LMS vs. PLE

Ein Video auf Englisch, das in einem Dialog zwischen Schüler und Lehrer, überspitzt Unterschiede von Lernmanagementsystemen und Web 2.0-Anwendungen bzw. einer Personal Learning Environment und den damit verbundenen Chancen zu einer Individualisierung von Lernprozessen aufzeigt.

Sehr lustig, aber leider wohl bitterer Alltag in vielen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, die Aussage des Lehrer im Film: „Ich scanne gerade ganz viele Blätter ein, die die Schüler online lesen sollen. Das machen jetzt alle, das nennt sich e-Learning.“

Da ist wohl etwas missverstanden worden. Aber es wundert nicht, dass, wenn „e-Learning“ so verstanden wird, dann die möglichen Potentiale nicht gesehen werden, was mit zu durchaus deutlichen Abwehrreaktionen beiträgt. (Letztere haben natürlich viele Gründe, die hier nicht alle aufgelistet werden brauchen.)

Erstmals versuche ich in diesem Jahr auf ein LMS zu verzichten, nachdem ich in den letzten Jahren mit lo-net2 und moodle gearbeitet habe, und in einer Klasse nur mit Web 2.0-Anwendungen zu arbeiten und gemeinsam mit den Schülern schrittweise eine eigenes PLE aufzubauen. Interessant aus der Stunde heute: Vielen Schülern ist (ebenso wie vielen Lehrern) nicht klar, welche Möglichkeiten es gibt und wie diese ihren Lernprozess unterstützen könnten.

Im Video geht der Junge übrigens noch einen entscheidenen Schritt weiter: Es sind nämlich nicht nur die Werkzeuge, zur Informationsverarbeitung, -sichtung, -sortierung und -weitergabe, sondern die Personen, mit denen man über diese Werkzeuge in Kommunikation treten kann, die Lernen zusätzlich bereichern können (Spanische Muttersprachler im Videobeispiel) und man dann auch eher von einem PLN, einem Personal Learning Network, spricht. Gerade im Hinblick nicht nur auf Schule, sondern auf die Idee lebenslangen Lernens liegt hier ein enormes Potential, das aber um geborgen zu werden, der Anleitung und Anregung bedarf.

Rezensionen der Rezensionen? Und die Blogosphäre…

Gerade entdeckt (siehe Zitat unten, Link zur Internetseite hier). Frage mich aber ehrlich, ob das eine gute Idee ist? Ich denke eher nicht….

Ziel der Online-Sitzung am 10.11.2010 ist es, dass Sie – allein oder zu Zweit – einen Kommentar zu einer der Rezensionen (siehe Linkliste unten) sowie deren Rezeption verfassen. Weitere Informationen folgen per E-Mail.

Web 2.0 scheint auf jeden Fall gerade sehr angesagt als Thema in Übungen an den historischen Seminaren in Deutschland…

Spannender fände ich hingegen zu lesen, wie die Studierenden, die die Rezensionen verfasst haben, die Angelegenheit nun, mit etwas Abstand und den mittlerweile zahlreichen Kommentaren aus der Geschichtsblogosphäre sehen. Hier würde ja über die Kommentarfunktion in den verschiedenen Blogs die Möglichkeit bestehen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ganz ähnlich, wie Alexander König das schon formuliert hat.

Im übrigen könnte das Ganze eventuell (ich bin da noch vorsichtig) positive Nebeneffekte haben, auch wenn man sich das sicher auf angenehmere Weise hätte vorstellen können: Ich habe über die Diskussion der vergangenen Tage noch einige, mir bisher nicht bekannte, interessante Blogs entdeckt und selten (nie?) ist ein Thema auf so vielen „Geschichts-„Blogs gleichzeitig diskutiert worden. Es ist vermutlich auch noch nicht vorgekommen, dass mehrere Uni-Seminare, die sich wohl eher zufällig mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigen, so über das Internet direkt miteinander in Kontakt gekommen sind.

Der Austausch ermöglicht ganz neue, allerdings, wie zu sehen, auch problematische Formen des Lehrens und Lernens. die sowohl didaktisch wie auch methodisch noch stärker reflektiert werden müssen. Ich hoffe jedenfalls, dass niemand entmutigt, sondern im Gegenteil ermutigt wird, weil das eigentlich sehr spannende Prozesse sind (siehe dazu auch die Beiträge auf Digitale Revolution), die hier gerade ablaufen. Vielleicht hilft die „causa ‚zeittaucher.de‘“ (so die Kollegen von histnet) eine intensivierte Diskussion und Reflektion über die  ‚historischen“ Blogs anzuregen und damit zu einer verstärkten Vernetzung der verschiedenen „Geschichts-„Blogs zu führen, die Klaus Graf auf Archivalia schon vor über einem Jahr angemahnt hat 😉

Absurder Streit über Blogrezensionen auf Zeittaucher

Seit einigen Tagen verfolge ich die Kommentare auf Zeittaucher zu den von Studierenden verfassten Geschichtsblog-Rezensionen. Zunächst einmal vorne weg: Ich finde die Idee gut, möglichst umfassend aktuelle Geschichtsblogs zu erfassen und schon an der Uni auch das Web 2.0, insbesondere Blogs, zu thematisieren und in die Lehre einzubeziehen. Fragen sollte man sich allerdings auf einer allgemeinen Ebene, in welcher Form dies in Schule und Studium sinnvoll geschehen kann.

Einige der vorliegenden Rezensionen finde auch ich persönlich, wie von anderen in Kommentaren schon angemerkt, weitgehend verfehlt. Wer sich in die Öffentlichkeit wagt mit seinen Texten, muss allerdings auch mit Kritik rechnen und umgehen können. Sich anschließend auf das Argument zurückzuziehen, man würde ja nur „üben“, kann in dem Fall nicht greifen. Es geht ja keineswegs um einen Angriff auf die Personen der Autoren/Studierenden und ich wundere mich  über die scharfen, z.T. beleidigten Reaktionen auf die m.E. durchaus zu Recht geäußerte Kritik. Einerseits wird hier in vergleichweise großer Öffentlichkeit Kritik an Form und Inhalt von Blogs geübt, andererseits wird Kritik am eigenen Vorgehen (inklusive Urteilen und Fehlern) persönlich genommen und zurückgewiesen. Interessant fände ich übrigens auch ein Offenlegen, was vom Betreiber des Blogs, Christian Jung, als „unsachliche Mutmaßungen“ empfunden und mit umfangreicher Zensur bestraft wird (Update: Da war ich etwas langsam, siehe dazu hier auf archivalia).

Meine Kritik richtig sich nicht an die Studierenden. Ich denke, als Lehrer bzw. Dozent sollte man sich fragen, welche Form der Heranführung an das Web 2.0 und die Blogosphäre geeignet ist. Rezensionen setzen ein vergleichsweise großes Wissen und einen guten Überblick über das Thema voraus. Niemand würde z.B. auf die Idee kommen, in einer von ihm herausgegebenen Zeitschrift erste Texte von allen Studierenden eines Seminars zu veröffentlichen. Ein, zwei gelungene Versuche vielleicht, aber nie alle, eben weil es noch erste Gehversuche sind und es sich um Lernen handelt. Lernen darf (sollte?) manchmal in geschützten Räumen erfolgen. Es ist sicher sinnvoll und gut, Rezensionen zu üben und Studierende mit der wachsenden Landschaft der Geschichtsblogosphäre vertraut zu machen, aber das Vorgehen erscheint mir didaktisch, soweit von außen einsichtig, wenig durchdacht. Vielleicht wäre es sinnvoller, Rezensionen in der geschlossenen Öffentlichkeit des Seminarraums vorzustellen und zu diskutieren, auch  ein LMS wie z.B. Moodle böte hier gute und sinnvolle Möglichkeiten. Ein eigener Blog für das Seminar und die Rezensionen der Studierenden oder zunächst einmal Kommentare zu einzelnen Teilthemen auf anderen Blogs wären mögliche Alternativen. Ansonsten muss man sich der öffentliche Kritik für die eigene Arbeit stellen und diese auch aushalten können. Und dabei geht es keineswegs, um ein „Niedermachen“ oder „Demotivieren“ studentischer Arbeit. Was für absurde Behauptungen! Im Gegenteil: Es geht um eine angemessene Würdigung der Arbeit, die hinter den vielen (zumeist privat, in der Freizeit) betriebenen Blogs steckt. Nicht jeder Rezensent muss auch selbst üben, was er kritisiert. Es ist aber gut sich auszukennen. Eine gute Möglichkeit der Hinführung für Schüler und Studenten wäre z.B. über Semester begleitend zum Seminar selbst einen Blog zu betreiben. Ich denke, danach würden einige der geäußerten Bewertungen anders ausfallen.

Angesichts der Rezensionen, die ich bisher gelesen habe, hatte ich den Eindruck, dass vielen (leider nur implizit) eine präzise Idee von Blogs zugrunde liegt, die wiederum in der Wirklichkeit sehr vielfältige Formen annehmen können. Andererseits scheint der Versuch einer begriffsscharfen Definition im Seminar nicht unternommen worden zu sein, da Hinweise auf entsprechende Überlegungen, was überhaupt ein Blog ist, in den Texten fehlen und es bei einigen der rezensierten „Blogs“ zumindest fraglich ist, ob es sich überhaupt um solche handelt, wie z.B. beim Nachrichtendienst für Historiker. Eine entsprechende Diskussion über diese Frage an dem genannten konkreten Beispiel, ist bei den Kollegen von histnet bereits geführt worden. Ebenso wird nur mit einem Blick in einen anderen Blog deutlich, dass auch ein bereits eingestellter Blog („Geschichte und neue Medien“) noch rezensiert wurde. Der neue Blog ist hingegen in der angefangenen Auflistung der (Geschichts-) Blogs noch ergänzen .

Theoretische Grundlagenarbeit schadet nicht. So kann vermieden werden, dass statt des Blogs das Wiki der Autoren rezensiert wird (wie bei der Rezension zu „Kritische Geschichte“ geschehen). Bei den Rezensionen zeigt sich auch der (völlig normale und verständliche) studentische Tunnelblick: Die Rezensenten lesen und bewerten eine ausgewählte Internetseite. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Die meisten Blogs sind allerdings untereinander vernetzt, reagieren aufeinander und miteinander. Es sind nicht unbedingt die Kommentare, die die Relevanz von Artikeln aufzeigen (vgl. die Kontroverse um die Thesen zu Blogs und Kommentarkultur von Schulmeister, z.B. hier).

Problematisch scheint mir zudem, dass den rezensierenden Studierenden wesentliche Grundlagen fehlen, wobei ich mich frage, ob dies nicht zuvor im Seminar erörtert und geklärt worden ist. Es verlangt ja keine großen medientheoretischen Kenntnisse, dass unterschiedliche Medien sich an unterschiedliche Zielgruppen richten und für diese eine besondere Relevanz besitzen können. Im Idealfall sind sie darüber hinaus auch für andere Gruppen interessant. Aber ich kann doch kein Automagazin kritisieren, dass ich darin nichts für Fußballfans finde, dann aber zubillige, dass es für Autointeressierte interessant sein kann. Das Vergleich ist sicher etwas überzogen, trifft aber den Kern einiger (nicht aller) Rezensionen und führt natürlich zu einer Verärgerung der betroffenen Blogger, die sich und ihre Arbeit in verzerrter Art und Weise bewertet sehen.

Dabei lassen sich aus dem konkreten Fall ganz allgemeine Grundsätze für die Arbeit mit Schülern und Studenten  im Web 2.0 ziehen: Anstatt Schüler und Studierenden in das offene Messer der im Umgangston nicht immer freundlichen Blogosphäre laufen zu lassen, ist es m.E. Aufgabe von Lehrern und Dozenten, solche Gehversuche im Web 2.0 in angemessener Form zu begleiten. Das gilt für Anfänger im Printbereich oder bei wissenschaftlichen Publikationen ja ebenso: Statt sofort zu publizieren, nochmal mit Hinweisen zur Bearbeitung zurückgeben, die Texte im Plenum oder Einzelgespräch besprechen, als Lehrer/Dozent drüberlesen und offenkundige Fehler vor der Publikation rausnehmen usw.

Im übrigen, um zum konkreten Fall zurückzukommen, aber auch das ist eigentlich von allgemeiner Bedeutung, wird nicht bei allen Rezensionen deutlich nach welchen Maßstäben die oft sehr deutlichen und auch abwertenden Wertungen erfolgen. Diese lassen sich nicht immer nachvollziehen und einige Rezensionen dadurch anmaßend erscheinend. Ein vorsichtigeres, reflektiertes, ausgewogeneres Urteil würde vielen Rezensionen gut zu Gesicht stehe, eben weil die Autoren keine Spezialisten, sondern Anfänger sind. Das Problem der Reflektion und Offenlegung eigener Maßstäbe ist ja bekannt (siehe zuletzt für den Geschichtsunterricht: „Was können Abiturienten?“ 2010). Was Abiturienten schwerfällt, ist logischerweise auch für viele Studierende schwierig und muss gelernt. Die Frage ist nur die nach dem Raum des Lernens und der Umgangsformen.

P.S. Zuletzt noch ein Hinweis: Der Zeittaucher-Blog sieht sich selbst u.a. auch als Blog des Verbands der Geschichtslehrer (die Beiträge des Newsletters bzw. der Rubrik „Szene“ der Verbandszeitschrift geschichte für heute erscheinen vorab auf Zeittaucher), was seine Reichweite nochmals erhöht. Einen entsprechenden Hinweis hielte ich an prominenter Stelle im Blog für redlich, um Transparenz zu gewährleisten. Der Verband sollte sich allerdings fragen, ob das der richtige Weg in Richtung größere Leserschaft und Resonanz ist, als Verband auf einen Blog zu verweisen, der wiederum keinen Hinweis auf den Verband enthält, dafür aber zahlreiche durchaus sehr persönliche, wertende Beiträge und zudem unterschiedlichste Funktionen (u.a. persönlicher Blog von Christian Jung, der Studierenden in seinem Seminar, weiterer Autoren, des Verbands mit Beiträgen aus der Redaktion) in einem Medium vermischt.

Ich hatte zunächst auch einige kleine Hinweise für die neue Rubrik in der Verbandszeitschrift beigesteuert, weil ich die Idee gut fand, hier speziell für „neue“ Medien ein Forum für die breite Leserschaft der organisierten Geschichtslehrer zu schaffen. Diese Ultrakurzbeiträge erscheinen als namentlich nicht gekennzeichnete, redaktionelle Hinweise. Ich hatte mich allerdings gewundert, dass dieselben Beiträge dann im persönlichen Blog von Christian Jung vorab auftauchten; ob mit oder ohne Namensnennung ist eigentlich unwichtig. In einem konkreten Fall wurde mein Name anschließend im Blog ergänzt, aber darum geht es nicht. Ich sehe da einen elementaren Unterschied zwischen offiziell als solchen kenntlich gemachten Veröffentlichungen, ob nun auf Papier oder im Netz, eines Verbandes und einem persönlichen Blog (vgl. Profil und About von Zeittaucher). Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass man einen Versuch  der „Öffnung“ unternehme und Zeittaucher der offizielle Blog des Verbandes sei. Ich habe  dann vom Einsenden weiterer Beiträge abgesehen.

 

Update (07.10) Ein sehr lesenswerter und besonnener Beitrag zum Thema von Alexander König.

Die Conquista als TwHistory-Projekt

kulturcrash ist der Arbeitstitel des TwHistory-Projekts des 11er LK Geschichte am Eichendorff-Gymnasium, das heute startet. Es geht um die Eroberung Mexikos, das Aufeinandertreffen von Spaniern und Azteken und letztlich den Untergang des Reiches der Azteken und ihrer Kultur. Auf der Homepage des Projekts finden sich die ersten Kurzbiografien der Protagonisten. Die Schüler des Leistungskurses schlüpfen in die Rollen der historischen Personen und werden aus ihrer jeweiligen Perspektive, als Azteke oder Spanier,  auf Twitter über die Begegnung von Azteken und Spaniern und die Eroberung des Aztekenreiches berichten. Alle weiteren Informationen zum Projekt sowie alle Tweets vom 15. September 1520 bis zum Fall Tenochtitláns am 13. August 1521 finden sich auf dem Projektblog.

 

Handreichung: Koblenz 1933-1945

Die Handreichung (Download als PDF) bündelt die Forschungsergebnisse über die Geschichte der Stadt Koblenz im Nationalsozialismus und verbindet diese mit Bildern der Orte sowie einer genauen Lokalisierung auf einer Karte. Lehrkräften kann die Handreichung zur Vorbereitung des Unterrichts mit lokalem Bezug oder eines Unterrichtsgangs dienen. Denkbar ist auch, dass Schülerinnen und Schüler die Karte zur Informationsrecherche für den Unterricht, für ein Referat oder zur Vorbereitung eines eigenen Stadtrundgangs nutzen.

Neanderthal 2.0

Nun sind auch die Neanderthaler im Web 2.0 angekommen: Das Museum bloggt und twittert (und ist auf facebook, und flickr, ein Rundumschlag unter dem Schlagwort neanderweb). Der Blog bietet einen knappen und gut verständlichen Einblick in Forschung und Museumsarbeit.

Die Internetseite des Museums gibt alle üblichen und notwendigen Informationen für einen möglichen Museumsbesuch bereit, hat darüber hinaus aber auch Anregungen und Materialien für den Unterricht zum Download. Wer gerade mit dem chronologischen Durchgang im neuen Schuljahr beginnt, sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf die Seiten werfen!

Wikipedia, Geschichtswissenschaft und Schule

Schön zu lesen, wenn wissenschaftlich bestätigt wird, was man auch in der Schule wahrnimmt und den Schülern predigt (wenn auch zugegebenermaßen mit recht bescheidenem Erfolg): Viele Wikipedia-Artikel eignen sich nicht als Einstieg in die Recherche, verlangt oft viel Vorwissen und enthalten eine Flut von nicht relevanten Details, die nicht nur  Schüler dabei überfordern, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. So die Zusammenfassung einiger (Zwischen-) Ergebnisse des von Peter Haber an der Universität Wien durchgeführten Forschungsseminars zu „Wikipedia und die Geschichtswissenschaften“.

Wikipedia ist ja ein Thema, das immer viel Aufmerksamkeit erzeugt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Präsentation der Seminarergebnisse ein recht breites Medienecho gefunden haben. Zusammenfassend finden sich die Ergebnisse auch im Weblog von histnet, der auch auf das Wiki des Seminars verlinkt.

Für den Geschichtsunterricht in der Schule stellt sich natürlich die Frage, welche anderen Einstiege in ein Thema bieten sich für Schüler im Internet an? Für die deutsche Geschichte verweise ich in der Regel auf LeMO. Die Artikel sind zwar kurz und gut untereinander verlinkt, für Einstieg in ein Thema fehlen allerdings weiterführende Links oder Literaturangaben. Ansonsten fallen mir spontan aber auch keine gute Alternativen ein. Die Wikipedia ist und wird die zentrale Anlaufstelle für Internetrecherchen von Schülern (und Lehrern) bleiben. Daher, denke ich, ist es nötig, über den richtigen Umgang  in der Schule zu diskutieren. Dieser sollte den möglichen Nutzen aber auch Grenzen der Wikipedia sowie deren Funktionieren klar machen. Den anschaulichen Ansatz von Wikibu finde ich gut, zumal gelungene praktische Einsatzszenarien für den Unterricht gleich mit geliefert werden. Problem ist wohl eher, dass sich dafür in der Schule kein Fach „zuständig“ fühlt und es damit Zufall bleibt, ob die Schüler den kompetenten Umgang mit Recherchen im Internet lernen. Eine Chance besteht in schulinternen  und fächerübergreifenden Medienkonzepten, wie sie z.B. von den Projektschulen im rheinland-pfälzischen Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ gefordert und gefördert werden. Allerdings ist das ein langer Weg: Über die oft leidvolle Erfahrung des Versuchs, Schule zu verändern, hat gerade Damien Duchamp ausführlich in seinem Blog berichtet.

Zum Schluss soll ein großer Pluspunkt von Wikipedia erwähnt werden, den ich vor kurzem selbst im Unterricht erlebt habe: In einem eTwinning-Geschichtsprojekt mit einer italienischen Schule sollten die Schüler einer 10. Klasse auf Englisch, das als Kommunikationssprache im Projekt diente, eine Präsentation zum Hitler-Putsch von 1923 erarbeiten. Um an die entsprechenden, unbekannten Fachbegriffe zu kommen, über die Schüler – sofern sie nicht an einer bilingualen Schule sind – sicher nicht verfügen, haben sie von selbst auf die englische Wikipedia zurückgegriffen und eine für sie überraschende Entdeckung gemacht: Auf Englisch heißt das Ganze  Beer Hall Putsch, was Auslöser für eine spannende Diskussion über die Konnotationen der beiden Benennungen war.

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Digitale Werkzeuge für Einsteiger: WebQuest „Tools2Teach“

Ein neues WebQuest, das in die Arbeit mit Web 2.0-Werkzeugen im Unterricht einführen kann, ist gestern online gegangen. Unter Tools2Teach findet sich das WebQuest, das im Rahmen des rheinland-pfälzischen Programms Medienkompetenz macht Schule für die Arbeitstagungen der Projektschulen entstanden ist. Gedacht ist das WebQuest also für Lehrerfortbildungen, kann aber auch an Studientagen als Modul im Kollegium eingesetzt werden.

Bild: courosa

Den Rahmen des WebQuest bildet die Idee, dass die Teilnehmer sich in die Rolle von Experten begeben, die verschiedene Unterrichtsvorschläge zum Einsatz von ICT-Tools im Unterricht für eine Veröffentlichung begutachten. Dabei müssen sie für sich definieren, was Kriterien für einen guten oder gelungenen Einsatz von Web 2.0-Werkzeugen sind und auch inwiefern die allgemeinen Beispiele auf den Unterricht in ihrer Schulform übertragbar sind bzw. modifziert werden müssen.

Die Teilnehmer arbeiten in Kleingruppen jeweils an einem Werkzeug: Wikis, Weblogs, Podcasts oder Chats/Videokonferenzen. Je nach Größe und Interesse der Teilnehmergruppe lässt sich die Liste der Werkzeuge  und verlinkten Unterrichtsbeispiele verändern oder erweitern. Der restliche Aufbau des WebQuest kann gleich bleiben, insofern liegt hier ein einfaches und zugleich variables WebQuest-Modell vor, um Lehrkräfte in die Möglichkeiten der Unterrichtsarbeit mit Web 2.0-Werkzeugen einzuführen.

Digitale Werkzeuge für Einsteiger: das Taccle-Handbuch

Wer es noch nicht hatte, sollte es sich holen: Das Taccle-Handbuch gibt es zum Download hier. Taccle steht für Teachers‘ Aids on Creating Content for Learning Environments. Das Buch bietet einen leicht verständliche Einführung in das große Feld des e-learnings, der Arbeit mit Lernplattformen sowie einen guten Überblick über die wichtigsten Online-Werkzeuge wie Weblogs, Wikis oder Video-Sharing, stets mit Blick auf die Möglichkeiten des unterrichtlichen Einsatzes. Das Buch gibt es in mehreren Sprachen, u.a. auf Deutsch. Für den Download ist die vorherige Anmeldung auf der Seite nötig. Es besteht zudem die Möglichkeit, sich auch kostenlos ein Druckexemplar schicken möchte.