Zeitleisten im Unterricht: Beispiel Genozid Ruanda

Als gelungenes Beispiel sei hier auf eine französischsprachige Zeitleiste zum Genozid in Ruanda verwiesen. Die Zeitleiste deckt den Zeitraum zwischen 1990 und 2005 ab und führt die wichtigsten Etappen und Gruppen des Konflikts inklusive der unmittelbaren Vorgeschichte und den bisher erfolgten Gerichtsprozessen auf. Die Zeitleiste ist übersichtlich gegliedert und lässt sich gut im Unterricht zur Orientierung einsetzen. Eine deutschsprachige Chronologie des Völkermords findet sich auf den auch ansonsten sehr informativen Seiten von Arte zum Thema, die im April zum 15. Jahrestag einen Themenschwerpunkt angeboten haben.

Mit der Anwendung ligne du temps lassen sich zur Zeit auf Französisch, demnächst auch in einer englischen Version eigene Zeitleisten erstellen. Auf Englisch bietet sich zur Zeit xtimeline als Alternative an. Die Arbeit mit dieser Anwendung hat Alexander König auf lehrer-online kurz dargestellt. Einige didaktische Überlegungen allgemein zum Einsatz von Zeitleisten im Unterricht bieten die auch ansonsten sehr lesenswerten Seiten der Arbeitsgruppe Geschichte des Luxemburgischen Unterrichtsministeriums (histoprim).

Eine deutschsprachige Anwendung zur Erstellung von Zeitleisten habe ich noch nicht entdeckt. Wäre aber für den Unterricht in den meisten Klassen hilfreich. Für entsprechende Hinweise wäre ich dankbar.

e-learning statt Schweinegrippe?

Als ich vor einiger Zeit den Blogeintrag von Beat zum Thema gelesen habe, musste ich noch etwas schmunzeln, dachte aber, da könnte was dran sein… Nachdem NRW beschlossen hat, Montag regulär den Schulunterricht wieder aufzunehmen, diskutiert nun Frankreich über eine Schließung der Schulen und alternative Unterrichtskonzepte.

Am Mittwoch hatte der zuständige Minister, Luc Chatel, in einem Interview mit dem Figaro seine Bereitschaft erklärt, gegebenenfalls alle Schulen in Frankreich zu schließen. Bei der Libération gehören die beiden Artikel zum Thema heute zu den meist gelesenen und kommentierten. Anstelle des Schulunterrichts soll über 12 Wochen vier Tage pro Woche „der wichtigste Stoff“ für allen Klassenstufen über Fernsehsendungen vermittelt werden. Einige Lehrer in den Schulen sollen für die Schüler telefonisch und per E-Mail für Nachfragen zur Verfügung stehen.

Am meisten überrascht mich der Kontrast von angekündigtem Aufwand und didaktischer Einfallslosigkeit. Instruktion durch „pädagogisches“ Fernsehen scheint angesichts der alternativen Möglichkeiten, die der ICT-Einsatz bietet, schlicht anachronistisch. Der Vorschlag entspricht aber vielleicht der  weiterhin lebendigen Tradition des französischen Zentralismus, der sich auch an einem Festhalten am Konzept zentraler Wissenvermittlung statt individueller Wissenkonstruktion widerzuspiegeln scheint. Das aber auch die Forderung nach e-learning auf die Schnelle keine Lösung ist und „mal so eben“ einfach nicht funktionieren kann, darauf macht Dominik Petko in seinem Blog zu Recht aufmerksam.

Am 18. August wird es in Frankreich ein Treffen des Krisenstabs geben, der über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

Chat im Unterricht

Hier die Kurzfassung eines Kurzvortrags zur Organisation von Chats im Unterricht. Die Überlegungen gelten in der gleichen Form eigentlich auch für die Durchführung von Videokonferenzen, nur dass dabei noch stärker auf technische Aspekte wie die Bandbreite der Übertragung geachtet werden muss. Je nach Anschluss der Schule, die oft ja noch sehr dünn sind, kann es sinnvoll sein, dass nur ein oder zwei Schüler stellvertretend für die Gruppe die Videokonferenz machen und dabei sollte die Kamera nicht die Gruppe im Hintergrund zeigen, sondern möglichst wenig Bewegung im Bild haben, um Bild-und Tonübertragung zu stabilisieren.Ein gutes, kostenloses Werkzeug für Videokonferenzen ist übrigens dimdim, das als Konferenztool wesentlich mehr Möglichkeiten als z.B. skype bietet und zudem einfach einzurichten und zu bedienen ist.

Für eine ausführlichere Darstellung siehe hier.

Update 06.10.: skype hat eine Initiative für den Experten-Chat gestartet. Online können sich Experten in eine Liste eintragen, die bereit sind interessierten Kollegen oder auch Schulklassen für ein Gespräch via Skype ihre Expertise zur Verfügung zu stellen. Noch haben sich wenige eingetragen, aber sollte das Projekt durchstarten, könnte sich hier eine gute Möglichkeit ergeben, potentielle Partner für Expertengespräche zu bekommen, ohne das Klassenzimmer zu verlassen.

Fundstück1: Einstieg e-learning

Für alle Kollegen, die bisher wenig oder gar nicht mit Computer und Internet im Unterricht gearbeitet haben, die sich aber vielleicht auch nicht getraut haben zu fragen… was eigentlich e-learning, ein wiki,  podcasting ist und was sich damit im Unterricht anfangen lässt… hier ein Link zu einem gut verständlichen Einführungsartikel aus der Zeitschrift Computer und Unterricht 62 (2006) von Stefan Aufenanger von der Uni Mainz. Er beschreibt Einsatzmöglichkeiten von e-learning, gibt einen knappen Überblick über lerntheoretische Hintergründe und erklärt einige zentrale Begriffe des e-learning.

Bewertung Präsentationen

Basierend auf dem Vorschlag von Wolfgang Mattes (in: Methoden für den Unterricht, Paderborn 2002, S. 51) habe ich im vergangenen Schuljahr mit einem überarbeiteten Beurteilungsbogen für Präsentationen gearbeitet, der stärker Aspekte (multi)medialer Präsentationen berücksichtigt. Der Bogen ist als Diskussionsvorschlag gedacht und muss dem eigenen Unterricht jeweils angepasst werden, bzw. es ist zu klären, was z.B. unter „korrekter“ Quellenangabe zu verstehen ist. Sicher bietet der Entwurf noch nicht die perfekte Lösung, aber die ersten Erfahrungen waren gut. Daher möchte ich ihn hier zur Diskussion stellen; für Anregungen und Verbesserungsvorschläge bin ich jederzeit dankbar.

Noch einige Hinweise zum Einsatz des Bogens: Es ist auf jeden Fall hilfreich, den Schülern den Bogen vor der Erarbeitung der Vorträge zu geben, damit die Bewertungskriterien von Anfang an klar sind. Wenn ausreichend Zeit ist, bietet es sich an, statt den Bogen vorzugeben, mit der Schülergruppe gemeinsam Kriterien zur Bewertung zu erarbeiten und dementsprechend einen die erarbeiteten Ergebnisse berücksichtigenden Bogen zu erstellen. Gut sind auch meine Erfahrungen, die Schüler mit Hilfe des Bogens um eine Bewertung des Vortrags ihrer Mitschüler zu bitten. Auf diese Weise  entsteht in den Gruppen zunehmend ein Gefühl für Stärken und Schwächen von Präsentationen und in der Regel steigert sich durch dieses Verfahren die Qualität der Vorträge im Laufe der Reihe.

Letztendlich kann ein solcher Bogen immer nur eine Orientierungshilfe sein. Die Entscheidung über die Note bleibt natürlich bei der Lehrkraft, wobei sich gezeigt hat, dass sehr große Diskrepanzen selten vorkommen und die Bewertungen recht nah beieinander liegen. Dasselbe gilt auch für das Ganze: In dem Bewertungsbogen haben die Inhalte zugunsten der Präsentation nur noch relativ wenig Anteil an der Gesamtnote. Da es einfacher geworden ist, Informationen, wenn nicht gleich ganze Ausarbeitungen zu allen gängigen Themen des Geschichtsunterrichts zu finden, finde ich dies gerechtfertigt. Sollte dennoch einmal die inhaltliche Aufbereitung insgesamt mangelhaft sein, sollte das auch deutlich zum Ausdruck gebracht werden.

Deutsch-polnische Geschichte

Auf den Diskussionbeitrag von Markus Nesselrodt, der gestern pünktlich zum Jahrestag der Schlacht bei Grunwald/Tannenberg (15.7.1410) auf lernen-aus-der-geschichte.de erschienen ist, möchte ich an dieser Stelle kurz hinweisen. Seine Anmerkungen kann ich aus eigener Erfahrung in der deutsch-polnischen Projektarbeit nur unterstützen.

Hinzufügen möchte ich noch den Hinweis auf das Deutsch-Polnische Schulbuchprojekt, das vom GEI koordiniert und von beiden Regierungen zur Zeit unterstützt wird. Geplant ist 2011 ein deutsch-polnisches Schulbuch für den Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I beider Länder herauszugeben.

Dies wird ähnlich wie bei den bereits erschienen Bänden des deutsch-französischen Lehrwerks für die Oberstufe die fachdidaktische  Diskussion über die Bedeutung der Geschichte des Nachbarlandes und einer europäischen Sichtweise im Geschichtsunterricht beleben. Zusätzlich wäre es wünschenswert, wenn die Zusammearbeit und der Vergleich mit unseren Nachbarländern auch zu einem Nachdenken über methodische Ansätze führen würde.

Teachers wanted

EarthDay

Update (01/10/2009): Relaunch of the website classroom4.eu [does not exist anymore] on October, 10. Democracy & portraiture started.

Nevertheless, we are still looking for teachers and classes to participate in this school year’s classroom4.eu-project:

What is this classroom4.eu-project about?

It’s an internet based project wanting to create a complentary website with (hi)stories from different regions in Europe giving regional perspectives on the big themes treated in the book (see below) and showing the supranational and interregional links in the development of a common European culture.

What is the reason for the project?

A textbook for upper secondary schools about European civilization by the European Academy of Yuste under direction of Abram de Swaan, published in june 2010. For the members of the Academy see also  the  homepage of the Fundación Academia Europea de Yuste in Spain.

What’s innovative about the book?

A very different approach to history, a complete crossover to the national histories we teach until now, restructuring and focussing European history in some artistic and scientific developments, like e.g. democracy, portrait painting, the lens.

How are we going to work?

Interested teachers will work in small groups to pilot the project on different themes. They will use eTwinning for communication and look with their students for relations in their regions to the big themes and investigating, writing and publishing stories on the classroom4.eu-website, maybe in addition also working materials as sources and photos. The language of communication will be English, but students can publish their work in one of six languages of the European Union, e.g. also French, German or Polish. As tool for work and communication we will use a virtual classroom on eTwinning.

How long are we going to work?

The first phase is going to take place from the beginning of the new school year in september 2009 to the publishing of the book in june 2010. Then, we will decide on if and how to continue, hopefully, the project being a success we can turn the website in a long lasting professional tool for history and language teachers from all over Europe. For more information see the homepage of the project.