Fundstück1: Einstieg e-learning

Für alle Kollegen, die bisher wenig oder gar nicht mit Computer und Internet im Unterricht gearbeitet haben, die sich aber vielleicht auch nicht getraut haben zu fragen… was eigentlich e-learning, ein wiki,  podcasting ist und was sich damit im Unterricht anfangen lässt… hier ein Link zu einem gut verständlichen Einführungsartikel aus der Zeitschrift Computer und Unterricht 62 (2006) von Stefan Aufenanger von der Uni Mainz. Er beschreibt Einsatzmöglichkeiten von e-learning, gibt einen knappen Überblick über lerntheoretische Hintergründe und erklärt einige zentrale Begriffe des e-learning.

@Lehrer(aus)bildung2

Sven Knutsson bringt am Ende des zweiten Films das hier gestern angesprochene Problem der Informationsflut sehr schön auf den Punkt. Er sagt sinngemäß: „In 8 von 10 Fällen finden meine Schüler auf meine Fragen sehr schnell und einfach Antworten im Internet. Meine Aufgabe ist es den Schülern zu helfen, mit der Riesenmasse an Informationen umzugehen und ihnen zu zeigen, was ihnen wirklich weiterhilft.“

@Lehrer(aus)bildung

René Scheppler schreibt in seinem Blog, dass in bezug auf ICT Lehrer und Schüler „gemeinsam und auf Augenhöhe mit- und voneinander (…) lernen, wenn (sie) die sich ergebenen Chancen des Einsatzes von z.B. Web 2.0-Technologien im Unterricht erproben.“. Dem kann ich voll zustimmen. Viele Kollegen  Lehrer haben Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Computern und Internet in ihrem Unterricht, weil ihnen die gewohnte methodische und didaktische Souveränität im Umgang damit fehlt. Entsprechende Module finden sich mittlerweile vielfach in der Lehrerausbildung, was bei mir vor ein paar Jahren leider noch nicht der Fall war… Darauf zu warten, dass dies flächendeckend angeboten wird und neue, ICT-geschulte Lehrer in die Schulen strömen, kann wohl keine Lösung sein. Deshalb muss es im Sinne des oben Zitierten darum gehen, Kollegen Mut zu machen, es einfach auszuprobieren und vor allem konkrete, fachbezogene Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen…  Ansprechpartner können neben den Ausbildern an den Fachseminaren auch regionale Fachberater sowie sämtliche Kollegen in der Lehrerfortbildung sein, so dass irgendwann der ICT-Einsatz nicht mehr als etwas Zusätzliches angesehen, sondern zu einem selbstverständlichen Teil des fachlichen Methoden- und Medienrepertoires wird.

Bewertung wikipedia-Artikel

Wikipedia ist wahrscheinlich mittlerweile die in der Schule, also von Schülern und Lehrern, am häufigsten genutzte Informationsquelle, oft auch leider die einzige… was sich immer wieder in schlechten Referaten und Ausarbeitungen niederschlägt. Über den Blog von Gabi Reinmann bin ich vor einiger Zeit auf wikibu.ch aufmerksam geworden.

FireShot capture #1 - 'Wikibu

wikibu bietet eine vor allem quantitative Kriterien zur Bewertung der Qualität von wikipedia-Artikeln. Zusätzlich werden Informationen zur wikipedia-eigenen Bewertung sowie zu Hauptautor und Veränderungsfrequenz mitgeliefert. Natürlich ist das keine umfassende Qualitätsbewertung (siehe dazu auch die Diskussion im denkarium), aber dennoch für Schüler und Lehrer eine wichtige Hilfe, vor allem weil so deutlich wird, wie die Artikel entstehen und  diese nicht nur als gegeben hingenommen werden.  Zur Schulung der sogenannten „Informationskompetenz“  mit wikipedia bietet wikibu eine gut aufgebaute 3stündige Unterrichtseinheit an.

Diese Informationskompetenz aufzubauen gehört sicher zum allgemeinbildenden Auftrag der Schule, doch denke ich, dass dem Geschichtsunterricht mit seiner Methodik der Quellenkritik eine besondere Rolle zukommen kann. Darauf ist schon mehrfach hingewiesen worden, beispielhaft sei hier nur auf den Vortrag von Vadim Oswalt zu Quellenkritik im Zeitalter des Internet aus dem letzten Jahr hingewiesen.

wikipedia hat Lexika als Nachschlagwerke bei Schülern vollkommen verdrängt. Durch die permanente Verfügbarkeit hat das auch den positiven, viel zu selten genannten Effekt, dass viel mehr Schüler als früher einfach mal etwas nachschauen, was sie nicht wissen oder verstehen. Ein anderes Problem als das der Quellenkritik, aber ein ebenso gravierendes, stellt die Handhabung der verfügbaren Informationsmengen dar, die Schüler oft überfordern und denen es auf in der Oberstufe nicht immer gelingt, wichtige von weniger wichtigen Informationen zu trennen.  Ein Blick in einen knappen Lexikonartikel oder für die neueste Geschichte in das LeMO ermöglicht da oft einen besseren Einstieg in ein neues Thema als sich in Details verlierende wikipedia-Artikel. Aber das müssen Schüler eben erst lernen bzw. wir als Lehrer vermitteln.

Anmerkung zu Praxis Geschichte (4/2009)

Die aktuelle Ausgabe von Praxis Geschichte ist dem Thema „Historisches Lernen mit elektronischen Medien“ gewidmet. Das Heft enthält gelungene Beiträge wie z.B. der im positiven Sinne übersichtliche Artikel von Marc-Albrecht Hermanns zum Einsatz von moodle im Geschichtsunterricht.

Enttäuschend fällt hingegen der Basis-Artikel von Oliver Näpel aus. Seine pessimistische Einschätzung der schulischen IKT-Ausstattung ist so m.E. nicht (mehr) zutreffend. Alle Schulen, die ich kenne, verfügen über einen bis zwei funktionierende Computerräume. Diese werden allerdings oft nicht optimal und nur von wenigen Kollegen genutzt, da vielen Lehrkräften noch das entsprechende technische, didaktische und/oder methodische Wissen fehlt.

Aber statt der von Näpel beklagten „anhaltenden Sparzwänge“ wird zur Zeit in die schulischen IKT-Strukturen investiert wie vermutlich nie zuvor. Finanziert werden die Programme vor allem aus dem Konjunkturpaket II. Beispielhaft seien hier die Initiative in Niedersachsen, der eEducation Masterplan in Berlin sowie das Programm Medienkompetenz macht Schule in Rheinland-Pfalz genannt. Letzteres wird im kommenden Schuljahr 280 weiterführende Schulen mit einer zusätzlichen IKT-Infrastruktur ausstatten, u.a. drei interaktiven Tafeln sowie einem Laptopwagen. Pro Schule beträgt der Investitionsrahmen 40.000€. Gekoppelt werden diese Investionen in die Ausstattung mit Aus- und Weiterbildungsprogammen. Es scheint, als wären aktuell sowohl der politische Wille als auch die Mittel zu einer Verbesserung der Situation vorhanden.

Teachers wanted

EarthDay

Update (01/10/2009): Relaunch of the website classroom4.eu [does not exist anymore] on October, 10. Democracy & portraiture started.

Nevertheless, we are still looking for teachers and classes to participate in this school year’s classroom4.eu-project:

What is this classroom4.eu-project about?

It’s an internet based project wanting to create a complentary website with (hi)stories from different regions in Europe giving regional perspectives on the big themes treated in the book (see below) and showing the supranational and interregional links in the development of a common European culture.

What is the reason for the project?

A textbook for upper secondary schools about European civilization by the European Academy of Yuste under direction of Abram de Swaan, published in june 2010. For the members of the Academy see also  the  homepage of the Fundación Academia Europea de Yuste in Spain.

What’s innovative about the book?

A very different approach to history, a complete crossover to the national histories we teach until now, restructuring and focussing European history in some artistic and scientific developments, like e.g. democracy, portrait painting, the lens.

How are we going to work?

Interested teachers will work in small groups to pilot the project on different themes. They will use eTwinning for communication and look with their students for relations in their regions to the big themes and investigating, writing and publishing stories on the classroom4.eu-website, maybe in addition also working materials as sources and photos. The language of communication will be English, but students can publish their work in one of six languages of the European Union, e.g. also French, German or Polish. As tool for work and communication we will use a virtual classroom on eTwinning.

How long are we going to work?

The first phase is going to take place from the beginning of the new school year in september 2009 to the publishing of the book in june 2010. Then, we will decide on if and how to continue, hopefully, the project being a success we can turn the website in a long lasting professional tool for history and language teachers from all over Europe. For more information see the homepage of the project.

Start

„Das Medium ist die Botschaft. Und das Leit-Medium von Historie in der Gesellschaft ist weder die ‚Quellensammlung‘ (…) noch der listenhafte ‚Leitfadenabriss‘ voll Jahreszahlen. Die Medien von Geschichte sind relativ zahlreich, von der spannenden historischen Erzählung und der bewegenden Biografie über Tageszeitung und Reiseführer, über Denkmal und Gedenktag, über Kommentar und Essay (…), über Roman und Spielfilm zur kompilationsförmigen ‚Fernsehdokumentation und zur thematischen Ausstellung. Kompetenter Umgang mit diesen Medien (und nicht nur mit ‚Dokumenten‘) ist eine wichtige Qualifikation.“

Bodo von Borries, Geschichte Denken Lernen – Welterschließung statt Epochenüberblick, Opladen u.a. 2008, S. 100f.

Um mit dem Blog zu beginnen, werden die nächsten Tage hier zunächst sukzessive Informationen und Materialien eingestellt, die bisher an anderer Stelle zu sehen waren.

Der Begriff „Medien“ ist nicht, wie vielleicht naheliegenderweise zu vermuten, ausschließlich im Sinne digitaler Medien zu verstehen. Die Diskussion über diese „neuen“ Medien muss m.E. auch zu einem Nachdenken über den Einsatz der „alten“ Medien führen, um deren Position im Unterricht gleichsam neu zu bestimmen. Es geht also mehr um „neues Lernen mit Medien“ als um das lange diskutierte Lernen mit „neuen“ Medien. Darüber hinaus gilt es die spezifischen Beitragsmöglichkeiten des Geschichtsunterrichts zu einer allgemeinen Medienbildung (media literacy) zu erörtern. In diesem Zusammenhang ist ja schon verschiedentlich auf die hohe Affinität z.B. historischer Quellenkritik und dem Umgang mit dem Internet als Informations“quelle“ hingewiesen worden.

Der Blog soll Gelegenheit dazu geben, methodische und didaktische Überlegungen zum Einsatz  und Umgang mit Medien im Geschichtsunterricht auszutauschen und zu diskutieren. Ich hoffe, es ist die ein oder andere Anregung für die Gestaltung des Unterrichts dabei.