie die Perspektive des Originals tatsächlich wiedergeben. Der Autor des Fotos erhält für positive Bewertungen seiner Aufnahmen durch andere Nutzer Punkte für die Highscore. Es können bis zu fünf Sterne vergeben werden; jeder Stern entspricht einem Punkt in der Highscore-Wertung.

Das Mapping Game eignet sich besonders, Schülerinnen und Schüler durch praktisches Ausprobieren entdecken zu lassen, „dass Fotos etwas ‚intentional Gemachtes‘ sind, dass sie z.B. im Auftrag entstehen, bestimmten Konstruktions- und Wahrnehmungsgewohnheiten folgen und dass ihre handwerkliche Gestaltung etwas mit der beabsichtigten Wirkung zu tun hat. Es lohnt sich daher, Schülerinnen und Schüler öfter selbst fotografieren, sie z.B. eine fotografische Vorlage mit der eigenen Handy-Kamera rekonstruieren zu lassen und dabei den kompositorischen Entscheidungen des Fotografen nachzuspüren.“ (Andreas Weinhold, Fotografie, Zensur und Propaganda im Ersten Weltkrieg: Förderung historischer Bildkompetenzen, in: Medienbrief 1 (2014), S. 18).

Ideen für den Unterrichtseinsatz

Mit dem Mapping Game kann man gut in ein lokal- oder regionalhistorisches Thema einsteigen. Insbesondere die Themen historische Stadtentwicklung sowie Umgang mit den baulichen Überresten des kulturellen Erbes sind interessant. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag alte Ansichten ihres Schulortes im heutigen Stadtbild wiederzufinden. Die Aufnahmen der Lernenden werden mit den Originalansichten verglichen, um Kontinuitäten und Veränderungen des Ortes zu beschreiben und damit seine Historizität wahrzunehmen. Dies bildet den Ausgangspunkt für die Formulierung von Fragen oder Hypothesen für die weitere Arbeit.

Das Spiel eignet sich auch für Exkursionen und Klassenfahrten. Die Lehrkraft stellt eine Auswahl von thematisch ausgewählten Stadtansichten für die Lerngruppe zusammen. Anstatt oder auch vorbereitend zu einer Stadtführung erkunden die Lernenden die unbekannte Stadt mit Hilfe der Fotos und einem Stadtplan, indem sie die fotografierten Orte im heutigen Stadtbild wiederfinden und fotografieren. Die Fotos können dann zu einer Nachbereitung und Vertiefung des Ausflugs im Unterricht dienen.

Ansätze für thematische Fokussierungen sind vielfältig denkbar. So können u.a. chronologische Zugänge gewählt werden (die Stadt im Mittelalter, in der Frühen Neuzeit, im 19. Jahrhundert oder im Zweiten Weltkrieg), ebenso wie Bauwerke (Kirchen, Befestigungen etc.), Kunst-Epochen (Romanik, Gotik etc.), biographische (Geburtshaus, Schule, Gedenkplatten etc.) oder kategoriale Aspekte (wie Repräsentationen von Herrschaft im Stadtbild: Burg, Rathaus etc.). Falls keine Bilder im App-Archiv zur jeweiligen Stadt vorhanden sind, kann eine Kooperation mit dem jeweiligen Stadtarchiv angefragt werden, oft ist auch eine Online-Suche z.B. in den Wikimedia Commons hilfreich.

Unabhängig von der Verortung auf einer Karte kann mit selbst hochgeladenen Foto-Ikonen, Karikaturen oder Gemälden auch anders gearbeitet werden: Die Schülerinnen und Schüler erhalten dann den Auftrag, dasselbe oder verschiedene Bilder in einem eigenen Standbild nachzustellen und dieses als Referenzfoto hochzuladen. Alle Mitglieder der Lerngruppe können die selbst gemachten Fotos anschließend im Hinblick darauf bewerten, ob die Umsetzung gelungen ist.

Die Standbilder und Fotos sind natürlich kein Selbstzweck, sondern dienen der Annäherung an das Original und dessen Deutung. Es geht insbesondere um das Erkennen von Haltungen und dem Verhältnis der Personen zueinander, bei deren Erschließung ein Vergleich von Standbildern, Beobachtungen beim Standbildbau und die eigenen Empfindungen als Beteiligte im Standbild helfen können.

Weiterlesen: Funktionen und Unterrichtsideen Teil 3 – Tagging Game

Bild Mapping Game

App in die Geschichte – Funktionen und Unterrichtsideen 1: Archiv mit digitalisierten Quellen

Die App in die Geschichte

  • bietet digitale Werkzeuge zum historischen Lernen
  • unterstützt das Arbeiten mit digitalisierten Quellen aus verschiedenen Archiven
  • lässt sich kostenlos nutzen und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen
  • stellt alle Inhalte unter Creative Commons-Lizenz bereit
  • steht als Open Educational Resource zur Verfügung

Sie wurde speziell für den Geschichtsunterricht entwickelt. Die App bietet mehrere Funktionalitäten bzw. Werkzeuge zum historischen Lernen. Die einzelnen Funktionen der Anwendung eignen sich für unterschiedliche Phasen des Unterrichts sowie zur Förderung unterschiedlicher Kompetenzen. Sie ermöglicht dauerhaft, digitalisiertes Schriftgut und andere Dokumente aus Archiven in den in den Klassenraum des Geschichtsunterrichts und über mobile Endgeräte an historische Orte zu bringen.

Der Anwendung in der Testphase des Prototyps in den letzten Wochen lagen Partnerschaften zwischen Archiven und Lehrkräften/Schulen im Rahmen des gymnasialen Geschichtsunterrichts zugrunde, die eine Auswahl von zum Unterricht passenden Digitalisaten getroffen und in das App-Archive eingestellt haben. Diese Möglichkeit besteht nun für alle interessierten Archive, die einen Teil ihrer Digitalisate für Schulen an zentraler Stelle zugänglich machen wollen. Die App bietet darüber hinaus erste digitale Werkzeuge, um mit digitalisierten Quellen zu lernen und zu arbeiten:

1) Das Digitale Archiv stellt digitalisierte Quellen aus verschiedenen Archiven bereit, auf die separat und von jeder der unter 2-4 genannten Funktionen zugegriffen werden kann.

2) Das Mapping Game fördert das Wahrnehmen von Historizität (Per-Zeption) in der eigenen Lebensumwelt.

3) Das Tagging Game und die Quellenannotation sind Analysewerkzeuge (De-Konstruktion).

4) Mit Hilfe der Zeitleisten lassen sich eigene Narrationen (Re-Konstruktion) erstellen.

Nach Anmeldung können Lehrkräfte Lerngruppen anlegen und ihre Schülerinnen und Schüler dort eintragen. Für die Registrierung der Schülerinnen und Schüler sind also keine weiteren Angaben notwendig. Die Schülerinnen und Schüler brauchen auch keine eigene E-Mail-Adresse, um die Anwendung zu nutzen.

Alle Funktionen können in Einzelarbeit genutzt werden. Bei den Zeitleisten besteht zudem die Möglichkeit, auch kollaborativ zu arbeiten. Ein Nutzer legt dabei eine Zeitleiste an und lädt weitere Nutzer zur Bearbeitung ein, so dass am ein gemeinsames Produkt erstellt werden kann.

Im digitalen Archiv der App befinden sich digitalisierte Quellen aus verschiedenen Archiven. Das App-Archiv kann nach Schlagwörtern, Personennamen, Orten oder Zeiträumen durchsucht werden. Die Anzeige der Quellen lässt sich alphabetisch nach dem Titel oder chronologisch organisieren.

Archive als Institutionen haben einen eigenen Zugang zur App und können selbstständig digitalisierte Quellen zur Quellen-Datenbank hinzufügen. Sie entscheiden auch über die Lizenz, unter die sie ihre digitalisierten Quellen stellen. Um rechtlich eine Bearbeitung, Veränderung und eventuell eine Veröffentlichung der Quellen in Lernprodukten der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen, stehen die Digitalisate unter Creative Commons- oder Public Domain-Lizenz. Das App-Archiv ist öffentlich und damit auch ohne Passwort durchsuchbar.

Sowohl Lernende als auch Lehrkräfte können im Schülerbereich der App eigene Dateien hochladen oder, sofern es sich um Videos oder Sounddateien handelt, diese einbetten. Die hinzugefügten Dateien können für die eigene Lerngruppe freigegeben und mit ihr geteilt werden, so dass alle Mitglieder der Lerngruppe die Dateien abrufen, bearbeiten und weiter verwenden können, z.B. zur Erstellung von Zeitleisten. Die selbst hochgeladenen Dateien bleiben allerdings innerhalb der Lerngruppe und sind daher nicht im Archiv der App abrufbar.

Mit der digitalisierten Quellen in der App kann an verschiedenen Stellen im Unterricht gearbeitet werden. Die Lehrkraft kann das Archiv zur Vorbereitung nutzen, interessante Quellen auswählen und der jeweiligen Schülergruppe zur Bearbeitung zur Verfügung stellen.

Alternativ recherchieren Schülerinnen und Schüler im Archiv selbstständig z.B. zum Einstieg in eine Unterrichtseinheit und wählen ein Bild aus, das für sie das anstehende Thema repräsentiert. Sie stellen ihre Auswahl im Plenum vor und begründen diese. Auf diese Weise lassen sich Alltagsvorstellungen und (Prä-) Konzepte erheben und explizieren, die alle Lernenden stets mit in den Unterricht bringen. Am Ende der Unterrichtsreihe kann dann die Frage stehen, ob sie zu dem Thema weiterhin das gleiche Bild auswählen würden. An der jeweiligen Begründung lässt sich erkennen, ob sich durch die Erarbeitung des Themas im Unterricht die Vorstellungen verändert haben oder nicht.

Lehrerinnen und Lehrer können Quellen aus dem Archiv auswählen und den Lernenden diese Auswahl zur Verfügung stellen. Die Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe die ausgewählten Quellen anhand vorgegebener (z.B. chronologische Abfolge von Architekturstilen) oder selbst definierter Kriterien in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen und auf einer Zeitleiste anzuordnen.

Schließlich gestalten Schülerinnen und Schüler zum Abschluss einer Unterrichtseinheit mit Hilfe der digitalisierten Quellen multimediale Zeitleisten, um die erarbeiteten Inhalten noch einmal in chronologischer Abfolge zu gliedern und zusammenzufassen.

Weiterlesen: Funktionen und Unterrichtsideen Teil 2 – Mapping Game

Mobiles Geschichtslernen: App in die Geschichte online

2014-04-24_005634So sieht sie aus die Startseite der „App in die Geschichte“. Das Konzept hatte ich hier im Blog Ende September bereits kurz vorgestellt. Zur Nutzung durch Schule und Archive steht nun ein erster, in seinen Funktionen reduzierter, aber voll einsatzfähiger Prototyp zur Verfügung. Die „App in die Geschichte“ ist der bisher, soweit ich sehe, erstmalige und bislang auch einmalige Versuch, mobiles Lernen mit digitalisierten Quellen aus Lokal- und Regionalarchiven zu verbinden, speziell für den schulischen Geschichtsunterricht eine eigene Anwendung dafür zu entwickeln und kostenlos bereitzustellen. Zum Vergleich, was es für Apps im Bereich Geschichte bislang gibt, sei auf den Überblicksbeitrag von Kristin Oswald sowie die Beiträge von Studierenden im Blog geschichte zwopunktnull verwiesen.

Die „App in die Geschichte“ hat in hohem Maße explorativen Charakter, weswegen wir auf Kritik und Rückmeldungen angewiesen sind, um das Angebot zu verbessern und weiterzuentwickeln. Wir sprechen zwar von „App“, präziser formuliert handelt es sich bei dem Programm um eine Web-Applikation oder WebApp. Diese kann über jeden Webbrowser aufgerufen werden und passt sich in der Darstellung je nach verwendetem Gerät optisch an. So ist die GeschichtsApp sowohl über einen PC, zum Beispiel im Computerraum der Schule, als auch mobile über kleine Smartphone-Bildschirme gut nutzbar. Es braucht keinerlei Installation oder Download aus einem „App“-Laden, was aus Schülersicht vielleicht weniger „cool“ ist, aber die schulische Nutzung vermutlich vereinfacht, da keine Administratorenrechte auf den verwendeten Geräten benötigt wird.

Die App in die Geschichte findet sich unter: http://app-in-die-geschichte.de/

Die Anwendung umfasst ein „Archiv“ für digitalisierte Quellen, das frei, d.h. ohne Anmeldung, zugänglich ist und zur Zeit fast 80.000 Digitalisate unter CC- und PD-Lizenz enthält. Nach Anmeldung sind darüber hinaus das Mapping Game, das Tagging Game sowie eine Zeitleistenfunktion nutzbar. Für Archive und Schulen haben wir einen Reader (PDF Download) erstellt, der die grundlegenden Funktionen erklärt und erste Ideen für mögliche Unterrichtszenarien liefert. Am Ende der Handreichung findet sich auch eine Anleitung zur Registrierung als Lehrkraft. Für Archivare oder Archivpädagogen gibt es eine eigene Handreichung mit kurzer Information zu Nutzen und Registrierung (PDF Download).

Soweit ich das überblicke, bietet die GeschichtsApp als erste ein Werkzeug zur Erstellung digitaler Zeitleisten auf Deutsch. Alle übrigen Angebote wie xtimeline etc. sind englisch- oder französischsprachig. Für den Geschichtsunterricht gerade mit jüngeren Lernenden kann ein deutschsprachiges Angebot hilfreich sein. Die spielerischen Elemente wie auch die Highscore sollen gleichfalls eher jüngere Lernende ansprechen und zur Auseinandersetzung mit historischen Inhalten motivieren. Ob das gelingt, ist zu prüfen. Parallel zur Testphase läuft in zwei Klassen eine Befragung von Schülerinnen und Schülern.

Die übrigen Funktionen stellen einen ersten Versuch dar, Angebote mobilen Geschichtslernens besonders für den Schulbereich zu gestalten. Das ist alles andere als perfekt. Weitere konzipierte Funktionen, vor allem zum digital storytelling, konnten wir bislang mit der verfügbaren Finanzierung noch nicht umsetzen.

Vom ersten Treffen über die Konzeptentwicklung und Umsetzung bis zum jetzigen Zeitpunkt ist weniger als ein Jahr vergangen, was nur dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller beteiligten Partner möglich war. Das allererste Treffen hat Mitte Mai 2013 im Stadtarchiv Koblenz stattgefunden, vor etwas mehr als einem Monat haben wir bei einem Seminar im Bundesarchiv in Koblenz den Prototypen in kleiner Runde vorgestellt und diskutiert.

Im Nachgang haben die Programmierer zumindest noch einen Teil der Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge umsetzen können. Die übrigen haben wir notiert und hoffen zu einem späteren Zeitpunkt nachbessern zu können. Die Finanzierung ist nun ausgelaufen. Bis mindestens September steht die Anwendung online. Sie ist für alle Nutzer kosten- und werbefrei. Für die Nutzung und vor allem die Weiterentwicklung über September hinaus suchen wir zur Zeit nach Konzepten und vor allem nach einer Finanzierung. Das ist im Bildungsbereich schwierig.

Ein ersten Lichtblick in dieser Hinsicht gibt es seit heute: Unsere Bewerbung beim Europeana Creative Challenge hat es in die Endrunde geschafft! Kommenden Dienstag werden fünf vom Veranstalter vorausgewählte Projekte in Brüssel im Bereich “history education” vorgestellt. Anschließend wird die Jury entscheiden, eines davon durch ein Beratungs- und Coachingpaket zu unterstützen. Herr Dr. Müller wird unser Projekt vor Ort vertreten. Ich bin sehr gespannt und drücke die Daumen für eine erfolgreiche Präsentation!

Weiterlesen ausführlich: Funktionen und Unterrichtsideen

Weiterlesen Kurzfassung: Die GeschichtsApp ausprobieren – Kurzanleitung und erste Schritte

85.000 historische Videos online – was macht der Geschichtsunterricht damit?

Das Video mit dem Bericht darüber, wie Arnold Schwarzenegger 1969 Mr. Universe wurde, ist das beliebste, aber vermutlich nicht das historisch interessanteste, sondern wohl eher in der Kategorie „kurios“ zu verorten. Es ist aber nur eines von insgesamt 85.000 Videos. Die Filme aus dem Archiv der britischen Pathé stehen nun auf Youtube online. Eine riesige Fundgrube für Historiker, aber auch für den Geschichtsunterricht.

Es stellt sich allerdings die Frage, wie diese Masse an digitalisiertem Filmmaterial für den Geschichtsunterricht genutzt werden könnte. Bislang wählt die Lehrkraft Filmmaterial aus, überlässt den Lernenden allenfalls innerhalb einer Auswahl die Entscheidung.

Natürlich lassen sich diese Quellensammlungen ignorieren oder als Materialfundus für Lehrkräfte nutzen. Natürlich lässt sich so weitermachen wie bisher: Schulbuch und Lehrkraft wählen das Lernmaterial aus. Aus pragmatischen Gründen war das bislang sinnvoll, weil der Gang ins Archiv oder in die wissenschaftliche Bibliothek nicht jede Stunde möglich ist. Nun stellt sich die Frage aber nur noch didaktisch. Die Quellen stehen digitalisiert online und sind jederzeit und überall verfügbar, aber kann die Arbeit mit solchen umfangreichen Quellenbeständen im Geschichtsunterricht sinnvoll sein oder stellt dies eine Überforderung der Lernenden dar?

Der Geschichtsbewettberb des Bundespräsidenten zeigt, dass – auch junge – Schülerinnen und Schüler selbstständig mit Quellen arbeiten können. Die eigene Frage an die Geschichte und das Projekt als Arbeitsform nicht mehr als Ausnahme, sondern als Regel. Der einfache und schnelle Zugriff auf so viel filmisches Quellenmaterial ermöglicht Formen historischen Lernens, wie wir sie eben z.B. vom Geschichtswettbewerb kennen, mit neuen Lernprodukten, verlangt aber auch andere Kompetenzen auf Seiten der Lernenden wie der Lehrenden.

Erste Ideen zur Arbeit mit großen digitalisierten Quellenbeständen im Unterricht hatte ich im Rahmen der Tagung der Europeana Sammlungen 1914-1918 in Berlin vor ein paar Wochen vorgestellt. Nachdem wir in den letzten Jahren vor allem digitale Tools in den Blick genommen haben, werden nun zunehmend digitalisierte Quellenbestände verfügbar, die grundlegende Fragen für Geschichtsunterricht und -didaktik aufwerfen und gemeinsam mit notwendigerweise vorhandenen Geräten – Stichwort: BYOD – zu didaktischen und methodischen Veränderungen historischen Lernens in der Schule führen könnten, ja, meiner Meinung nach, eigentlich führen müssen.

Unterrichtsmaterial: ein Denkmal aus dem Kaiserreich wieder aufbauen?

Es ist nicht das erste Denkmal, das in Koblenz wieder errichtet wird. Bereits 1993 wurde Kaiser Wilhelm I. samt Pferd wieder auf das Denkmal am Deutschen Eck gehievt. Im letzten Jahr enstand der Weinbrunnen von 1928 wieder vor dem Weindorf in den Rheinanlagen (siehe Bilder). So unpolitisch harmlos, wie der Name vermuten lässt, ist der Brunnen keineswegs, so steht zussammenfassend in der Wikipedia:

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„Deutsche Heldenkraft“

Der Brunnentrog ist mir vier Reliefs aus dem Heldenepos der Nibelungensage versehen. Zusätzlich ist folgender Trinkspruch auf Siegfried angebracht, der aus dem Gedicht „Rheinsage“ von Emanuel Geibel stammt: „Wir aber füllen die Römer und trinken im goldenen Saft uns deutsches Heldenfeuer und deutsche Heldenkraft.“ Herbert Dellwing und Udo Liessem zufolge ist „die Plastik […] gleichzeitig als Hinweis auf die erwartete Befreiung von der französischen Besatzung zu verstehen und damit politisch zu interpretieren

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„Deutsches Heldenfeuer“

Nun soll in diesem Jahr das sogenannte Barbara-Denkmal auf dem Friedrich-Ebert (früher: Kaiser-Wilhelm) Ring neu aufgestellt werden. Auch hier verdeckt der Name, dass es sich eigentlich um ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen eines Artillerie-Regiments handelt. Das Regiment wurde 1920 aufgelöst, hat aber heute in Koblenz einen eigenen „Living history“-Verein. Für den Geschichtsunterricht kann dies als Anlass genutzt werden, um das Thema aufzugreifen. Die dabei zu diskutierenden Fragen scheinen mir auch über Koblenz hinaus für Schulen interessant, wobei natürlich – sofern vorhanden – regionale Beispiele für Schülerinnen und Schüler vermutlich interessanter sind. Der unten beschriebene Einstieg müsste bei einer Übernahme des Themas außerhalb von Koblenz auch entsprechend verändert werden.

Unterrichtsablauf und -material:

Ausgangspunkt des Unterrichts war zunächst eine Verortung des historischen Standorts des Barbara-Denkmals. Dazu wurde die Anwendung „App in die Geschichte“ genutzt. Die Schülerinnen und Schüler hatten zwei der hier wiedergegebenen Aufnahmen dort abgebildet und vorbereitend die Aufgabe, den Ort im heutigen Stadtbild wiederzufinden und möglichst in gleicher Perspektive wie die Originalaufnahme, ein Foto des heutigen Ortes zur Zeit noch ohne Denkmalrekonstruktion zu machen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mit Hilfe der Fotos erfolgte eine Einordnung des Standorts innerhalb des Stadbildes sowie eine Beschreibung des Denkmals. Verschiedene Texte (Word-Datei) des Vereins der Freunde und Förderer des Denkmals, der Bundeswehr sowie der Rhein-Zeitung waren Grundlage der Erarbeitungsphase. Aufgrund des Umfangs der Texte ist eine arbeitsteilige Gruppenarbeit sinnvoll. Die Arbeitsaufträge lauteten wie folgt:

1) Arbeitet heraus, wie a) die Aussage des Denkmals beschrieben und b) die Wiedererrichtung begründet wird.

2) Ermittelt die (gesellschaftlichen) Gruppen, die sich für eine Wiedererrichtung des Denkmals engagieren (Website des Vereins der Freunde und Förderer http://www.vff-barbara.de/).

3) Formuliert einen zustimmenden oder ablehnenden Leserbrief zur Wiedererrichtung des Denkmals.

Die Texte liefern die notwendigen Informationen für die Rahmenbedinungen (Ort, Gruppen, Finanzierung etc.). Das Denkmal eignet sich für den Unterricht besonders deshalb, weil die Frage nach der Wiederrichtung eine offene Frage ist. Die Gestaltung des Koblenzer Barbara-Denkmals ist im Vergleich zu anderen Denkmälern des Kaiserreichs tatsächlich eher ungewöhnlich. Anders als bei eindeutig militaristischen Denkmälern kann bei dem gewählten sowohl eine zustimmende wie ablehnende Positionierung gut begründet und vertreten werden. Allerdings hat es, soweit ich das überblicke, in Koblenz weder zum Weinbrunnen noch zum Barbara-Denkmal eine kontroverse öffentliche Diskussion bezüglich ihrer Wiedererrichtung gegeben.

Ausgehend von den Leserbriefen der Schülerinnen und Schüler steht abschließend eine Diskussion zu der im Titel des Beitrags formulierten Frage. Der dritte Arbeitsauftrag lässt statt eines „Leserbriefs“ auch die Formulierung eines Online-Kommentars zu bzw. kann entsprechend umformuliert werden.

Im Kurs wurden Zustimmung und Ablehnung überaus kontrovers und engagiert diskutiert. Während die Zustimmung gegebenenfalls nur die Bejahung der in den Texten vorhandenen Begründungen verlangt, müssen für eine Ablehnung weitere Argumente gefunden, belegt und vertreten werden. Ein Schüler hat seine Sicht als Kommentar bei einem Artikel der Rhein-Zeitung zur Wiedererrichtung des Barbara-Denkmals veröffentlicht. Sein Kommentar kann als Orientierung für einen möglichen Erwartungshorizont einer ablehnenden Position dienen.

Weitere Diskussionspunkte waren übrigens, die Veränderungen von Städten und die Frage danach was erhaltens- oder sogar rekonstruktionswürdig ist sowie besonders der Punkt, dass das Barbara-Denkmal sich nicht unbedingt als Friedensdenkmal erschließt, sondern der Erklärung und Vermittlung bedarf. Wenn es um die Errichtung eines Friedensdenkmals geht, warum lässt man dann nicht ein neues bauen, dass sich heutiger Formensprache bedient und damit für die Vorbeigehenden einfacher verständlich ist?

Newsletter Geschichtsunterricht

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Seit September 2012 geben wir als Fachberater Geschichte in Rheinland-Pfalz einen monatlichen Newsletter zum Geschichtsunterricht heraus. Die bisherigen Ausgaben sind auf den Geschichtsseiten des rheinland-pfälzischen Bildungsservers abrufbar. Der Newsletter erscheint in der Regel in der zweiten Hälfte eines Monats, in Sommerferien erscheint keine Ausgabe. Wer den Newsletter auch gerne regelmäßig per Mail erhalten möchte, möge mir bitte kurz eine Mail mit entsprechendem Betreff von der Adresse schicken, an die auch der Newsletter gehen soll.

Essay­ Wettbewerb: 1914 Europa vor dem großen Krieg

Wordcloud classroom4eu 5Europa vor dem Ersten Weltkrieg war ein engmaschig vernetzter Kontinent. Es herrschte ein reger Austausch von Wissenschaftlern und Künstlern über die Grenzen der im 19. Jahrhundert etablierten Nationalstaaten hinweg. Der Kriegsausbruch zerriss diesen Kommunikationsraum und etablierte nicht nur auf den Schlachtfeldern tiefe Gräben.

2014 jährt sich der Ausbruch des “großen Krieges” zum 100sten Mal. Heute startet der von Classroom4.eu aus diesem Anlass organisierte Essay­-Wettbewerb für europäische Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren. Schülerinnen und Schüler begeben sich in ganz Europa auf Spurensuche nach einer anderen Geschichte des Jahres 1914. Europa steuerte nicht zwangsläufig auf einen Krieg zu und die Menschen haben das Jahr anders erlebt, als die Zusammenfassungen in den Schulgeschichtsbüchern suggerieren. In Kurzessays von maximal zwei Seiten zeigen Schülerinnen und Schüler an konkreten Geschichten, wie die Menschen in Europa vor dem Krieg über die Landesgrenzen hinweg miteinander verbunden waren, ihre Ideen geteilt und voneinander gelernt haben.

Die Schülerinnen und Schüler verfassen ihr selbst recherchiertes Essay zu einem der vorgegebenen Oberthemen von Keyboard, Fossilien, Linse, Post, Porträt oder Wahlrecht. Einsendeschluss des Wettbewerbs ist der 31. Juli 2014. Weitere Informationen finden sich unter: http://classroom4.eu/ [Seite existiert nicht mehr].

Kollaboratives Arbeiten an einem Geschichtslexikon von Schülern für Schüler

historische stichworteZur Ausgangsidee und der ersten Umsetzung steht das Wichtigste direkt auf der Seite des Schülerlexikons selbst, das braucht hier nicht wiederholt zu werden. Mittlerweile ist schon eine ganze Reihe von Begriffserklärungen zusammengekommen, die allerdings sowohl in der Quantität als auch in der Qualität noch ausbaufähig sind.

Gedacht ist das Schülerlexikon als Nachschlagewerk für jüngere Schüler. Wer damit im Unterricht arbeiten will, kann das idealerweise zur Wiederholung am Ende einer Unterrichtseinheit tun. Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst, welche Begriffe sie nach Abschluss des Themas für wichtig erhalten. Sie gleichen ihre Liste mit den vorhandenen Stichwörtern auf der Lexikonseite ab. Bestehende Begriffseinträgen können auf ihre Korrektheit, ihre sprachliche Einfachheit, die Vernetzung mit anderen Begriffen und auf Vollständigkeit der Erklärung geprüft und ggf. erweitert werden.

Für bislang nicht vorhandene Stichwörter werden von den Schülerinnen und Schüler neue Erklärungen verfasst. Das lässt sich über ein Etherpad auch kollaborativ erledigen. Die Lernenden übernehmen zunächst allein oder zu zweit ein Stichwort und schreiben eine ersten Entwurf. Dieser wird dann in einen zweiten und dritten Schritt von anderen Lernenden gegenlesen, korrigiert, ergänzt und mit anderen Beiträgen verlinkt. Am IWB oder an der Tafel wird in einer Tabelle mit einem Kreuz kenntlich gemacht, welche Bearbeitungsstufe für den einzelnen Begriffe abgeschlossen ist. Die Lernenden arbeiten selbstständig und wählen selbst aus, wo sie weiterarbeiten wollen. Da alle Begriffe im selben Etherpad bearbeitet werden, ist jeweils sichtbar, wo aktuell jemand eine Bearbeitung vornimmt.

Auf diese Weise wiederholen die Schülerinnen und Schüler die zentralen Inhalte der letzten Unterrichtsstunden und vernetzen diese noch einmal miteinander. Sie üben an vergleichsweise kurzen Texten kollaboratives Schreiben. Die Ergebnisse stehen so dauerhaft zur Verfügung, so dass auf sie im weiteren Unterrichtsverlauf immer wieder zurückgegriffen werden kann, was auch die Möglichkeit umfasst, zentrale Begriffe wie Monarchie oder Demokratie zu vertiefen und ihrem historischen Wandel auszudifferenzieren. Diese Form kompetenorientierten Begriffslernens dürften zu einem vertieften Verständnis der Phänomene und ihrer Verknüpfung wesentlich beitragen.

Twitter im Geschichtsuntericht: Virtuelles Reenactment oder kreatives Schreiben von Geschichte(n) im Netz

Ehrlich gesagt, verwundert mich das Interesse und die Debatte über die Nutzung von Twitter in der Schule.  Wenn man mal die Bedeutung digitaler Medien, besonders von Twitter, in verschiedenen Aufständen und Revolutionen im Iran und im arabischen Frühling beiseite lässt, so ist doch die Bedeutung als Nachrichtenkanal beim Durchzappen durch verschiedene Fernsehkanäle sofort evident. Tweets haben selbst mitlerweile Nachrichtenwert oder dienen als Bild-Belege in Nachrichtensendungen. So zuletzt gesehen in den Heute-Nachrichten auf dem ZDF, wo die Aussage, dass die internationalen Schauspielerkollegen um Philip Seymour Hoffman trauen, visuell mit Bildern von Tweets gestützt wurde. Allgegenwärtig und meines Erachtens reichlich nervig ist der Versuch „Stimmungen“ des Publikums über das Vorlesen von Tweets während Livesendungen einzufangen.

Auch im Wissenschaftsbereich findet sich zahlreiche Experimente bei Konferenzen und öffentlichen Debatten über digitale Medien Rückanäle für Fragen und eine Partizipation des Publikums besonders bei Livestreams von dem jeweiligen Empfangsgerät aus einzubinden. Auch hier spielt Twitter eine wesentliche Rolle (siehe z.B. History@Debate – Europa1914. Schlafwandler oder Brandstifter? vom 24.1.2014).

Man könnte also durchaus sagen, ob sie das nun selbst nutzen oder nicht, ist es für Jugendliche relevant für das Verständnis und Einordnen von Nachrichten sowie als eine Partizipationsmöglichkeit Twitter zu kennen, die Funktionsweise zu verstehen und ggf. selbst nutzen zu können. Twitter ist gegenwärtig ein wichtiger Teil unserer medialen Lebenswelt, und daher wichtig zu verstehen, was es ist und wie es funktioniert.

Nachdem verschiedene Geschichtsprojekte auf Twitter nicht nur viel Aufmerksamkeit erhalten haben (besonders @9Nov38), sondern zum Teil auch kontrovers diskutiert wurden (z.B. @1914 im Blog von Moritz Hoffmann), folgen hier noch einmal ein paar Gedanken zur Arbeit mit der Methode ¨virtuelles Reenactment¨ im schulischen Geschichtsunterricht.

Im Kern handelt es sich bei solchen Projekten im Geschichtsunterricht (siehe z.B. hier) um alternative Formen des kreativen Schreibens. Dazu gibt es für den Geschichtsunterricht eine Reihe von Veröffentlichungen und Unterrichtsvorschläge (u.a.Memminger 2007; Geschichte lernen 4/2009). Dabei geht es nicht um das für historisches Lernen in der Tat problematische Nachfühlen oder Nacherleben des realer Reenactment-Versuche, sondern um quellenbasierte Perspektivübernahmen.

Im Unterricht, besonders der jüngeren Klassen, sind diese Formen des kreativen Schreibens von Tagebucheinträgen, Briefen, Reden usw. schon länger angekommen und etabliert. Die Übernahme historischer Rollen, das Schreiben und Publizieren in sozialen Netzwerken oder in Blogs ist zunächst einmal nur eine andere Art kreativen Schreibens. Sie bietet allerdings durch z.B. das Hinzufügen von Fotos, Audio- oder Videodateien sowie die Möglichkeiten der Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren zugleich auch erweiterte Darstellungs- und Ausdrucksformen.

Die Spannbreite möglicher Ansätze reicht dabei von einem sehr quellennahen, nacherzählend-zusammenfassenden Schreiben und damit von einem vergleichsweise niedrigen Anforderungsniveau, das aber dennoch helfen kann das Verständnis von Quelleninhalten und Zusammenhängen zu verstehen, bis hin zu relativ freien Formen der Auseinandersetzung. Bei letzteren können sowohl Quellen wie Darstellungen Grundlage der Einarbeitung in die Rolle sein. Zentral ist die parallele oder anschließende Reflexion und Begründung, inwieweit die verfassten Erzählungen historisch triftig und plausibel ist.

Eine Gefahr besteht bei diesem Ansatz in der Fokussierung auf historische Personen, die Gefahr läuft einem personalisierten Geschichtsverständnis Vorschub zu leisten und historische Prozesse wieder auf die Geschichte ¨großer Männer¨ zu reduzieren. Dem ist jedoch mit einer entsprechenden Vorbereitung und Einbettung der Projekte im Unterricht leicht entgegenzuwirken.

Working with the Europeana 1914-18 collections in the history classroom – Part 3/3: Learning with „unlocked sources“

[Part 1/3]                             [Part 2/3]

Introducing WWI by working with photographs

Students never come to class as „blank sheets“. They always have heard or read something about the topics the curriculum is proposing. They have their own concepts to explain the world around them, including history. Working this way allows teachers to get to know these pre-concepts and to adjust contents, methods and materials to the needs of each learning group.

Before you start talking about World War One in your history lessons, you will give the students the links to the Europeana photo collection. Ask them to choose one photo representing World War One for them. After some minutes of research in the collections, the students present their findings and explain to the others why they have chosen the photo. By this, you will get to know their pre-concepts, ideas and beliefs about World War One. At the end of the teaching unit on the First World War, students look again at their photo from the beginning and they are asked if they chose now the same photo as representation of WWI. Thereby, you will see if there were conceptual changes after having discussed several aspects of WWI in the past lessons. The students’s explanations may serve you as indicator for the quality of the past lessons.

You can use the same idea in a bit more complexe way by letting the students work in small groups creating collages of several photos (fix the number, it should not be equal to the number of students in a group). The advantage is that there will be less presentations. The approach in itself is more dynamic because from the very beginning the students have to discuss about the choice of the pictures – so they already start comparing and adjusting their pre-concepts on the topic. In the end of the teaching unit you can use it in the same way asking if they kept the same pictures or not after what they have learned about World War One in school.

Curate a virtual exhibition

Usually, the history curriculum prescribes to treat different aspects of World War One in the classroom. Obviously, there are differences from country to country. However in general, these are aspects like the war in the trenches, woman in World War One, Propaganda or the Home Front. If you take a look at the Europeana collections you see quickly that the sources are already structured around such topics, called “subjects” in the Europeana. With additional materials like the corresponding chapters in the textbook, students can be asked to choose between one of the topics demanded by the curriculum, eventually they can also propose additional ones as long as the obligatory topics are covered.

Students work in small groups, gathering and exploiting information with the final task to curate a virtual exhibition on their topic using pieces from the Europeana collections. It can be helpful to restrict the number of objects to 5 or 10 (of course, limited space as a reason seems less relevant online than in a museum – nevertheless this is real life task). That way students have to discuss the choice of objects and develop criteria for their presentation. In addition, like in a museum, they have to write short texts to explain the objects in exhibition, in order that their classmates are able to use their exhibition to learn about this aspect of the war without further information. It is important that all students have the time to see the results of the other groups, to discuss and evaluate the different exhibitions with regard to previously defined criteria on their quality.

Working with film sources

The Europeana collections 1914-1918 contain also digitised film sources from several European archives and institutions. Students love films. Not only watching them but also making videos. This is the generation of youtube we are working with in schools.

And in fact, in every class you will find some pupils who are quite handy and experienced in making videos. Some even have their own youtube channel. As a teacher, it is absolutely not necessary to be a perfect filmmaker. You only has to check if the students are interested in making their own videos and if there are enough of them to help and support their fellow students in group work.

If so, what can you do with the moving images from 1914 or 1918? Well, first you can watch and analyse them. That is not too exciting, though some general ideas of film analysis, camera positions etc. are absolutely essential for any work in which students start creating their own videos.

A technically very easy idea to work with these videos in the classroom is to let students do some research and on this base, let them write and record an audio commentary to one of the films. If this seems to easy for you, students can write their commentary from a defined (historical or current) perspective.

In a more sophisticated approach, students use these films, cut off scenes and remix them to create their own documentary on World War One. Of course, this needs already a lot of practice and quite a good knowledge about propaganda, perspectives and different use of images. It is certainly rather a kind of project for upper grade students. The results do not have to be as perfect as what students can see everyday on television or youtube. However, I have made the experience that some pupils get quite ambitious to create an excellent product. In any case, this activity promotes a deeper understanding of how TV documentaries are made, how they work and how manipulation is possible. After this teaching unit, students will look differently, certainly much more critical, at the products of visual history we are all surrounded by.