„Will you join me in this revolution?“

Gestern habe ich ein paar Auszüge aus der Rede der EU-Kommissarin Neelie Kroes auf der Online Educa vom 1. Dezember als Kommentar unter die Diskussion zum #speedlab2 gepostet. Da geht der Text meines Erachtens aber etwas verloren und ich finde die Rede so klasse, dass ich einige Auszüge in einem eigenen Artikel nochmal aufnehmen möchte. Den Volltext gibt es übrigens hier und den kann man auf der Website von Neelie Kroes auch kommentieren und disktutieren. Die Aufzeichnung der Rede als Video habe ich leider noch nicht gefunden.

Ladies and Gentlemen,

[…] In the last 20 years, the information and communications revolution has really taken off. The Internet, smart-phones and tablets are a world of opportunity. And they are as readily available, as readily usable for today’s generation as the home telephone, radio and the television once were. These days people can enjoy access to information and expect it anytime, any place, anywhere. […]

Elsewhere in the world, people have realised this potential. In South Korea, all classrooms will go fully digital by 2015, ending the paper and textbook era. I recently visited a primary school in the slums of Nairobi, Kenya – and even there they’ve realised the potential of ICT, they are teaching kids computers. Even there it’s having an impact on the children, broadening their skills, expanding their horizons, and opening up new hope for the future.

So, why, here in Europe, do most of our classrooms still feel like they did when I was at school? When digital media can be combined to create interactive rich content to help teaching: why are we still based on blackboards, textbooks and a uniform approach for everybody? In today’s digital world, are we really doing all we can to ensure we use the digital revolution to educate, to enrich, to enlighten?

My goal in the EU is clear: to get Every European Digital. That has to include education and training. We need every teacher digital, and every student digital. Right from the very start of formal education, and as part of lifelong learning.

[…] If these solutions can transform our relationship to knowledge – how we find it, access it, acquire it – then it is our duty to make sure everyone has that opportunity. They should not have to wait until they are locked onto a career path – they should have these opportunities from the earliest age, including at school.

No two people learn alike. There are as many ways to learn as there are learners. Some people need time to approach an idea from new angles; but those who get it straight away will get bored if they can’t move on. Some people want to hear an explanation, others to see a demonstration. Some learn best by themselves, others in a group. Some in a formal learning environment; others at home over morning coffee. And so on.

Technology can respond to this: it can tailor learning. It can help people learn at their own pace, in their own way, wherever they are, and throughout their lives. Let’s embrace that fact. And let’s change the way we learn.

Because if we don’t provide these opportunities we will be guilty of a grand failure: a failure to give our children the best chance in life.

Of course, the words are the easy part. I know you share a desire to fulfil this potential. The hard part, of course, is changing things. […]

To really make this case, we need to join forces. Because to transform education, we will need not just education experts; not just technology experts; not just funding experts. We need all three: we need people from all those areas to sit down, work together, and understand each other’s needs. That is the only way to get products which are useful to teachers, trainers and students. Products which are reliable, user-friendly, and which make a difference on the frontline.

I propose to get everyone together: in a common, multi-stakeholder platform. So those making technology can learn the needs of those in education. So educators can learn, support and champion the benefits of new technology. And, overall, so we can mainstream new technology into the European education and training systems. […]

Changing learning through technology might not be an overnight process – but it will be a revolutionary one.

At the moment, we are on the right road, but we are moving too slowly. So let’s speed up – let’s work together to put this right at the centre of our public policy agenda. Information and communications technology has already transformed how we connect, interact and transact. With the right ingredients and the right approach, we can also give learning and education their rightful place in this revolution. […]

We have to think not of „what is“; but „what could be“. Not simply to repeat the comfortable habits of the past; but to capture the massive opportunities of the digital future. Learning new things is not just for pupils and trainees: it is for everybody in our education and training system. Teachers, too, can learn to do things differently.

If we do this, we can build a system where teachers have the technological tools to reach out to students of all needs, backgrounds, and abilities. We can stimulate an economy that produces wild, exciting innovations to support the education sector. And we can build a society where education is an endless adventure for everybody.

Ladies and gentlemen: will you join me in this revolution?

Ich habe vor, den gekürzten Text der Rede morgen zur Grundlage für eine Seminarsitzung mit Geschichtsreferendaren zu machen. Im Mittelpunkt der Diskussion sollen dann die folgenden drei Fragen stehe

– Wie wirkt sich der durch die Digitalisierung bedingte gesellschaftliche und technologische Wandel auf den Geschichtsunterricht aus?
– Wie kann der Geschichtsunterricht auf diese Herausforderungen reagieren?
– Wie können die Möglichkeiten der digitalen Medien für historisches Lernen genutzt werden?
 

Natürlich könnte man einwenden, dass aufgrund des Wandels sich vielleicht in Zukunft auch die bestehende Struktur von Schule und vor allem die Unterteilung in Fächer auflösen wird, hier geht es jedoch um einen pragmatischen Ansatz zu notwendigen und möglichen Veränderungen auf Ebene des Unterrichts.

P.S. Nachdem es im Seminar eben so viel Kritik als Reaktion auf den Text gegeben hat, habe ich einige Stellen im Text noch einmal markiert und damit hervorgehoben. Im Volltext findet sich die Idee dann auch noch ausführlicher.

Konferenz und Workshop zum Konzept des Inverted Classroom

Gerade eben bin ich über Google+ auf die Ausschreibung einer ersten Tagung zum Inverted Classroom im deutschsprachigen Raum aufmerksam geworden. Über das Unterrichtskonzept hatte ich im Blog ja vor einem Monat bereits kurz berichtet (siehe hier).

Die Konferenz findet am 14. und 15. Februar 2012 an der Philipps-Universität MarburgClassroom“ im deutschsprachigen Raum statt. Die Veranstaltung ist zwei geteilt: Der Dienstag richtet sich an schulische, der Mittwoch an universitäre Lehrkräfte und Wissenschaftler. Weitere Informationen bietet das Blog zur Tagung im Netz.

Meinungsrelativismus von Lernenden

Im Blog von Herrn Larbig finde sich (wieder mal) ein interessanter Beitrag, der sich einem Phänomen nähert, dass auch im Geschichtsunterricht zu beobachten und insofern problematisch ist, als es eine weiter gehende Auseinandersetzung mit dem Gegenstand im Sinne eines historischen Lernens blockieren kann.

Wenn die Perspektivität von Quellen und Darstellungen nur mit  dem Verweis auf unterschiedlichen Autorenschaft, deren Meinungen gleichberechtigt nebeneinander stehen, (v)erklärt wird, dann dürfte ist es dem ein oder anderen nicht einsichtig sein, warum sich eine intensivere Auseinandersetzung mit den Standpunkten, deren Vergleich und Überprüfung lohnen könnte, um zu einem eigenen Urteil kommen.

Ein eigenes Urteil ist letztlich innerhalb dieser Vorstellung auch kaum möglich. Der Versuch einer Urteilsbildung, wie sie z.B. in Klausuren gefordert wird, mündet häufig in eine Antwort, die oberflächlich, ohne Belege argumentiert, dass man das so oder so sehen kann, was durchaus mit Belegen versehen werden kann. Im Geschichtsunterricht zielen wir oft auf solche abwägenden Beurteilungen.  Folgt man der Beobachtung von Herrn Larbig, könnte dahinter bei vielen Lernenden aber eben keine begründbare Einsicht in die Zusammenhänge, sondern der Versuch stecken, sich einem eigenen Urteil zu entziehen.

Plagiatefinder – nicht nur für den Geschichtsunterricht

Für die anstehenden Facharbeiten, aber auch für sonstige Ausarbeitungen und Referate findet sich seit kurzem im Internet eine kleine Hilfe zur Überprüfung auf Plagiate. Auf sucodo.de lassen sich der ganze Texte oder einzelne Passagen in ein Suchfeld eingeben. Entsprechend der Einstellungen werden dann Wortgruppen aus den Passagen mit Texten im Internet abgeglichen. In der Auswertung werden dann Übereinstimmungen und vermutliche Übernahmen farbig markiert angezeigt, inklusive der Fundstelle im Internet als Link. Außerdem gibt es eine prozentuale Angabe für die wahrscheinlichen Plagiatsanteil des Textes.

Sucodo ist ein hilfreiches Werkzeug für Schulen, vor allem aufgrund der sehr einfachen Bedienung und übersichtlichen Ausgabe der Ergebnisse. Das macht die Nutzung auch wesentliche komfortabler als die Suche nach Plagiatsstellen z.B. über Google.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es keine 100% Trefferquote bietet. Die Fundstellen sind stark abhängig von der ausgewählten Länge der Wortgruppen. Deshalb sollte man auf jeden Fall die gut verständlichen, kurzen Informationen unter Fragen & Antworten lesen.

Und natürlich ist auch klar: Der „Plagiatefinder“ findet nur, was auch als Text im Netz steht. Schreiben die Verfasser aus  noch real existierenden, nicht digitalisierten Büchern ab, wird auch kein Plagiat entdeckt. Das dürften auch die Schüler schnell rausfinden. Vielleicht führt das dazu, dass die Lerner wieder verstärkt Bibliotheken aufsuchen… den Korrektoren bleibt trotz aller technischen Hilfen nur das intensive  Betreuen, gelegentliche Nachfragen und genaue Lesen der eingereichten Texte, um Lernenden zu gelungenen, eigenständigen Arbeiten zu verhelfen.

Unterrichtseinstieg Lexikonvergleich

Eine methodische Alternative zum Einstieg in ein neues Thema: Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Eintrag zum neuen Thema aus 3-5 verschiedenen Lexika, z.B. zur „Reformation“ aus dem Schülerduden Geschichte, dem Brockhaus, einem Atlas Weltgeschichte sowie Auszüge des Wikipedia-Artikels – in Kopie oder als Link. In Kleingruppen bekommen sie den Auftrag die Artikel zu lesen, zu vergleichen und sich in der Gruppe darüber zu verständigen, welches Lexikon zur ersten Information über ein Thema gut geeignet ist und warum. Dabei können sowohl verschiedene Situationen definiert werden (schnelles Nachschlagen oder Vorbereitung für eine Facharbeit) oder in Bezug auf die unterrichtsbegleitende Nutzung ein begründetes Ranking der ausgewählten Nachschlagewerke erstellt werden.

Die Schülergruppen werden in den meisten Fällen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. In der Diskussion entwickeln sie eigene Kriterien zur Bewertung von Nachschlagewerken und lernen Alternativen zum ersten Nachschlagen in Wikipedia kennen, so dass sie bei selbstständiger Arbeit gezielter, ihrer Fragestellung entsprechend nachschlagen können. Der eine bevorzugt die chronologische Auflistung plus Karte im Weltatlas, der andere die Begriffsdefinition im Schülerduden zur ersten Orientierung.

Bei der Durchführung im Unterricht wurden von den Schüler die Präzision des Brockhaus lobend, die Dichte der Fachbegriffe und die vielen Abkürzungen den Zugang als schwer durchdringbar hervorgehoben. Daher landete der Brockhaus in allen Gruppen auf dem letzten Platz. Die Wikipedia in keiner auf dem ersten, sondern im Mittelfeld, wobei einige Lernende sich bei der Präsentation vom Gruppenergebnis distanzierten und anmerkten, dass für sie weiterhin die Wikipedia grundsätzlich den ersten Zugang bieten, dort allerdings nicht der ganze Artikel, sondern der zusammenfassende Vorspann.

Zusätzlich leistet das Vorgehen natürlich noch einen informierenden Einstieg in das Thema.

Mit classroom4.eu im Unterricht arbeiten

Der Beitrag ist etwas länger und liegt daher auf Google Docs. Darin habe ich versucht darzustellen, wie sich mit der Arbeit an dem europäischen Projekt classroom4.eu [Seite existiert nicht mehr] Unterricht öffnen und individualisieren lässt, um unterschiedlichen Interessen und Neigungen von Schülerinnen und Schülern zu berücksichtigen und ihnen verschiedene thematische Zugänge zu bieten.

Das Feedback zu durchgeführten Projekten war von den Lernenden relativ gut. Die Kritik bestand vor allem darin,  dass es viel Arbeit gewesen sei. Positiv hervorgehoben wurde, dass das Gelernte auch in anderen Fächern und  über die Schule hilfreich und nützlich ist.

Die Arbeit an classroom4.eu eignet sich m.E. besonders zum Einstieg in die Oberstufe und die methodische Schulung grundlegender Arbeitstechniken wie Recherche, Exzerpieren und Bibliographieren. Zugleich bieten sich den Lernenden für ihre Texte Internet eine Publikationsmöglichkeit, was neben der Idee der Mitarbeit an einem  innovativen europäischen Bildungsprojekt zusätzlich motivierend wirken kann.

Der auf Google Docs liegende Text kann vielleicht Hilfe und Anleitung sein, diese Art offenen, projektförmigen Arbeitens im eigenen Unterricht auszuprobieren. Über Rückmeldungen und konstruktive Kritik würde ich mich freuen!

Evaluationsbogen zum Geschichts- und Sozialkundeunterricht

In Berlin werden zu diesem Schuljahr verpflichtende Rückmeldungen zu Lehrer und Unterricht durch die Lernenden eingeführt (siehe auch den Bericht in der Berliner Zeitung). Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fragebögen am Computer im Unterricht ausfüllen. Die Rückmeldungen sind anonym verschlüsselt, werden elektronisch ausgewertet und nur der Lehrkraft zur Verfügung gestellt. Die Bögen sowie das Portal zur schulischen Selbstevaluation sind vom Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg entwickelt worden.

An anderer Stelle hatte ich ja schon mal darauf hingewiesen, wie hilfreich und sinnvoll Schülerrückmeldungen in meiner eigenen Unterrichtspraxis sind, insofern finde ich das Projekt und die damit verbundene Unterstützungsleistung für die einzelne Lehrkraft sehr begrüßenswert, zumal die Daten der Rückmeldungen beim Lehrenden zur Verbesserung seines Unterrichts bleiben.

Neben allgemein Kriterien/Fragebögen zum Unterricht sind auch fachspezifische Raster entwickelt worden. Wer sich den Bogen für Geschichte/Politik/Sozialkunde mal anschauen möchte, kann diesen hier als PDF-Dokument herunterladen.

Es ist überaus interessant ist, was hier unter „gutem“ Geschichtsunterricht verstanden und welche Kriterien dafür zugrunde gelegt werden. Für den Geschichtsunterricht unterteilt sich der Bogen in die Bereiche: Förderung der 1) „Deutungs- und Analysekompetenz“, 2) „historischer Methodenkompetenz“ sowie 3) der „Urteils- und Orientierungskompetenz“. Vieles ist sicher einleuchtend und unstrittig, z.B. da wo einzelne Items auf etablierte Kategorien der Geschichtsdidaktik wie Multiperspektivität oder Kontroverstität rekurrieren. Anders ist das sowohl in der diffusen Anlehnung an strittige Kompetenzmodelle sowie in den einzelnen Punkten einigermaßen diskutier- und streitbar…

Ist z.B. das (häufige) Durchführen von Zeitzeugen- und Expertengesprächen ein Qualitätsmerkmal von Geschichtsunterricht? Wie realistisch ist das angesichts der wenigen Unterrichtsstunden des Fachs? Methodisch lässt sich vieles auch an schriftlichen oder videografierten Zeitzeugenberichten einüben, das wird aber nicht abgefragt… Bei einzelnen Items fällt auch mir schwer zu verstehen, was hier wohl gemeint sein könnte, so z.B. unter 2.10 „Wir können das Thema der Stunde oft gemeinsam mit unserer Lehrerin, unserem Lehrer oder selbst finden“ oder unter 3.3 „Im Unterricht diskutieren wir die historische Veränderung von Moral und Wertvorstellungen.“ Das Bemühen um einfache Formulierungen ist zu erkennen, ich könnte mir aber vorstellen, dass da doch der ein oder andere jüngere Schüler der Sekundarstufe schlicht mit überfordert sein dürfte…

Es ist natürlich immer vergleichsweise einfach zu kritisieren. Es selbst besser zu machen, wäre die wirkliche Herausforderung. Deshalb sei es noch einmal deutlich gesagt:  Ich finde es gut, solche Bögen zu erarbeiten und vor allem diese so einfach für alle zur Verfügung zu stellen, auch wenn im Detail das ein oder andere vielleicht überdacht werden sollte. Als Orientierung und Vorlage für eigene Rückmeldebögen ist das Angebot unzweifelhaft eine Hilfe für Geschichts- und Sozialkundelehrkräfte auch außerhalb von Berlin und Brandenburg.

Mich würde ja noch interessieren, weil das aus dem Evaluationsportal des ISQ nicht hervorgeht, wer auf welcher Grundlage den Bogen ausgearbeitet hat? Und ob sich Geschichtsdidaktiker oder der Geschichtslehrerverband an der Erstellung beteiligt haben bzw. was diese dazu sagen? Immerhin werden hier auf Landesebene relativ mutig Qualitätskriterien für den Fachunterricht formuliert, deren theoretische und/oder empirische Fundierung und Genese zumindest im Umfeld der Veröffentlichung auf den Seiten des Instituts nicht expliziert werden.

Nun auch facebook…

Nun gehöre ich zu der wachsenden Zahl von Lehrern, die facebook in der Schule nutzen. Ich muss sagen, dass ich das bisher vermieden habe und facebook (zugegebenermaßen irgendwie undefiniert und durchaus widersprüchlich) kritisch sehe. Einen eigenen Account habe ich trotzdem seit einer Weile. Nach einigen Erfahrungsberichten von Kollegen sowohl mündlich als auch beim Open Course 2011, die sicherlich eine gewisse Öffnung bei mir bewirkt haben, hat sich der erste Einsatz von facebook in der letzten Woche quasi ergeben.

In den letzten Jahren habe ich viel mit verschiedenen Lernplattformen gearbeitet und experimentiert. In einerm Kurs, wo ich bisher keine Lernplattform eingesetzt habe, ergab sich das Problem, dass ich  anfing,  Hinweise auf interessante  den Unterricht ergänzenden Angebote im Internet, als Link an die Tafel zu schreiben. Was für ein Quatsch! Es stellte sich heraus, dass die Schüler alle bereits facebook nutzten und ich dann angeboten habe, dort eine Gruppe für den Kurs einzurichten, in dem ich Hinweise posten kann, aber ebenso die Schüler, die natürlich die Gruppe auch nutzen können, um mit Bezug zum Unterricht zu diskutieren, Nachfragen zu stellen, sich gegenseitig zu helfen usw.

Vorteil der Gruppe ist, dass man als Administrator in einer geschlossenen Gruppe bestimmt, wer Mitglied wird und mit den Mitgliedern auch nicht befreundet sein muss, so dass weder die Schüler mein facebook-Profil oder meine  privaten Postings sehen können noch ich ihre. Nach den Erfahrungen mit den Lernplattformen war ich positiv überrascht, wie schnell die Schüler diesGruppe angenommen haben. Während es bei den Lernplattformen immer großer Mühe ; Nachfragen und einer langen Zeit bedurfte (da an den jeweiligen Schulen noch nicht institutionalisiert), die Schüler alle anzumelden und dann zur einer möglichst aktiven Nutzung zu bewegen, waren 16 von 21 Schülern innerhalb von einem Nachmittag in der facebook-Gruppe freiwillig angemeldet (weil nur Zusatzangebot zum Unterricht für Links und Videos und nicht im Unterricht selbst genutzt). Und ebenso positiv überraschend innerhalb der ersten Tage hat rund die Hälfte der Schüler außerhalb des Unterrichts bereits etwas selbst an Inhalten eingestellt oder die von mir eingestellten Inhalte kommentiert.

Eine vergleichbare freiwillige Beteiligung habe ich in allen bisher genutzen Plattformen noch nicht erlebt. Nichtsdestotroz: Ich sehe den Einsatz von facebook in der Schule weiterhin sehr kritisch und denke nicht, dass facebook-Gruppen im verpflichtenden System Schule eine gute Lösung sind, aber es scheint irgendwie etwas dran zu sein an der Idee, Angebote da zu machen, wo Schüler schon sind…

Geschichte und digitale Medien auf der 7. iMedia

Die iMedia steht dieses Jahr unter dem Thema „Individuelle Lernwege“. Nachdem im letzten Jahr ein sehr breites Angebot für den Geschichtsunterricht auf der iMedia in Mainz zu finden war, fällt das fachspezifische Angebot für Geschichte dieses Jahr magerer aus. Nichtsdestotrotz gibt es neben vielen (insgesamt 141 verschiedene!) interessanten, in der Regel fächerübergreifenden auch einige Infoshops zur Arbeit mit digitalen Medien speziell im  Geschichtsunterricht:

Stephan Frisch: „Mit der interaktiven Geschichtswandkarte differenziert unterrichten“

Alexander König: „Binnendifferenzierung mit Moodle im Geschichtsunterricht“

Außerdem stelle ich das Projekt „classroom4.eu – Ein interaktives Schulbuch zur Kulturgeschichte Europas“ vor.

Mehr Infos zu den genannten Infoshops sowie des übrigen Angebots findet sich auf den Seiten der iMedia.

Die 7. iMedia findet am 24. Mai 2011 in Mainz statt. Eine Anmeldung ist unter der Veranstaltungsnummer 112080201 über Fortbildung-Online möglich.

 

 

Europa & EU in Schule & Unterricht

Die am Blog-Wettbewerb teilnehmenden Schülerinnen und Schüler haben zum Europa-Tag Anfang des Monats das Thema aufgegriffen. Wie und wo erleben sie Europa? Die Einschätzungen der Schüler in ihren Blogeinträgen sind ernüchternd für die Behandlung des Themas „Europa“ in Schule und Unterricht. Hier exemplarisch Auszüge aus einem Beitrag:

„In der Schule, im Sozikurs wird Europa laufend extrem gehypt (warum auch immer…). Und natürlich der Euro. Ansonsten? Nö. […] Die einzige Sache die mir auffällt ist das die EU in der Schule immer bis zum Himmel gelobt wird (in der 9. und 10. Klasse und jetzt auch im Sozi-LK), was komplett kontrovers zur öffentlichen Meinung über die EU in Deutschland ist.“