Alexander König weist in einem neuen Blogbeitrag auf Erfahrungsberichte aus England zur Arbeit mit Google Maps im Geschichtsunterricht hin. Es gibt zwar kleinere Ähnlichkeiten mit hier im Blog bereits vorgestellten Unterrichtsideen, aber der Ansatz ist doch ein anderer und lohnt den Blick über den Ärmelkanel für alle, die bereits mit Google Maps im Unterricht gearbeitet haben oder das einmal ausprobieren möchten.
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Sollten Lehrer an der Wikipedia mitarbeiten?
Ich denke, eindeutig ja. Mitarbeiten, mitgestalten statt meckern und schlecht reden.
Vieles von dem, was ich eigentlich schreiben wollte, habe ich gestern in einem Blogbeitrag eines kanadischen Kollegen gelesen. Abgesehen von dem Job- und Karriere-Aspekt, der für verbeamtete Lehrkräfte so keine Rolle spielt, stimme ich dem zu, was Jim Clifford auf ActiveHistory zu Do you edit Wikipedia? schreibt und brauche das deshalb hier nicht zu wiederholen, empfehle den Artikel aber zur Lektüre.
Hauptproblem bei Lehrern ist angesichts der durchschnittlich sehr hohen Arbeitsbelastung schlicht die Zeit. Es muss ja nicht gleich ein ganzer neuer Artikel sein, neue Seiten hinzuzufügen wird mit wachsendem Umfang der Wikipedia auch schwieriger. Ein Benutzerkonto hat man in zwei Minuten eingerichtet. Wem dann bei der Unterrichtsvorbereitung (und mal ganz ehrlich: Welcher Lehrer nutzt Wikipedia nicht, um mal eben schnell etwas nachzuschauen?) Fehler oder Leerstellen auffallen, der kann diese korrigieren. Das ist jeweils eine Sache von nicht einmal fünf Minuten und allemal besser als über die Qualität der Wikipedia zu schimpfen, den Schülern den Gebrauch madig zu machen oder verbieten zu wollen. Ich hoffe, letzteres hat sich mittlerweile erledigt, obwohl ich mir da nicht sicher bin. Eigentlich liegt es auf der Hand, aber wieviele Lehrer arbeiten tatsächlich mit?
Tragen wir dazu bei, dass das zur Zeit wichtigste Nachschlagewerk gute Inhalte aufweist und den selbst gesetzten und von uns eingeforderten hohen Qualitätsstandards genügt. Wo hat man sonst schon die Gelegenheit dazu? Bei allen gedruckten Werken muss man sich mit dem zufriedengeben, was die Autoren und Herausgeber anbieten. Jede Lehrkraft hat eine hohe Fachkompetenz, gerade auch was das Überblickwissen in der eigenen Domäne angeht, oft verbunden mit der jahrelang geübten Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen. Was für bessere Autoren kann es für ein Lexikon geben, das sich weniger an ein Fachpublikum als an die Allgemeinheit richtet?
Ein Benutzerkonto auf Wikipedia habe ich selbst schon seit fünf Jahren, habe aber erst jetzt angefangen, mitzuschreiben. Da, wo ich meine, mich ein bisschen auszukennen, z.B. mit einem neuen Artikel zum Thema Herrschertreffen oder dem Eintrag meiner Schule.
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Nachtrag 1: Wieviele Schulleiter haben eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, dass der Wikipedia-Eintrag zu ihrer Schule in demselben Maße Außenstehenden zur Information über die Einrichtung dient wie die schulische Webseite und deshalb auch gepflegt werden sollte?
Nachtrag 2: Und wer hat schon mal geschaut, ob die eigene Schule vielleicht sogar eine Facebookseite hat? Wenn von der Schule selbst nicht angelegt, ist es nicht selten eine Kopie des Wikipedia-Artikels, der dann mehr oder weniger vielen Schülern, Lehrern und Eltern dort gefällt…
Haben Schulen für ihre Außendarstellung ein Social Media-Konzept? Einen „Beauftragten“, der sich darum kümmert? Und falls nicht, brauchen sie so etwas?
Kann das der Pressebeauftragte der Schule leisten? Der Kollege, der den Internetauftritt betreut? Oder ist das so wichtig, dass die Schulleitung sich selbst darum kümmern sollte?
Geschichtslehrerverbände und Social Media – eine Beobachtung
Sowohl die Irish History Teachers Association als auch der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands sind auf Facebook. Beide haben auf Ihren Internetseiten einen Facebook-Button angebracht. Nun, welche Firma, welcher Verband macht das zur Zeit nicht? Interessant scheint mir jedoch die unterschiedliche Nutzung und Akzeptanz.
Der irische Geschichtslehrerverband hat eine geschlossene (d.h. moderierte) Gruppe auf Facebook, die nur einsehen kann, wer selbst ein Facebook-Account hat und sich bei der Gruppe registriert. Aktuell hat die Gruppe 145 Mitglieder. Es werden von vielen Mitgliedern Videos, Links, Dokumente und Hinweise auf Veranstaltungen geteilt, Themen rund um den Geschichtsunterricht diskutiert.
Und der deutsche Verband? Der hat ein Format für Produkte oder Organisationen zur Selbstdarstellung gewählt. Auf der öffentlich einsehbaren Facebook-Seite finden sich dieselben Hinweise, die sich auf der Homepage des Verbandes auch unter Aktuelles finden. Die Facebook-Seiten besitzen also keinen Mehrwert, sondern dienen als weiterer unidirektionaler Distributionskanal für die eigenen Pressemitteilungen. Der darüber hinausgehende Sinn und die Möglichkeiten von „Social Media“ wird nicht erfasst.
Im Gegensatz zur Internetseite des Verbands bestünde bei ihrem Facebookauftritt die Möglichkeit bestünde, die Mitteilungen zu kommentieren oder öffentlich sein Gefallen mit dem Like-it-Button zum Ausdruck zu bringen. Das macht nur niemand. Vereinzelte Versuche in eine Diskussion zu kommen, wurden schlicht ignoriert. Das finde ich schade (auch weil ich selten so ignoriert wurde ;)). Im Ernst, ich denke, dass soziale Netzwerke für Verbände eine Menge Möglichkeiten bieten. Ob es unbedingt Facebook sein muss, darüber kann man sich streiten, aber meines Erachtens machen die Iren vor, wie sich Social Media sinnvoll für einen Verband einsetzen lassen.
In der Regel beschränkt sich Verbandsmitgliedschaft für die meisten Mitglieder auf das Lesen der Verbandszeitschrift sowie vielleicht die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung. Eine Präsenz in einem sozialen Netzwerk erlaubt es, Mitglieder und Interessierte, nicht nur über die Verbandsarbeit zu informieren, sondern sich mit ihnen auszutauschen und dadurch eine höhere Bindung der Mitglieder zu erreichen, eventuell sogar neue Mitglieder für den Verband zu gewinnen. Das wäre für mich, ganz allgemein, aus Sicht eines Verbandes Sinn und Zweck meiner Präsenz in einem sozialen Netzwerk.
Solche Angebote müssen gepflegt und betreut werden. Da sollte man sich im Vorhinein darüber klar sein, ob man das leisten kann und will. Eine nicht regelmäßig betreute Seite, das Ausbleiben jeglicher Reaktion auf die interaktiven Kommentar- und Diskussionsfunktionen ist enttäuschend und kann den PR-Auftritt in einem sozialen Netzwerk schnell in sein Gegenteil verkehren. Wirkt der Facebook-Button auf der Homepage des Geschichtslehrerverbandes noch irgendwie schick und modern, so könnte der ein oder andere geneigt sein angesichts des tatsächlichen Auftritts auf Facebook seine mehr oder weniger bewusst gepflegten Vorurteile zum Verhältnis von „neuen“ Medien und Geschichtslehrern bestätigt zu sehen.
Nur präsent sein, reicht bei Social (!) Media nicht aus. Um Pressemitteilungen hier zusätzlich zu veröffentlichen, allein dafür lohnt der Aufwand nicht. Die bekomme ich als Mitglied und Interessierter auch an anderer Stelle und es ist ein irriger (aber weitverbreiteter) Glaube, man müsse nur in die sozialen Netzwerke gehen, dahin wo die Leute/Jugendlichen/hier: Geschichtslehrer sind, um (stärker) wahrgenommen zu werden. Auch auf Facebook wird nur gefunden, wer gesucht wird. Warum sollte ich den VGD bei Facebook suchen?
Ach ja, die Facebook-Seite des VGD gibt es seit Mitte März und sie gefällt aktuell genau 21 Leuten…
Das sind genauso viele, wie dem Verband auf Twitter folgen, wo man noch einmal dieselben Links zu denselben Nachrichten erhält.
Digitale Medien in der Schule: die Sicht der Schüler
Zunächst mal vielen Dank für die netten Reaktionen hier im Blog, per Mail und über Twitter auf den Artikel in Zeit Online. Das hat mich sehr gefreut; gerade auch die einiger Schüler aus verschiedenen Bundesländern.
Abgesehen von den Kommentaren unter dem Artikel, bei denen klar ist, dass die Kommentierenden gerne öffentlich ihre Meinung kundtun, auch wenn sie offenkundig nicht wissen, wovon sie schreiben, waren die Reaktionen überwiegend sehr positiv in dem Sinne: Es wäre schön, wenn mehr Lehrer digitale Medien im Unterricht einsetzen würden und darauf würden die Schüler als netzaffine Generation nur warten.
Interessant genug wird in Beiträgen über Internet- und Computernutzung im Unterricht gerne und viel über Ausstattung und Mittel, Chancen und Lehrerkompetenzen bzw. deren Mangel diskutiert, aber zum einen wird oft impliziert, dass es in den Schulen nur eine Generationenfrage sei, dass junge Lehrer nachwüchsen, die quasi selbstverständlich digitale Medien im Unterricht einsetzten. Zum anderen spielt die Sicht der Schüler selten bis nie eine Rolle, allenfalls wird davon ausgegangen, dass Schüler Arbeit mit dem Internet im Unterricht per se gut fänden (siehe z.B. hier).
Beides kann ich aus meiner begrenzten Erfahrungswelt so nicht bestätigen. Es gibt eine Menge auch junger Kollegen, die selbstverständlich Facebook oder ihr Smartphone nutzen, aber der Meinung sind, dass das nichts im Unterricht zu suchen habe und einen Unterricht reproduzieren, den sie im Studienseminar so gelernt oder als Schüler in den 80er und 90er Jahren selbst erlebt und für gut befunden haben. Ebenso kenne ich viele Kollegen – sagen wir mal im fortgeschrittenen Alter – , die mit Begeisterung immer neue Dinge ausprobieren, viel mit digitalen Medien arbeiten und Vorreiter in ihren Schulen sind. Es ist keine Frage des Alters. Entscheidend scheint mir viel mehr, die eigene Motivation und Neugier, Neues ausprobieren, die Schüler und sich selbst nicht langweilen zu wollen.
Was die Schüler angeht: Ich bemühe mich von Zeit zu Zeit meinen Unterricht und speziell nach dem Ausprobieren neuer Formen im Unterricht diese durch Schüler evaluieren zu lassen. Nun ja, evaluieren ist vermutlich etwas hochgegriffen, es geht um mündliche und (anonyme) schriftliche Rückmeldungen. (Wer mag, kann sich ein Beispiel für so einen Rückmeldebogen hier als Worddatei runterladen. Man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden.)
Diese empfinde ich als sehr hilfreich und bin immer wieder positiv erstaunt wie präzise und gut auch schon jüngere Schüler (ich unterrichte ab Klasse 7) Unterricht beobachten und diesen reflektiert, differenziert und fair bewerten. Ich kann das nur empfehlen. Ich habe damit bisher ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist natürlich, die Schüler ernst zu nehmen, die Anonymität zu wahren und Kritik auch anzunehmen. Dann ist das Feedback der Schüler eine echte Bereichung und hilft dabei gemeinsam sowohl die Gruppe als auch den Unterricht weiterzuentwickeln.
Um zum Punkt zurückzukommen: Die Rückmeldungen zum Computer- und Interneteinsatz durch die Schüler sind durchaus gemischt. Einige finden das richtig klasse, andere überhaupt nicht. Kaum ein Punkt der Rückmeldungen in den verschiedenen Klassen und Kursen wird dermaßen kontrovers bewertet. Das hat sicherlich damit zu tun, dass die Arbeit mit Computern eine Individualisierung des Lernens unterstützt, so dass jeder arbeiten muss und sich im Gegensatz zu einer Frontalstunde nicht zurücklehnen und rausziehen kann. Vor allem aber, so mein persönlicher Eindruck, hängt die positive oder negative Bewertung an der Internetaffinität und den Vorkenntnissen der Schüler. Nur sehr wenige Schüler nutzen privat Blogs oder Twitter oder schreibt aktiv an einem Wiki, wie z.B. der Wikipedia, mit. Genutzt werden soziale Netzwerke, Youtube etc.
Zusammenfassend lässt sichj sagen: je größer die Vorkenntnisse, desto positiver das Feedback. Aber es gibt weiterhin viele Schüler, die sich mit Computern sehr schwer tun, sich keineswegs intuitiv durch das Web klicken und den Unterricht mit Buch und Tafel vorziehen.
Beispielhaft seien hier einige typische Schülerrückmeldungen wiedergegeben, die die Vor- und Nachteile aus Sicht der Schüler aufzeigen:
„Mir gefällt, dass es nicht so ein strikt durchgezogener Unterricht ist, wo man nur die Jahreszahlen auswendig lernt.“
Meinst du, dass das, was du gelernt hast, für dich wichtig ist? „Ja, auf jeden Fall, da ich mit mir unbekannten Medien gearbeitet habe [… und] dass das neue Wissen auch in Zukunft einsetzbar ist für Geschichte, aber auch für andere Fächer.“
„Mir hat vor allem das selbstständige und eigenständige Arbeiten gut gefallen.“
„Zu Beginn hatte ich Probleme mit dem Computer […] Ich denke, dass es normal ist, dass man am Anfang ein bisschen Zeit braucht, um mit der Technik klar zu kommen.“
„Es war viel Arbeit.“
Schreibe auf, was dir am Unterricht am wenigsten gefällt: „nicht zu viel mit dem Computer arbeiten“
„Ich fand den Geschichtsunterricht gut, jedoch fände ich eine geringere Arbeit am PC besser.“
„Ich fand, dass wir etwas zu viel am PC gemacht haben im Unterricht und anfangs war ich manchmal […] überfordert.“
„Ich habe sehr viel gelernt, manches hat mir nicht sehr gefallen, wie z.B. die ganze Computerarbeit, aber das Positive überwiegt.“
„Ich wurde auf jeden Fall nicht unterfordert. Ich finde, es war schon richtig so, obwohl man nicht wirklich oft in der Schule so gefordert wird.“
Exkursion planen mit Google Maps
Zur Vorbereitung einer Exkursion nach Speyer mit dem Leistungskurs Geschichte habe ich nun erstmals Google Maps eingesetzt. Schwerpunkt der Exkursion zum Jahresabschluss ist die aktuelle Salier-Ausstellung und der Dom. Die SchülerInnen haben jeweils alleine oder zu zweit ein Thema ausgewählt und bereiten in den vorangehenden Unterrichtsstunden kurze Informationen zu ihrem Thema vor. Sie wählen einen Ort aus, wo sie die Informationen vortragen. Die Orten werden auf der Google Maps Karte eingetragen ebenso wie weitere Informationen wie z.B. Lage des Bahnhof, Abfahrtzeiten, Lage des Museums, Uhrzeit des Treffens dort.
Durch das Eintragen der gewählten Vortragsorte liegt dann auch zugleich die Route für den Stadtrundgang fest. Die einzelnen Punkte enthalten verlinkte weiterführende Informationen: Links zu Wikipedia-Artikeln, Ortsbeschreibungen, Fotos, Besucherbewertungen etc. Die SchülerInnen können die Karte auf ihren mobilen Endgeräten aufrufen und haben sie so zur Vorbereitung, aber auch vor Ort mit allen Informationen verfügbar. Die Karte lässt sich aber auch ausdrucken und in Kopie ausgeben.
Mit der Karte ließe sich die Exkursion auch nachbereiten: Informationen können ergänzt, selbst gemachte Fotos und Filme hochgeladen werden. Im Unterricht kann leicht auf die Inhalte der Exkursion zurückgegriffen werden und mir als Lehrer stehen die Informationen bei der eventuellen Planung einer weiterem Exkursion mit einem anderen Kurs auch wieder zur Verfügung.
Die Belagerung von Tenochtitlán beginnt…
Antike in der Wikipedia
Siehe dazu den Beitrag von Uwe Walter in seinem Blog Antike und Abendland im FAZ.net mit allgemeinen Überlegungen zum Umgang mit der Wikipedia im Studium. Schön, dass die differenzierte Sichtweise, die sich einschreibt in den Trend weg vom lange Zeit weit verbreiteten Wikipedia-„Verbot“ durch Hochschul- und Schullehrer, andererseits bleiben die Überlegungen doch noch deutlich hinter dem zurück, was anderer Stelle schon durchdacht und praktiziert wird. Manchmal ist der Blick über den Tellerrand hilfreich, nicht jeder muss das Rad, hier: den Einsatz und Umgang mit digitalen Medien in Schule und Universität, neu erfinden.
Linksammlung für Geschichts- und SozialkundelehrerInnen
Wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, dass die von einem Einzelkämpfer gepflegte und oft aufgerufene Linksammlung von einem auf den anderen Tag aus dem Netz verschwunden ist? Wer hat nicht schon versucht, im Kreis der Fachkollegen eine gemeinsame Material- oder Linksammlung für den Unterricht auf einer Lernplattfom einzurichten, aber es hat sich niemand beteiligt? Die Massen an angebotenen guten Materialien und Quellensammlungen im Internet ist kaum noch überschaubar.
Aus genau diesen Erfahrungen heraus habe ich vor einigen Monaten bei Diigo eine Gruppe für Geschichts- und SozialkundelehrerInnen eingerichtet (die neuesten Link sind hier auch immer rechts neben den Artikeln sichtbar). Im Sinne des Social Bookmarking erlaubt die Gruppe den Austausch, die Bewertung, Kommentierung und Verschlagwortung von relevanten Links durch Fachkollegen für den Politik- und Geschichtsunterricht. Über die Schlagworte ist auch die Bewältigung einer großen Anzahl von Material- und Quellenverweisen handhabbar. Außerdem hat man so die Links für den Unterricht und die Vorbereitung nicht nur auf dem heimischen Rechner verfügbar, sondern überall dort, wo man Zugang zum Internet hat. Diese Diigo-Gruppen eignen sich übrigens auch hervorragend als gemeinsame Arbeitsplattform für Oberstufenkurse.
Es würde mich freuen, wenn möglichst viele Kollegen sich (möglichst aktiv) beteiligten, so dass wir zu einem regen Austausch und einer großen und hilfreichen Linksammlung für die Unterrichtsvorbereitung kommen. Wer mitmachen möchte, muss ein eigenes Konto auf Diigo einrichten und dann auf den blauen „Join this group“-Button der Gruppe klicken. Wer noch nicht registriert ist, kommt über den Button auch direkt zur Anmeldeseite. Der Gruppenzugang wird dann so schnell wie möglich von mir freigeschaltet.
Nun auch facebook…
Nun gehöre ich zu der wachsenden Zahl von Lehrern, die facebook in der Schule nutzen. Ich muss sagen, dass ich das bisher vermieden habe und facebook (zugegebenermaßen irgendwie undefiniert und durchaus widersprüchlich) kritisch sehe. Einen eigenen Account habe ich trotzdem seit einer Weile. Nach einigen Erfahrungsberichten von Kollegen sowohl mündlich als auch beim Open Course 2011, die sicherlich eine gewisse Öffnung bei mir bewirkt haben, hat sich der erste Einsatz von facebook in der letzten Woche quasi ergeben.
In den letzten Jahren habe ich viel mit verschiedenen Lernplattformen gearbeitet und experimentiert. In einerm Kurs, wo ich bisher keine Lernplattform eingesetzt habe, ergab sich das Problem, dass ich anfing, Hinweise auf interessante den Unterricht ergänzenden Angebote im Internet, als Link an die Tafel zu schreiben. Was für ein Quatsch! Es stellte sich heraus, dass die Schüler alle bereits facebook nutzten und ich dann angeboten habe, dort eine Gruppe für den Kurs einzurichten, in dem ich Hinweise posten kann, aber ebenso die Schüler, die natürlich die Gruppe auch nutzen können, um mit Bezug zum Unterricht zu diskutieren, Nachfragen zu stellen, sich gegenseitig zu helfen usw.
Vorteil der Gruppe ist, dass man als Administrator in einer geschlossenen Gruppe bestimmt, wer Mitglied wird und mit den Mitgliedern auch nicht befreundet sein muss, so dass weder die Schüler mein facebook-Profil oder meine privaten Postings sehen können noch ich ihre. Nach den Erfahrungen mit den Lernplattformen war ich positiv überrascht, wie schnell die Schüler diesGruppe angenommen haben. Während es bei den Lernplattformen immer großer Mühe ; Nachfragen und einer langen Zeit bedurfte (da an den jeweiligen Schulen noch nicht institutionalisiert), die Schüler alle anzumelden und dann zur einer möglichst aktiven Nutzung zu bewegen, waren 16 von 21 Schülern innerhalb von einem Nachmittag in der facebook-Gruppe freiwillig angemeldet (weil nur Zusatzangebot zum Unterricht für Links und Videos und nicht im Unterricht selbst genutzt). Und ebenso positiv überraschend innerhalb der ersten Tage hat rund die Hälfte der Schüler außerhalb des Unterrichts bereits etwas selbst an Inhalten eingestellt oder die von mir eingestellten Inhalte kommentiert.
Eine vergleichbare freiwillige Beteiligung habe ich in allen bisher genutzen Plattformen noch nicht erlebt. Nichtsdestotroz: Ich sehe den Einsatz von facebook in der Schule weiterhin sehr kritisch und denke nicht, dass facebook-Gruppen im verpflichtenden System Schule eine gute Lösung sind, aber es scheint irgendwie etwas dran zu sein an der Idee, Angebote da zu machen, wo Schüler schon sind…
Memoria histórica: Map of graves
Das spanische Justizministerium hat eine Online-Karte veröffentlicht, auf der Gräber von Opfer des Bürgerkriegs und der anschließenden Diktatur verzeichnet sind. Die Karte kann nach Orten, Regionen oder Namen durchsucht werden. Mit Klick auf die verschiedenfarbigen Flaggen der Karte erscheinen weitere Informationen zum Ort und den Opfern. Die Informationen sind auf Spanisch und Englisch verfügbar. Die Bürger sind aufgerufen weitere Info mit einem einfachen Online-Formular einzureichen. Die Internetseite ist eines der Ergebnisse des Gesetzes zum historischen Erinnerung von 2007.

