Implementierung des neuen Teillehrplans Geschichte in RLP

Download der Präsentation zur Bearbeitung und weiteren Nutzung

Update: Seit dem 17.7.2015 liegt der Lehrplan in einer genehmigten Endversion vor. Sie kann hier als PDF heruntergeladen werden. Das allgemeine Vorwort umfasst auch das fächerübergreifende Kompetenzmodell sowie ergänzende verpflichtende Vorgabe, die alle drei Fächer betreffen.

Gesamtvorwort

Teillehrplan Geschichte

Ergänzungen:

  • Auf Anfrage wurde mitgeteilt, dass die Vorgaben für die Mindestverpflichtungen bei den Inhalten geändert wurde. Bezüglich Erweiterungs- und Vertiefungsthemen bezieht sie sich jeweils auf die komplette Doppeljahrgangsstufe 7/8 und 9/10.
  • Die Gymnasien G9 müssen in der Doppeljahrgangsstufe 7/8 zwei Erweiterungsthemen und zwei Vertiefungsthemen behandeln, in der Doppeljahrgangstufe 9/10 müssen sie drei Erweiterungsthemen und drei Vertiefungsthemen behandeln.
  • Die Gymnasien G8GTS müssen in der Doppeljahrgangsstufe 7/8 zwei Erweiterungsthemen und zwei Vertiefungsthemen behandeln, im Schuljahr 9 müssen sie ein Erweiterungsthema und ein Vertiefungsthema behandeln.
  • Hinweis für die G8GTS: Die Option, den Lehrplan wie in G9 in vier Jahren zu absolvieren, entfällt entgegen bisherigen Informationen. Der Lehrplan muss mit der Jahrgangsstufe 9 abgeschlossen werden, anschließend beginnt in Klasse 10 der MSS-Lehrplan Geschichte.
  • Für die Jahresplanung und die Gestaltung der Arbeitspläne gilt, dass beim Auslassen einer Kategorie auch der im Lernfeld dafür vermerkte Stundenansatz rausgerechnet werden muss.
  • Die Anregung von Fortbildungen zur Umsetzung des Lehrplans in Arbeitspläne, zur Materialerstellung sowie zu den neuen Themen habe ich aufgenommen und beim PL nachgefragt. Für das Jahr 2015 ist die Planung weiterer Fortbildungen nicht mehr möglich.
  • Die Erarbeitung eines neuen Lehrplans für die MSS ist – entgegen bisherigen Informationen – nicht geplant.
  • Verpflichtende fächerübergreifende Projekte der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer ab Klasse 7. Dazu heißt es im Entwurf zum Vorwort des gemeinsamen Lehrplans:
    „Die  Fachlehrerinnen  und  Fachlehrer  der  gesellschaftswissenschaftlichen  Fächer
    sind  deshalb  ab  der  Klassenstufe  7  in  jedem  Schuljahr  gehalten,  konkrete
    Vereinbarungen  für  die  Realisierung fachübergreifender  Projekte in  den
    verschiedenen  Klassenstufen  der  Sekundarstufe  I  zu  treffen. […] In  den  Klassenstufen  9  und  10  werden  darüber  hinaus  die  folgenden  drei
    Lernfelder ‚Rheinland-Pfalz‘, ‚Europa‘  und ‚Eine Welt‘ als fächerübergreifende
    Lernfelder  ausgewiesen.  Mindestens  eines  dieser  Lernfelder  muss  als
    gemeinschaftskundliches  Projekt in  Kooperation der drei Fächer
    durchgeführt werden.“
  • Lösungsmöglichkeiten für Lehrplanübergang sind z.B.:
    • Vorziehen von Inhalten in das Übergangsjahr (mit Kopien, Film, Schüler-/Lehrervorträgen)
    • Schieben der fehlenden chronologischen Bindeglieder zwischen altem und neuem Lehrplan in das Schuljahr 2016/17
    • Teillösung aus 1 und 2 (z.B. Vorziehen von der 8 in Klasse 7 und Schieben von Inhalten von Klasse 9 in 10)
    • Wegfall / Springen im chronlogischen Durchgang (kurze historische Einordnunge, wo nötig, bei neuen Themen)

Wikipedia? Fürs Lernen nicht so wichtig…

In Vorbereitung auf die 3. Tagung des KGD-Arbeitskreises „Digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik“ habe ich in einer Klasse der Sekundarstufe I eine anonyme Umfrage zur Wikipedia-Nutzung für Schule und Geschichtsunterricht durchgeführt. Die Ergebnisse haben mich überrascht. Die Wikipedia besitzt für die Schülerinnen und Schüler laut eigenen Aussagen eine wesentliche geringere Relevanz, als ich angenommen hätte. Die mehrheitlich genannten Probleme waren erwartbar, vielleicht sogar in stärkerer Ausprägung. Überraschend hingegen fand ich wiederum, dass niemand die Wikipedia „sehr hilfreich“ hält. Insgesamt haben 27 Schülerinnen und Schüler einer Klasse an der Umfrage teilgenommen. Dadurch ist der Aussagewert natürlich sehr begrenzt, trotzdem denke ich, bieten die Antworten einen interessanten Blick auf das Bild von jüngeren Schülerinnen und Schüler auf die Wikipedia. Anbei zur Diskussion ein paar Ergebnisse als Grafiken aufbereitet:

Nutzung WikipediaWikipedia Nutzung wieWikipedia wozu nutzenWikipedia Nutzung ProblemeWikipedia wie hilfreich

 

 

Welterbe im Unterricht? Aufruf zur Blogparade

Bei der Arbeit an der Handreichung zur Welterbebildung am Beispiel Oberes Mittelrheintal ist mir aufgefallen, dass es keine deutschsprachige Literatur zum Thema Welterbebildung im Geschichtsunterricht bzw. zum gegenseitigen Verhältnis von Welterbebildung und historischem Lernen, auch außerhalb von Schule gibt. Zumindest habe ich nichts gefunden, für Hinweise auf existierende Veröffentlichungen, die ich übersehen habe, bin ich dankbar.

In der aktuellen Diskussion (Burgenbloggerin, FAZ) über das Welterbe Oberes Mittelrheintal taucht immer wieder die Frage der Jugend auf, von Vergreisung ist die Rede. Ein Baustein für die Zukunft lautet mehr Welterbe in die Schule! Die Ziele der Welterbeerziehung der UNESCO sind:

  • Welterbestätten kennen und achten und als gemeinsames Erbe der Menschheit verstehen.
  • Das  Welterbe  in  seiner  Vielfalt  schätzen:  Naturerbe,  Kulturerbe, Erinnerungsstätten,  Immaterielles Erbe.
  • Aktiv am Erhalt und der Pflege bestehender Natur- und Kulturerbestätten mitarbeiten.
  • Das UNESCO-Welterbe in Unterricht und Schulleben verankern und nutzen.
  • Die Welterbestätten als außerschulische Lernorte erleben.

Inwieweit findet das in den Schulen statt? In den UNESCO-Projektschulen, aber auch darüber hinaus. Für viele Fächer, besonders Kunst und Erdkunde, findet einiges, was vermutlich mit der Zusammensetzung des Arbeitskreises „World Heritage Education“ und den entsprechenden Lehrstühlen in Deutschland zusammenhängt. Für das kommende Jahr bereite ich deshalb gerade eine Tagung/Fortbildung zum Thema „Welterbebildung im Geschichtsunterricht“ vor gemeinsam mit dem Pädagogischen Landesinstitut RLP und unterstützt durch den Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal. Geplant ist die Fortbildungstagung für den 4. Mai 2016, muss aber noch durch die entsprechenden Gremien im Land genehmigt werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen interessanten Twitterchat hinweisen, der unter #OurUNESCO an jedem dritten Montag im Monat um 17 Uhr läuft und von Studenten des Ironbridge International Institute for Cultural Heritage der Universität Birmingham organisiert wird. Für die dazugehörige Zeitschrift gibt es auch aktuell einen interessanten Call for Papers zum Thema „Cultural Heritage in a Digital Age“ mit Deadline zum 14. August.OpenBook

Die bisherigen Diskussionen auf Twitter sind unter dem Hashtag auch nachzulesen und gleichfalls auch in Form von Storify zusammengefasst. Dies sind die kommenden Termine und Themen:

15. Juni:- World Heritage and Industrial Heritage
20. Juli: 39th Session of the World Heritage Committee
17. August: World Heritage and Communities
21. September: Open Discussion

Bei der letzten Mal ging es um das Thema der Welterbebildung. Leider konnte ich daran nicht teilnehmen, die Tweets sind hier zusammengestellt. Einige der Fragen aus dem Twitterchat zur Welterbebildung möchte ich an dieser Stelle auf Deutsch noch einmal aufnehmen und zur Blogparade aufrufen. Die Fragen geben mehr her als man in 140 Zeichen sagen kann. Eine Blogparade zu Welterbe und Welterbebildung im Unterricht, nicht nur im Fach Geschichte, könnte einen interessanten Einblick über deren Stand in Deutschland aus unterschiedlichen Perspektiven bieten.

Hier als Auftakt also meine Antworten auf die Fragen:

1) Who was taken to a World Heritage Site (WHS) as a school pupil?

Ja. Wir waren sowohl im Kölner Dom wie auch einmal auf einem Zugausflug mit der ganzen Schule in Trier. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass uns Schülern damals jemand erklärt hätte, dass es sich um Welterbestätten handelt. Die römischen Überreste in Trier waren schon irgendwie beeindruckend, vor allem die Porta Nigra und die Kaiserthermen sind haften geblieben. Das Beste am Ausflugstag waren jedoch die zwei Stunden Freizeit, in denen ich auf einem Grabbeltisch beim Kaufhof meine erste Cure-Platte gekauft habe.

2) Who was taught about World Heritage in school?

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das irgendwann einmal in der Schule thematisiert worden wäre. Gibt es heute Lehr- und Rahmenpläne, in denen es verbindlich vorgeschrieben ist und nicht nur als Anregung drinsteht?

3) How important is teaching children about World Heritage in comparison with other narratives?

Das ist eine schwierige Frage. Durch den globalen Bezugsrahmen und die Einzigartigkeit der jeweiligen Welterbestätte haben diese natürlich einen herausgehobenen Platz. Da der Zeitrahmen des schulischen Geschichtsunterrichts jedoch begrenzt ist, steht die Welterbe-Bildung in Konkurrenz zu vorhanden Schwerpunktsetzungen und Erzählsträngen. Angesichts der Tatsache, dass eine globalgeschichtlicher Zugang kaum eine Rolle, wäre es eine Möglichkeit diesen über die Integration von Welterbebildung in den Geschichtsunterricht aufzubauen bzw. zu stärken. Dies kann besonders dann gelingen, wenn in vergleichender Weise über regionale vorhandene Welterbestätten hinaus weitere Beispiele herangezogen werden, um an diesen gegenseitige Abhängigkeit und Verflechtung von Kulturen zu erarbeiten. Die Integration von Welterbebildung in den Geschichtsunterricht könnte also einen wichtigen Beitrag leisten zum Aufbrechen nationaler und eurozentristischer Fokussierungen in den curricularen Vorgaben.

4) How does World Heritage fit into your curriculum?

Es passt (eigentlich) hervorragend in den Geschichtsunterricht. Wenn ich mal von meinem Arbeitsalltag ausgehe, dann haben wir gerade die regionalen Welterbestätten nicht nur vergleichsweise nah vor der Tür für Exkursionen, sondern an ihnen werden oft auch exemplarisch in den Schulbüchern einige Lehrplanthemen abgehandelt, z.B.:

  • Römische Geschichte: Trier und der Limes
  • Burgen im Mittelalter am Beispiel der Marksburg im Oberen Mittelrheintal
  • Kirchen(bau) im Mittelalter am Beispiel des Doms in Köln und/oder Speyer

Was fehlt? Eine Thematisierung des Welterbestatus und der damit verbundenen Ideen. Ich kann mich nicht erinnern, dass in Lehrplänen gefordert oder Schulbüchern angbeoten wird, zu thematisieren, warum es sich um Welterbestätten handelt, was sie so einzigartig macht und warum sie besonders erhaltenswürdig sind. Im Sinne der UNESCO auch die Ermutigung sich für den Erhalt dieser Stätten als Menschheitserbe einzusetzen. Angesprochen sind auf individueller Ebene Geschichtsbewusstsein ebenso wie auf gesellschaftlicher Geschichtskultur. Welterbebildung passt also bestens in den Geschichtsunterricht. Warum hat sie dort bislang keinen festen Platz gefunden?

5) What are the issues surrounding inclusion of world heritage into current lessons? How can Heritage help?

Einige Probleme habe ich oben bereits genannt: Es fehlt die Verbindlichkeit in den Vorgaben für den Unterricht sowie das Angebot in den Leitmedien des Unterrichts. Die Thematisierung ist zusätzlich und freiwillig und liegt damit im Ermessen der Lehrkraft, ist also abhängig von deren Interesse. Es gibt reichlich Anknüpfungsmöglichkeiten, aber keine explizite Festschreibung. Diese forderten die deutschen Welterbestätten auf ihrer Jahrestagung: Welterbe in die Lehrpläne (siehe hier). Ich sehe bei den mir bekannten neuen Lehrplänen in Geschichte nicht, dass dieser Appel eine Berücksichtigung gefunden hätte.

Die Implementierung von freiwilligen, zusätzlichen Themen ist immer schwierig. Helfen kann eine Zusammenarbeit der Welterbestätten mit den entsprechenden Instituten der Bundesländer im Schulbereich. Wichtig ist es aufzuzeigen, wie an regulären, verpflichtenden Lehrplan- und Prüfungsthemen exemplarisch mit Beispielen aus dem Welterbe gearbeitet werden kann und wie hierbei Aspekte der Welterbebildung einfließen können. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Schulinstituten deshalb, weil so die Chance steigt, dass die Ideen auch in den Schulen ankommen. Bei Vorschlägen und Materialien, die von einer Welterbestätte produziert werden, stellt sich immer die Frage, wie diese an die Lehrenden und Lernenden gelangt. Nur weil man etwas veröffentlicht, egal wie gut es ist, ob nun im Print oder digital, gelangt es noch nicht zu der gewünschten Zielgruppe.

Daher ist die (besonders regionale) Vernetzung und Zusammenarbeit ein zentraler Punkt. Diese sollte die UNESCO-Projektschulen einbinden, vielleicht sogar im besonderen Maße als Innovatoren und Multiplikatoren nutzen, aber zugleich über diese hinausgehen, da die Beschäftigung mit dem Welterbe nicht auf einige Projektschulen bleiben darf. Ist eine regionale Vernetzung mehrere Akteure gelungen, können gemeinsam Materialien erstellt und verbreitet und Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten werden. Idealerweise werden die Materialien im Sinne der UNESCO als OER angeboten. Dies erhöht ihre Zugänglich- und Nutzbarkeit unabhängig vom Verfügen über ein gedrucktes Exemplar einer Handreichung, das vielleicht in der Schulbibliothek vorhanden ist, und frei anpassbar an die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der jeweiligen Lerngruppe bzw. der einzelnen Lernenden.

Ein erfolgreiches Beispiel für so eine Kooperation ist die oben bereits erwähnte, im April diesen Jahres veröffentlichte Handreichung zur Welterbe-Bildung im Oberen Mittelrheintal, deren Beiträge und Unterrichtsmaterialien auch online als OER verfügbar sind und die die Möglichkeit der Veröffentlichung weiterer Beiträge bietet.

Um beispielhaft verschiedene methodische Zugänge zum Welterbe im Geschichtsunterricht aufzuzeigen, wäre auch ein Themenheft bei „Geschichte lernen“ oder „Praxis Geschichte“ eine gute Sache, um viele Lehrkräfte zu erreichen, die auf der Suche nach gelungenen Unterrichtsanregungen sind.

6) World Heritage Sites are multidisciplinary learning resources- any examples?

Welterbestätten bieten fantastische Möglichkeiten für fächerübergreifenden Unterricht. So kann man am Beispiel der Welterbestätte Oberes Mittelrheintal in herausragender Weise Mittelalter und/oder Romantik zugleich z.B. in Geschichte, Deutsch und Kunst thematisieren. Diese Herangehensweise eignet sich dann auch in besonderem Maße für individuelle Zugänge der einzelnen Lernenden in Form von Projektarbeit. In der Handreichung haben wir für das Obere Mittelrheintal weitere Ideen zusammengetragen:

Konferenz Wikipedia in der Praxis – Geschichtsdidaktische Perspektiven

Nach #gld13 in München und #gld14 in Köln veranstaltet der Arbeitskreis „digitaler Wandel und Geschichtsdidaktik“ der KGd eine weitere Tagung. Diese findet am 27. und 28. November 2015 in Fourth477-488Basel statt. Im Mittelpunkt steht diesmal die „Wikipedia“, die aus verschiedenen Winkeln geschichtsdidaktisch in den Blick genommen wird. Wie bereits bei der ersten Veranstaltung in München soll die Tagung als interaktive Netzkonferenz durchgeführt werden Das Programm sowie weitere Informationen finden sich bereits bei H-Soz-Kult online.

Aus Anlass der Tagung habe ich mal nachgeschaut: Hier im Blog sind seit 2009 ingesamt 22 Beiträge erschienen, die mit „Wikipedia“ verschlagwortet sind. Die einzelnen Beiträge sind in Umfang und Gehalt sehr heterogen. Die Wikipedia war 2009 tatsächlich eines der ersten Themen, das ich im Blog aufgegriffen habe. Alle bisherigen Beiträge zur Wikipedia finden sich hier in umgedrehter chronologischer Reihenfolge.

Für mich wird es eine spannende Zeitreise zur Vorbereitung auf die Tagung die alten Blogartikel noch einmal durchzulesen – und dabei vermutlich mehr als einmal aus heutiger Sicht mit Verwunderung auf frühere Überlegungen zu schauen… 😉

Erstellen, teilen, verändern und weiter nutzen – Freies Bildungsmaterial (OER) im Geschichtsunterricht

Bild Prezi OERAm Montag findet in Leipzig das Symposium „HISTOdigitaLE#1“ statt. Die Geschichtsdidaktik an der Universität Leipzig hat sich auf den Weg gemacht und unter dem Label „HISTOdigitaLE – Geschichtslernen anders denken“ verschiedene spannende Teilprojekte zum historischen Lernen mit digitalen Medien gestartet, darunter u.a. die Erstellung eines OER-Portals für Geschichte.

Für meinen Beitrag beim Symposium habe ich eine Prezi erstellt, die ich hier bereits vorab eingesehen und diskutiert werden kann. Begleitend dazu habe ich auch ein Etherpad eingerichtet mit Hinweisen zu Texten, Informationen, Projektbeispielen & fachspezifischen Materialsammlungen.

Weitere Anregungen sind sehr willkommen und können direkt ins Etherpad eingetragen werden.

 

Welterbe-Bildung: Oberes Mittelrheintal – Unterrichtsmaterialien als OER

Welterbe Bildung HEader„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ Zum Welterbe Oberes Mittelrheintal liegt nun eine Handreichung mit Unterrichtsentwürfen und -materialien vor, die in Zusammenarbeit von Pädagogischem Landesinstitut Rheinland-Pfalz und Zweckverband erarbeitet wurde. Die Handreichung gibt es als Printversion (bestellbar hier) sowie als Open Educational Resources auf einer eigenen Website.

Dort finden sich alle Texte und Materialien der Handreichung zum Download in mehreren Formaten (pdf, doc, odt), so dass sie an die jeweilige Lerngruppe und Lernsituation angepasst werden können. Es sind (fast) alle Fächer vertreten, wobei besonders viele Unterrichtsvorschläge für Geschichte vorhanden sind.

Die Handreichung ist nicht nur für Schulen am Oberen Mittelrhein interessant, sondern darüber hinaus für alle, die das UNESCO-Welterbe exemplarisch im Unterricht aufgreifen wollen oder das Mittelrheintal für Exkursionen oder Klassenfahrten als Ziel wählen. Die Einheiten können differenziert aufgerufen werden, ob sie sich für den Unterricht im Klassenzimmer oder im Welterbe vor Ort eignen (siehe Wahlmöglichkeit „Lernort“).

Für mich ist das Projekt wegweisend für die Entwicklung von OER in Deutschland. Wenn sich die Aus- und Fortbildungsinstitute der Länder auf den Weg machen und ihre (ohne kommerziellen Interessen) erstellten Materialien als OER zur Verfügung stellen (siehe dazu auch hier), wird bereits vorhandenes Potential sinnvoll genutzt.

Allerdings ergibt sich daraus zugleich die weiterführende Frage nach der Auffindbarkeit der entsprechenden Online-Angebote. Auch über die Lizenzfrage, hier von den Herausgebern mit der Einschränkung NC gewählt, ließe sich noch einmal diskutieren. Aber angesichts der vorrangigen Erstellung, Veröffentlichung und Nutzung von OER in der Praxis sind das nachgeordnete Fragen und Probleme.

Erkundung von UNESCO Welterbestätten mit digitalen Medien

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OER Global Logo by Jonathas Mell

Herausgegeben vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz und dem Zweckverband zum „Welterbe Oberes Mittelrheintal“ erscheint dieses Jahr – meines Wissens – zum ersten Mal in RLP eine komplette Handreichung unter Creative Commons-Lizenz und den Unterrichtsmaterialien als Open Educational Resources.

Der Band wird im Print und online erscheinen. Er enthält neben einem Überblick über das UNESCO Welterbe und die World Heritage Education zahlreiche Unterrichtseinheiten speziell zur Arbeit über oder im Welterbe Oberes Mittelrheintal. Sobald die Veröffentlichung verfügbar ist, werde ich hier im Blog darauf hinweisen.

Einen meiner Beiträge stelle ich hier vorab als Preprint zur Verfügung. Der kurze Artikel zum Erkunden von UNESCO Welterbestätten mit digitalen Medien bezieht sich nicht nur auf das Mittelrheintal, sondern enthält allgemeine, programmatische Überlegungen: Erkundung von UNESCO Welterbestätten mit digitalen Medien. Ergänzt wird der Beitrag durch eine Liste mit beispielhaften Operatoren für mobiles Lernen nicht nur an Welterbestätten: Operatorenliste.

Lehrplanentwicklung: Dialog zwischen Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik, Schule und Bildungspolitik

In einem Beitrag für Public History Weekly forderte Holger Thünemann vor einigen Wochen „einen intensiven Dialog zwischen Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik, Schule und Bildungspolitik über Inhalts- und Relevanzfragen und nicht zuletzt darüber, was es eigentlich heißt, historisch zu denken“ im Hinblick auf die Gestaltung von schulischen Lehrplänen. Das wäre in der Tat überaus wünschenswert und eigentlich darüber hinaus auch notwendig. Thünemann diskutiert den neuen, bereits in Kraft getretenen Kernlehrplan Geschichte in NRW. So begrüßenswert die Initiative ist, sie kommt zu spät. Naheliegenderweise lassen sich im Vorfeld viel eher noch Einfluss nehmen und ggf. Änderungen bewirken als nach Inkrafttreten. Nachbesserung sind natürlich möglich, aber schwieriger umzusetzen.

Ebenso lesenswert wie der Beitrag sind die drei Kommentare, wobei ich besonders Christian Schmidtmann zustimme, dass die Vorgaben für Prüfungen die Unterrichtsgestaltung in bezug auf Inhalte und Methoden mindestens ebenso stark, wenn nicht sogar noch stärker bestimmen als die Lehrpläne. Wenn am Ende eine Klausur steht, dann ist offene Projektarbeit weniger zielführend als gezielte Klausurenvorbereitung durch die Bearbeitung schriftlicher Aufgaben. Anders sieht es aus, wenn eine Klausur z.B. durch einen Vortrag oder eine Ausarbeitung als Ergebnis einer längeren Projektarbeit ersetzt werden kann.

Wenn bei der Erarbeitung von Lehrplänen in einigen Bundesländern offenkundig aus den Universitäten weder Fachwissenschaftler noch Fachdidaktiker zu Rate gezogen werden, es gleichzeitig aber Kritik an diesen Lehrplanentwürfen gibt, frage ich mich, wo sind die Verbände der Historiker wie auch der Geschichtsdidaktiker, die sich mit öffentlichen Stellungnahmen in die Debatte einmischen könnten?

Es droht sonst neben den in Beitrag und Kommentaren genannten Fragen und Problemen übrigens auch eine Perpetuierung schulischer „Selbstläufer“, bei denen u.a. der „Absolutismus“, „Germanen“ sowie neuerdings auch „das Lehnswesen“ zu nennen sind.

Angesichts der Klage über die Gestaltung der Lehrpläne und mangelnde Einbeziehung von Fachdidaktik und -wissenschaft ist es bedauerlich, dass Angebote zur öffentlichen Diskussion, wie sie beim neuen Lehrplanentwurf Geschichte für die Sekundarstufe I in Rheinland-Pfalz gemacht wurden, nicht angenommen werden. Der Entwurf steht seit Oktober 2013 online auf den Seiten des rheinland-pfälzischen Geschichtslehrerverbands verbunden mit der ausdrücklichen Aufforderung zu Kommentaren und Kritik. Seit letztem Jahr hat Kommissionsmitglied Christian Sieber ein Blog eingerichtet, wo er die überarbeitete, aktuelle Version des Lehrplanentwurfs zum Download anbietet und einzelne Elemente des Entwurfs zur Diskussion stellt.

Die Einführung des Lehrplans ist für das Schuljahr 2016/17 geplant. Noch befindet sich der Entwurf im Anhörungsverfahren, die Einspruchsfrist und damit die Möglichkeit für Änderungen endet in Kürze.

mBook – Infos zum multimedialen Geschichtsbuch aus Eichstätt

Während es lange Zeit nur wenig bis keine Informationen zum mBook-Projekt gab (siehe auch 2 Jahre später hier), kann man mittlerweile einen Einblick in das digitale Geschichtsbuch erhalten.

Im Zug des Modellversuchs an 41 Schulen in NRW hat das „Institut für digitales Lernen“, das als „akademisches Spin-off“, also als ein aus der Universität ausgelagertes Unternehmen (genauer: einer GbR), funktioniert, grundlegende Informationen zum Konzept online gestellt.

[Korrektur: Auf Hinweis von Florian Sochatzy möchte ich hier klarstellen, dass die Evaluation des Unterrichtseinsatzes nicht durch das Institut selbst durchgeführt wird, sondern unabhängig durch andere Institutionen. Ich hatte die Formulierung  „Zugehörige Projekte sind […] in Zusammenarbeit mit dem Institut für digitales Lernen, einem wissenschaftlichen spin-off der Professur, die wissenschaftliche Begleitung der Einführung dieses digitalen Lernmittels in Realsituationen“ falsch interpretiert und bitte den Fehler zu entschuldigen.]

Seit Ende September steht ein eigener Image-Film des Instituts auf Youtube zur Verfügung:

Außerdem hat es das mBook in die Wikipedia geschafft und dort einen eigenen Eintrag (mBook-Projekt), der aber sprachlich vor allem durch die unkritische Übernahme der Begriffe der mBook-Macher auffällt. Kritische Anmerkungen z.B. über Verlinkung zu einem Beitrag hier im Blog wurden mittlerweile dort entfernt (siehe auch die Diskussionsseite zum Beitrag). Hauptautor des Wikipedia-Artikels ist unter dem Benutzernamen „Wikiautor1410“ übrigens Florian Sochatzy, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Für den Modellversuch in NRW wurde (endlich!) ein Teilkapitel zur öffentlichen Ansicht freigegeben. Wer sich also selbst ein Bild von mBook machen möchte, findet Zugangsdaten zu einer im Funktionsumfang reduzierten Testversion zum Thema „Erster Weltkrieg“ auf den Seiten der Medienberatung NRW.

Spontan ins Auge gesprungen sind mir u.a. die nicht an einen Bildschirm angepassten Textseiten, die langes Scrollen notwendig machen, die vielfach mangelnde historische Einordnung von Bildquellen (Autor, Jahr etc.), fehlende kollaborative Elemente sowie die offensichtlich weiterhin unvermeidliche (?) Verwendung von W-Fragen.

Sowohl aus einer Schule in NRW wie auch aus Ostbelgien finden sich auf Youtube zwei kurze Filme aus Schulsicht zum mBook. Spannend ist die unterschiedliche Bewertung des Buchs. Zudem fallen in dem Video des Rivius-Gymnasiums die zum Teil suggestiven Fragen sowie das vom Bildschirm Ablesen der vorbereiteten Antworten durch die Schülerinnen und Schüler auf.

Das Deutsche Eck in Koblenz als Erinnerungsensemble zu Vereinigung und Teilung Deutschlands

Deutsches Eck ErinnerungsensembleDie digitale Karte ist das Ergebnis eines Unterrichtsprojekts in einem Grundkurs Geschichte der Jahrgangsstufe 11 am Eichendorff-Gymnasium Koblenz anlässlich des 25. Jahrestags des „Mauerfalls“.