Tagung Neue Medien

Unter dem Titel Neue Medien in Alltag, Schule und Unterricht – Potentiale und Herausforderungen veranstaltet das Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung der Universität Mainz zusammen mit der AG Medienpädagogik des Instituts fürErziehungswissenschaft am 24. und 25. September 2009 eine Tagung. In Praxisworkshops werden u.a. eTwinning und Medienkompetenz macht Schule vorgestellt. Weitere Infos zur Tagung, Programm und Anmeldeformular finden sich unter www.media4education.de

Für Lehrkräfte aus Rheinland-Pfalz und Hessen ist die Tagung auch als Fortbildung anerkannt.

Fundstück1: Einstieg e-learning

Für alle Kollegen, die bisher wenig oder gar nicht mit Computer und Internet im Unterricht gearbeitet haben, die sich aber vielleicht auch nicht getraut haben zu fragen… was eigentlich e-learning, ein wiki,  podcasting ist und was sich damit im Unterricht anfangen lässt… hier ein Link zu einem gut verständlichen Einführungsartikel aus der Zeitschrift Computer und Unterricht 62 (2006) von Stefan Aufenanger von der Uni Mainz. Er beschreibt Einsatzmöglichkeiten von e-learning, gibt einen knappen Überblick über lerntheoretische Hintergründe und erklärt einige zentrale Begriffe des e-learning.

@Lehrer(aus)bildung

René Scheppler schreibt in seinem Blog, dass in bezug auf ICT Lehrer und Schüler „gemeinsam und auf Augenhöhe mit- und voneinander (…) lernen, wenn (sie) die sich ergebenen Chancen des Einsatzes von z.B. Web 2.0-Technologien im Unterricht erproben.“. Dem kann ich voll zustimmen. Viele Kollegen  Lehrer haben Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Computern und Internet in ihrem Unterricht, weil ihnen die gewohnte methodische und didaktische Souveränität im Umgang damit fehlt. Entsprechende Module finden sich mittlerweile vielfach in der Lehrerausbildung, was bei mir vor ein paar Jahren leider noch nicht der Fall war… Darauf zu warten, dass dies flächendeckend angeboten wird und neue, ICT-geschulte Lehrer in die Schulen strömen, kann wohl keine Lösung sein. Deshalb muss es im Sinne des oben Zitierten darum gehen, Kollegen Mut zu machen, es einfach auszuprobieren und vor allem konkrete, fachbezogene Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen…  Ansprechpartner können neben den Ausbildern an den Fachseminaren auch regionale Fachberater sowie sämtliche Kollegen in der Lehrerfortbildung sein, so dass irgendwann der ICT-Einsatz nicht mehr als etwas Zusätzliches angesehen, sondern zu einem selbstverständlichen Teil des fachlichen Methoden- und Medienrepertoires wird.

Anmerkung zu Praxis Geschichte (4/2009)

Die aktuelle Ausgabe von Praxis Geschichte ist dem Thema „Historisches Lernen mit elektronischen Medien“ gewidmet. Das Heft enthält gelungene Beiträge wie z.B. der im positiven Sinne übersichtliche Artikel von Marc-Albrecht Hermanns zum Einsatz von moodle im Geschichtsunterricht.

Enttäuschend fällt hingegen der Basis-Artikel von Oliver Näpel aus. Seine pessimistische Einschätzung der schulischen IKT-Ausstattung ist so m.E. nicht (mehr) zutreffend. Alle Schulen, die ich kenne, verfügen über einen bis zwei funktionierende Computerräume. Diese werden allerdings oft nicht optimal und nur von wenigen Kollegen genutzt, da vielen Lehrkräften noch das entsprechende technische, didaktische und/oder methodische Wissen fehlt.

Aber statt der von Näpel beklagten „anhaltenden Sparzwänge“ wird zur Zeit in die schulischen IKT-Strukturen investiert wie vermutlich nie zuvor. Finanziert werden die Programme vor allem aus dem Konjunkturpaket II. Beispielhaft seien hier die Initiative in Niedersachsen, der eEducation Masterplan in Berlin sowie das Programm Medienkompetenz macht Schule in Rheinland-Pfalz genannt. Letzteres wird im kommenden Schuljahr 280 weiterführende Schulen mit einer zusätzlichen IKT-Infrastruktur ausstatten, u.a. drei interaktiven Tafeln sowie einem Laptopwagen. Pro Schule beträgt der Investitionsrahmen 40.000€. Gekoppelt werden diese Investionen in die Ausstattung mit Aus- und Weiterbildungsprogammen. Es scheint, als wären aktuell sowohl der politische Wille als auch die Mittel zu einer Verbesserung der Situation vorhanden.

Start

„Das Medium ist die Botschaft. Und das Leit-Medium von Historie in der Gesellschaft ist weder die ‚Quellensammlung‘ (…) noch der listenhafte ‚Leitfadenabriss‘ voll Jahreszahlen. Die Medien von Geschichte sind relativ zahlreich, von der spannenden historischen Erzählung und der bewegenden Biografie über Tageszeitung und Reiseführer, über Denkmal und Gedenktag, über Kommentar und Essay (…), über Roman und Spielfilm zur kompilationsförmigen ‚Fernsehdokumentation und zur thematischen Ausstellung. Kompetenter Umgang mit diesen Medien (und nicht nur mit ‚Dokumenten‘) ist eine wichtige Qualifikation.“

Bodo von Borries, Geschichte Denken Lernen – Welterschließung statt Epochenüberblick, Opladen u.a. 2008, S. 100f.

Um mit dem Blog zu beginnen, werden die nächsten Tage hier zunächst sukzessive Informationen und Materialien eingestellt, die bisher an anderer Stelle zu sehen waren.

Der Begriff „Medien“ ist nicht, wie vielleicht naheliegenderweise zu vermuten, ausschließlich im Sinne digitaler Medien zu verstehen. Die Diskussion über diese „neuen“ Medien muss m.E. auch zu einem Nachdenken über den Einsatz der „alten“ Medien führen, um deren Position im Unterricht gleichsam neu zu bestimmen. Es geht also mehr um „neues Lernen mit Medien“ als um das lange diskutierte Lernen mit „neuen“ Medien. Darüber hinaus gilt es die spezifischen Beitragsmöglichkeiten des Geschichtsunterrichts zu einer allgemeinen Medienbildung (media literacy) zu erörtern. In diesem Zusammenhang ist ja schon verschiedentlich auf die hohe Affinität z.B. historischer Quellenkritik und dem Umgang mit dem Internet als Informations“quelle“ hingewiesen worden.

Der Blog soll Gelegenheit dazu geben, methodische und didaktische Überlegungen zum Einsatz  und Umgang mit Medien im Geschichtsunterricht auszutauschen und zu diskutieren. Ich hoffe, es ist die ein oder andere Anregung für die Gestaltung des Unterrichts dabei.