#historychat

Gleich (20h deutscher Zeit) startet der zweite #historychat auf Twitter statt. Weitere Infos finden sich in einem Google Doc zusammengefasst. Dort ist auch erklärt, wie der Twitterchat funktioniert. Thema des zweiten Historychats lautet: „Making Cross-Curricular Links in History“. Alle Tweets werden anschließend zusammengefasst und dauerhaft zum Nachlesen bereitgestellt. Vom Chat letzte Woche zum Thema „Technologie im Geschichtsunterricht“ finden sich die Nachrichten mit vielen interessanten (englischsprachigen) Links zu Tools für den Unterricht auf der Seite ActiveHistory.

Ich habe letzte Woche nur kurz reingeschaut, aber ich fand, der historychat ist ein beeindruckendes Beispiel wie Geschichtslehrkräfte Twitter gezielt und sinnvoll zum Austausch und der eigenen didaktisch und methodischen Weiterbildung im Sinne lebenslangens Lernens nutzen.

Einstieg zur Lektüre einer Ganzschrift

Nach der Klausur steigen wir nun im LK ein mit der (hier schon angekündigten) Ganzschrift. Für mich als Lehrer, aber auch für die Schüler im Geschichtsunterrichts eine Premiere. Ausgewählt hatte ich das Buch von Johannes Arndt über den Dreißigjährigen Krieg im Reclam-Verlag.

Ausschlaggebend war neben den niedrigen Kosten die Tatsache, dass das komplexe Thema hier neu und zusammenhängend dargestellt wird und in den Schulbüchern oft unterrepräsentiert ist. Zudem schien mir das Buch gut lesbar.

Die Schülerinnen und Schüler konnten das Buch über die Sommerferien bereits lesen. Wer das nicht getan hatte, sollte dies vom Schuljahrsanfang bis zu letzter Woche nachholen. Meine Idee ist, nachdem die Schülerinnen und Schüler das Buch nun einmal ganz gelesen haben, gezielt einzelne Punkte herauszugreifen und im Unterricht zu besprechen.

Die ersten Rückmeldungen haben mich durchaus erstaunt, da doch einige Schülerinnen und Schüler massive Verständnisprobleme hatten. Wie groß diese sind und wo sie genau liegen, wird sicher die Bearbeitung im Unterricht in den nächsten Wochen zeigen.

Nachdem Reformation und Religionsfrieden in den letzten Wochen intensiv bearbeitet wurden, haben die Schülerinnen und Schüler jetzt natürlich auch erst wichtige Voraussetzungen für das Verständnis des 30jährigen Krieges kennengelernt, die ihnen bei einer Vorab-Lektüre in den Ferien gefehlt haben könnten. Bei nochmaligen Überfliegen des Buches sehe ich nun auch, dass Arndt doch einiges an Vorwissen voraussetzt. Sonst ließe sich ein Buch über diese Zeit in dieser Kürze wohl auch gar nicht schreiben. Das wäre für die Auswahl einer weiteren Ganzschrift durchaus ein Kriterium für ein dickeres Buch, auch wenn das viele Lerner auch in der Oberstufe zunächst abschrecken mag… das Lesen und Arbeiten in der Folge kann dann aber gegebenenfalls einfacher werden.

Zum Einstieg habe ich einen etwas kreativeren Zugang gewählt. Just vor einigen Wochen ist eine Ausgabe von Spiegel Geschichte zum Dreißigjährigen Krieg erschienen. Weil für einige das Lesen des Buchs nun schon ein wenig zurückliegt und das Reclam-Buch keinerlei Bilder enthält, bot sich der Einstieg über das etwas reißerische Cover der Zeitschrift geradezu an.

Nach Aktivierung des Vorwissens und Analyse des Covers überfliegen die Schülerinnern und Schüler ihre mit Anmerkungen versehenen Reclam-Lektüren sowie das Inhaltverzeichnis des Buch, um anschließend selbst ein Cover für dieses Buch (andere Art der Publikation mit anderer Zielgruppe!) selbst zu entwerfen. Für den Entwurf können sie zeichnen, als Collage kleben oder mit der IWB-Software der Schule digital gestalten.

Der Arbeitsauftrag ist relativ offen, komplex und zugleich handlungsorientiert (Lektüre sichten, zentrale Inhalte herausarbeiten, Bilder suchen, auswählen, neu zusammenstellen sowie inhalts- und adressatenbezogen gestalten). Die Cover-Entwürfe werden in der nächsten Stunde vorgestellt, die Auswahl und Gestaltung kurz begründet. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen so noch einmal einen Überblick über Thema und Buch, setzen schon eigene Schwerpunkte, was ihnen durch die Lektüre als wichtig erscheint und erhalten durch die Bildersuche, -auswahl und -verarbeitung einen ergänzenden visuellen Eindruck zu ihrer (bilderlosen) Erstlektüre.

Plagiatefinder – nicht nur für den Geschichtsunterricht

Für die anstehenden Facharbeiten, aber auch für sonstige Ausarbeitungen und Referate findet sich seit kurzem im Internet eine kleine Hilfe zur Überprüfung auf Plagiate. Auf sucodo.de lassen sich der ganze Texte oder einzelne Passagen in ein Suchfeld eingeben. Entsprechend der Einstellungen werden dann Wortgruppen aus den Passagen mit Texten im Internet abgeglichen. In der Auswertung werden dann Übereinstimmungen und vermutliche Übernahmen farbig markiert angezeigt, inklusive der Fundstelle im Internet als Link. Außerdem gibt es eine prozentuale Angabe für die wahrscheinlichen Plagiatsanteil des Textes.

Sucodo ist ein hilfreiches Werkzeug für Schulen, vor allem aufgrund der sehr einfachen Bedienung und übersichtlichen Ausgabe der Ergebnisse. Das macht die Nutzung auch wesentliche komfortabler als die Suche nach Plagiatsstellen z.B. über Google.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es keine 100% Trefferquote bietet. Die Fundstellen sind stark abhängig von der ausgewählten Länge der Wortgruppen. Deshalb sollte man auf jeden Fall die gut verständlichen, kurzen Informationen unter Fragen & Antworten lesen.

Und natürlich ist auch klar: Der „Plagiatefinder“ findet nur, was auch als Text im Netz steht. Schreiben die Verfasser aus  noch real existierenden, nicht digitalisierten Büchern ab, wird auch kein Plagiat entdeckt. Das dürften auch die Schüler schnell rausfinden. Vielleicht führt das dazu, dass die Lerner wieder verstärkt Bibliotheken aufsuchen… den Korrektoren bleibt trotz aller technischen Hilfen nur das intensive  Betreuen, gelegentliche Nachfragen und genaue Lesen der eingereichten Texte, um Lernenden zu gelungenen, eigenständigen Arbeiten zu verhelfen.