Workshop: Zeitzeugen und historisches Lernen

Vorab stelle ich hier die Präsentation und Linkliste für den Workshop nächste Woche zur Verfügung und Diskussion. Anregungen und Kritik sind willkommen. Der Workshop kann dadurch nur besser werden.

 

Zum Workshop habe ich als Handout eine Auswahl von Adressen, Links und Literaturtipps als Dokument auf einem Titanpad eingerichtet, das auch bearbeitet und ergänzt werden kann.

Geocaching: historisches Lernen vor Ort und unterwegs

Auf den Geschichtsseiten des Bildungsservers Rheinland-Pfalz findet sich neu ein Artikel zum Geocaching:

http://geschichte.bildung-rp.de/entwicklung/geocaching.html

Der Beitrag ist eine erweiterte und überarbeitete Version des Texts, der vor kurzem hier im Blog erschienen ist.

Geocaching als Teil der Geschichtskultur

Was Geocaching ist, brauche ich hier nicht zu erklären. Wer das nicht weiß, kann das auch an anderer Stelle nachlesen (z.B. hier oder hier). Der Blogbeitrag fasst eigentlich nur eine kleine Beobachtung der Geocaching-Touren der letzten Wochen zusammen.

Geocaching ist in den letzten Jahren zu einer Art Massen- bzw. Volkssport geworden. Hat man erstmal ein paar Caches an seinem Wohnort gehoben, fällt einem erst auf, nicht nur viele Caches überall im Land versteckt sind, sondern viele Leute sie Tag für Tag und natürlich vor allem am Wochenende heben.

Dabei gelangt man nicht nur zu den ungewöhnlichen, schönen oder sonstwie interessanten Plätzen, eine Großzahl der versteckten „Traditional“-Caches führt zu historischen Orten, die mehr oder minder vergessen, ein wenig ab vom Strom und der Aufmerksamkeit liegen…

In der Beschreibung vieler Caches begründen dies die Besitzer der Caches oft ausdrücklich damit, dass der Ort kaum beachtet wird, sie diesen aber interessant finden. So hat uns die Schatzsuche an reichlich zufälligen Städten und Orten in den letzten Wochen zu einer ehemaligen Synagoge geführt, die heute als Kulturcafé und Bibliothek genutzt wird, zu den abseitig gelegenen Fundament eines Limesturms, einer denkmalgeschützten, mehrere hundert Jahre alten Eichen, deren Name auf alte Handelswege verweist, und einem weitgehend unbeachteten frühneuzeitlichen Meilenstein.

Es ist eine wunderbare Art, sich ohne Reiseführer in unbekannten Städten von den Caches zu den besonderen Orten der Gemeinde führen zu lassen und diese so zu entdecken. Tausende von Menschen verstecken in Deutschland kleine Boxen und Dosen an historischen Orten, auf die sie damit aufmerksam machen und erinnern wollen. Und noch mehr Menschen machen sich auf diese Schätze zu entdecken und entdecken dabei auch immer unbekannte Orte und ihre Geschichte oder lernen bekannte Ort neu zu sehen.

Auch hier dienen digitale Medien nicht dem Abtauchen in „virtuelle Welten“, sondern dem Erkunden der eigenen Welt, lokaler und regionaler Geschichte(n) des Ortes, an dem man sich gerade befindet. In einer ausführlichen Beschreibung findet sich in der Regel eine Kopie des Wikipedia-Artikels oder sonstiger Kurzinfos zu dem jeweiligen Ort. Das wirkt oft ein bisschen lieblos, aber woher sollte man denn auch mehr oder andere Informationen bekommen. Und wer mal ein paar Jahre zurückdenkt, selbst wer einen Brockhaus zuhause stehen hatte, konnte darin kaum etwas über die Geschichte der kleinen Kapelle am Bach nachlesen.

Was für ein Teil im besten Sinne populärer und lebendiger Geschichtskultur!

Wenig überraschend ist, dass die Geschichtsdidaktik das Thema noch nicht entdeckt hat (zumindest ist mir nichts bekannt, für Hinweise bin ich dankbar). Die außerschulische und die politische Bildung ist hier (wiederum) weiter und wegweisend. Wer sich dafür interessiert, kann sich im Blog von Jöran Muuß-Merholz kundig machen und z.B. die beiden Projekte in Düsseldorf (Landtagsgeschichten) und Berlin (Martin Luther King) anschauen.

Das didaktische und methodische Potential von „Educaching“ für historisches Lernen auch gerade im schulischen Kontext liegt auf der Hand, ob nun Lehrkräfte einer Schule an einem Studientag gemeinsam eine Tour für ihre Klassen erstellen oder Schüler dies selbst tun im Rahmen eines Projekts im Unterricht oder in einer AG.

Gemeinsam mit dem Leiter der Stadtbildstelle Koblenz, die seit einiger Zeit auch GPS-Geräte für Schule zur Ausleihe anbietet, habe ich Projektanträge eingereicht, in denen wir zusammen mit Schülern  unterschiedliche Touren zur Geschichte von Koblenz erarbeiten wollen. Hoffentlich klappt das mit den Förderung, das würde uns durch die Unterstützung eine etwas professionellere Gestaltung erlauben.

Historisches Lernen unterwegs

In Geschichtsdidaktik und Geschichtsunterricht gibt es recht klar definierte historische „außerschulische Lernorte“. Was aber, wenn es „den“ Lernort so nicht mehr gibt, sondern jeder Ort auch zugleich ein Ort des Lernens, und damit auch des historischen Lernens, sein kann? Das ist eigentlich schon immer so, aber erst durch die zunehmende Verfügbarkeit mobiler Endgeräte gerät diese Perspektiverweiterung in den Fokus. Das dazu passende Schlagwort lautet mlearning oder „mobiles Lernen“. In der Wikipedia wird dies wie folgt definiert:

Der Begriff M-Learning ist nicht eindeutig definiert, ist aber abgeleitet von dem Begriff des E-Learning. Unter M-Learning wird allgemein das Lernen mit portablen ubiquitären Medien bzw. mobilen Medien überall und zu jeder Zeit verstanden. Ersatz für klassische Lernmedien oder das E-Learning sein, sondern viel mehr eine sinnvolle Erweiterung darstellen. mLearning (in Form einer Realisierung über Mobiltelefone) bietet den Vorteil, dass spontan an jedem beliebigen Ort gelernt werden kann (beispielsweise während Wartezeiten). Bei den meisten anderen Lernformen ist es hingegen notwendig das Lernen vorher zeitlich und örtlich zu planen (beispielsweise indem ein Buch mitgenommen wird).

Wie eingangs schon angedeutet, geht es mir nicht um die Möglichkeit, an der Haltestelle oder im Bus mit dem Handy noch Jahreszahlen pauken zu können.  Klar, das geht auch, aber darum geht es meines Erachtens nicht.

Durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen („Bibliothek in der Hosentasche“) sowie den zahlreichen Funktionen der mobilen Endgeräte („Das Smartphone als digitales Schweizer Messer“) wird nun historisches Lernen ermöglicht, für das zuvor jeweils ein enormer Aufwand betrieben werden musste (Besorgen entsprechender Aufnahmegeräte, Recherche in Bibliothek oder Archiv).

Ausschlaggebend ist nicht die Technik, aber sie ermöglicht eine Öffnung des schulischen Geschichtsunterricht sowohl inhaltlich, methodisch als auch räumlich. Der Geschichtsunterricht darf und kann viel stärker als bisher den Klassenraum verlassen und die unmittelbare Umgebung erkunden. Im Mittelpunkt müssen nicht mehr vorrangig Schulbücher und vordefinierte außerschulische Lernorte stehen, sondern die Fragen und die Lebenwelt der Lernenden können zum Ausgangspunkt werden. Damit einher gehen erweiterte Möglichkeiten zur Individualisierung von Zugang, Untersuchungsobjekten, Arbeitsweisen, Lernprozessen und Ergebnissen.

Dort, wo mir Geschichte im Alltag begegnet, kann ich dies zum Ausgangspunkt meiner Fragen an die Vergangenheit machen (das war schon immer möglich, aber nun viel einfacher als früher). Einige Ideen versuche ich hier mal zusammenzustellen, wie die Arbeit mit mobilen Endgeräten Interesse an Geschichte und historisches Lernen fördern kann.

Forschendes Entdecken und Dokumentieren:

– Aufzeichnen von Fotos, Videos, Tönen von baulichen Überresten, geschichtskulturellen Zeugnissen (wie z.B. Werbung), aber auch die Befragung von Experten oder Zeitzeugen.

– Einbettung der Ergebnisse in ePortfolios, digitale Karten, Blogs oder Wikis.

– Eigenes Erstellen von thematischen (Audio-/Foto-/Video-) Stadtrundgängen, Rallyes oder Geocaches (z.B. von älteren für jüngere Schüler).

Sich Informieren:

– Direktes Abrufen von Informationen vor Ort, wo sonst eine (für lokal- und regionalhistorische Themen oft aufwändige) Recherche an einem anderen Ort vorab oder im Nachhinein notwendig gewesen wäre (z.B. Herkunft von Straßennamen, Informationen zu Gebäuden oder Denkmälern).

Spielerisch erkunden:

– Apps, Rätsel/Quiz, Rallyes und Geocaching-Touren zu historischen und politischen Themen.

– Sich anhand von digitalisierten alten Karten in der Stadt heute orientieren.

– Orts-Bildersuche: Heutige Orte historischer Aufnahme finden

Wahrnehmung erweitern:

– Das Einblenden historischer Gemälde und Fotos, die den direkten Vergleich mit heute erlauben.

– Lesen, hören, sehen von Text-, Audio- und Videoquellen an historischen Orten.

Einige der Ideen lassen sich auch mit Fotokopien umsetzen und sind daher nicht neu. Aber sowohl Abbildungen sind nun leichter verfügbar als auch deren Qualität ist digital deutlich besser. Das mobile Nutzen von Audio- oder Videoaufzeichnungen ist für Schulen sogar weitgehend neu und war bislang professionellen Anbietern wie Museen oder der Stadttouristik vorbehalten.

Stichworte zur Jüdischen Geschichte

„Die Stichworte des Monats zur Jüdischen Geschichte sollen Argumente gegen antisemitische Stereotype liefern, indem die Phänomene jeweils kontextualisiert werden und ihr Faktenhintergrund erläutert wird.“

Die Stichworte sind Teil der Webseite des Pädagogischen Zentrums Frankfurt am Main, des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt. Sie sind informativ, gut lesbar und für den Unterricht geeignet, nur leider nicht als RSS-Feed abonnierbar.

Interessant ist auch das Fortbildungsangebot des Zentrums. Ein Überblick der Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2012 findet sich hier.

Meinungsrelativismus von Lernenden

Im Blog von Herrn Larbig finde sich (wieder mal) ein interessanter Beitrag, der sich einem Phänomen nähert, dass auch im Geschichtsunterricht zu beobachten und insofern problematisch ist, als es eine weiter gehende Auseinandersetzung mit dem Gegenstand im Sinne eines historischen Lernens blockieren kann.

Wenn die Perspektivität von Quellen und Darstellungen nur mit  dem Verweis auf unterschiedlichen Autorenschaft, deren Meinungen gleichberechtigt nebeneinander stehen, (v)erklärt wird, dann dürfte ist es dem ein oder anderen nicht einsichtig sein, warum sich eine intensivere Auseinandersetzung mit den Standpunkten, deren Vergleich und Überprüfung lohnen könnte, um zu einem eigenen Urteil kommen.

Ein eigenes Urteil ist letztlich innerhalb dieser Vorstellung auch kaum möglich. Der Versuch einer Urteilsbildung, wie sie z.B. in Klausuren gefordert wird, mündet häufig in eine Antwort, die oberflächlich, ohne Belege argumentiert, dass man das so oder so sehen kann, was durchaus mit Belegen versehen werden kann. Im Geschichtsunterricht zielen wir oft auf solche abwägenden Beurteilungen.  Folgt man der Beobachtung von Herrn Larbig, könnte dahinter bei vielen Lernenden aber eben keine begründbare Einsicht in die Zusammenhänge, sondern der Versuch stecken, sich einem eigenen Urteil zu entziehen.

„Was ist Geschichte?“ für zwischendurch

Eine kleine Aktivität von 2 bis 3 Stunden für ältere Klassen, die sich gut zu Beginn des Schuljahrs, zwischen zwei Unterrichtsreihen oder in einer Doppelstunde Vertretung einpassen lässt.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich das hier im Blog bereits vorgestellte Plakat Doing history is like solving a mistery anschauen und mit Hilfe eines Wörterbuchs verstehen (zumindest die Überschriften, auf keinen Fall alles übersetzen!).

Schnell ist klar, dass das Plakat wenig geeignet ist. Aus Sicht der Lernenden hat es mehrere Nachteile:

– Es ist auf Englisch.

– Es enthält zu viel Text.

– Es bezieht sich nur auf US-amerikanische Geschichte.

Der Auftrag für die Schülerinnen und Schüler ist dann in der Folge, in Kleingruppen zu überlegen, wie so ein Plakat besser gestaltet werden könnte und wie es für den Anfangsunterricht Geschichte auf Deutsch aussehen müsste. Sie gestalten dann einen eigenen Entwurf entweder mit Stiften, Schere und Papier oder digital mit Hilfe der IWB-Software. Die Lernenden müssen sich dabei in der Gruppe über ihre Konzepte von Geschichte verständigen und überlegen, wie sie dies für deutlich jüngere Schülerinnen und Schüler verständlich umsetzen können.

Idealerweise sollten die (gelungenen) Produkte aus der Stunde dann tatsächlich in den Unterricht einer jüngeren Klasse mitgenommen, dort ausgestellt und besprochen werden. Das vorne weg anzukündigen, kann (muss aber nicht) die Motivation für die Arbeit an den Plakaten erhöhen. Denkbar wäre auch, dass eine Schülergruppe mit in die Klasse kommt und dort ihr Plakat vorstellt, erklärt und für Nachfragen zur Verfügung steht.

Geocaching und Google Maps

Durch den gemeinsamen Workshop mit Jöran Muuß-Merholz auf der Tagung httpasts://digitalmemoryonthenet der Bundeszentrale für politische Bildung ist mir klar geworden, dass sich Geocaching auch für schulische Kontexte und speziell auch für den Geschichtsunterricht eignet. Geocaching muss hier nicht erneut erklärt werden. Eine gute Einführung findet sich auf den Seiten von Jöran ebenso wie Beispiele für den Einsatz von Geocaching in der historisch-politischen Bildung.

Angeregt durch den Vortrag habe ich überlegt, wie man Geocaching und Kartenarbeit im Geschichtsunterricht verbinden könnte. Nur gehört habe ich von einem Projekt aus den Niederlanden, wo Jugendliche mit Kopien alter Stadtpläne und GPS-fähigen Handys die Geschichte der Stadt erkunden (Wer weiß, um welches Projekt es sich dabei handelt? Vielleicht einen Link dazu hat? Ich wäre dankbar für Hinweise. Ich habe es bisher leider nicht finden können.)

Will man Geocaching und digitale Kartenarbeit im Unterricht miteinander verbinden, geht dies zum Beispiel mit zwei parallelen Klassen oder je einer Klasse in Mittel- und Oberstufe, bei denen in nahem zeitlichen Abstand ein ähnliches Thema ansteht. Alternativ ist auch die Zusammenarbeit mit einer Kollegin, einem Kollegen in einer entsprechenden Partnerklasse (nicht unbedingt derselben Schule) sein.

Ähnlich wie bei eTwinning-Projekten stellt Geocaching über die Orte eine Verbindung zur Lokal- bzw. Regionalgeschichte her, die aber idealerweise stets exemplarisch in einem größeren Kontext steht. Die erste Schülergruppe recherchiert Orte zu einem historischen Thema in ihrer Stadt oder Region, wählt diese aus (Frage der Relevanz für das Thema und die Gruppe!) und erarbeitet ein Multi-Cache mit z.B. der Aufgabe jeweils ein Foto zu machen, Informationen zu suchen und/oder Fragen zu beantworten.

Eine zweite Gruppe macht dann dieses Multi-Cache, eine Art digitale Schnitzeljagd, und verwendet die Informationen und Fotos, um damit eine eigene digitale Karte zu gestalten, die wiederum von anderen genutzt werden kann, z.B. zur Vorbereitung und Durchführung eigener Stadtrundgänge. Das Aufbereiten für das eigene Kartenprodukt wälzt die Inhalte um (zusammenfassen, um-/ausformulieren, Verbindungen herstellen usw.) und sichert sie damit. Außerdem werden sie so einer potentiell großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Idee zeigt eine mögliche, ich würde sagen, wahrscheinliche Entwicklung für die Arbeit mit digitalen Medien in Schule und (Geschichts-) Unterricht. Eine zunehmend wichtige Rolle werden mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets) dabei spielen. Wie Alexander König in einem Gespräch vor kurzem zu Recht sagte: Es wird vor allem um die Einbindung der mobilen Endgeräte der Lernenden gehen. Hier wird an den meisten Schulen noch viel Nach- und Umdenken nötig sein, da noch weithin „Handyverbote“ gelten oder neu erstellt werden und die schulische Infrastruktur aus Sicherheitsüberlegungen oft ein geschlossene ist.

Das Beispiel des Geocaching verweist meines Erachtens auf eine grundlegende Entwicklung: Man „geht“ nicht mehr in den Computerraum und dort ins Internet, sondern Informationen sind mobil digital überall verfügbar. Sie sind nie losgelöst von der realen Welt, sondern stehen in enger Wechselwirkung. In Rückkopplungsschleifen erweitern die digital vor Ort verfügbaren Informationen meinen Blick auf und meine Deutung des realen Ortes, wobei ich aber auch fehlerhafte Informationen durch die Anschauung vor Ort korrigieren kann.

 Somit werden die Konzeption deutlich getrennter Räume von realer und digitaler Welt sinnvollerweise aufgehoben und neue Bildungsperspektiven sichtbar. Im Alltag ist diese scheinbare Trennung schon lange kaum mehr eine zu sein (Auto, TV usw.), während sie im Bildungsbereich auch räumlich (noch) aufrecht erhalten wird. Allerdings gibt es bereits einige Schul- und Klassenprojekte gibt, die mit individuellen Smartphones und Tablets arbeiten und das, wenn man den Berichten glauben darf, recht erfolgreich, siehe z.B. hier und hier.

httpasts://digitalmemoryonthenet

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Die Konferenz ist rum und sie war gut. Es gab viel Input, einiges zum Nachdenken und durchaus konträre Positionen. Ich fand es sehr interessant zu verfolgen, wie unterschiedlich die Einstellungen der Podiumsdiskutanden und anderer Teilnehmer zu Internet, Öffentlichkeit und Web 2.0 sind. Da man aber nichts wiederholen braucht, was woanders schon beschrieben ist, verweise ich hier schlicht auf die von Kollega Hodel beschriebenen Eindrücke auf histnet, die die Sache gut zusammenfassen.

Die Tweets von der Tagung lassen sich auf Twitter noch nachlesen. Dort finden sich  ebenso wie hier auch einige Links aus den Präsentationen und von den Institutionen der Tagung.

Für mich ergab sich eine gewisse Spannung aus der teilweise zeitgleich stattfindenden re:publica. Einige Teilnehmer bewegten sich auch zwischen beiden Veranstaltungen hin und her, so dass neben den Berichten im Netz auch immer wieder direkte Eindrücke ausgetauscht und verglichen werden konnten. Mir scheint, dass sich hier durchaus eine (doch noch große) Kluft bemerkbar macht. Wie Jan Hodel schreibt, war vor allem bei deutschen Institutionen eine starke Zurückhaltung und Skepsis in Bezug auf  den Einsatz von Social Media in der eigenen Arbeit zu spüren, sofern es um mehr als reine Distributionskanäle für ihre Informationen geht. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die strukturellen Ähnlichkeiten der Vorbehalte gegenüber der Arbeit mit digitalen Medien in Schule und außerschulischen Lernorten (die verschiedenen Institutionen aus meiner schulischen Sicht einfach mal zusammenfassend): In beiden Feldern scheint es wesentlich um die Angst vor Kontrollverlust und mangelndes Zu-/Vertrauen in die Nutzer/Besucher/Lernenden zu gehen.

Etwas schade fand ich persönlich, dass wenig Raum und Zeit für die Diskussion der Vorträge war. Die spannend heterogen zusammengesetzte Teilnehmergruppe hätte sicher an der ein oder anderen Stelle stärker einbezogen werden können. Das Potential zeigte sich als am Samstagmorgen als eine halbe Stunde zur Diskussion zur Verfügung stand. Gleiches gilt für eine fehlende Abschlussrunde nach den Workshops am letzten Tag. Ein Zusammenführen  der Eindrücke aus den verschiedenen Workshops mit Abschlussdiskussion wäre vermutlich schöner gewesen als das Auseinanderlaufen, hätte aber vielleicht den zeitlichen Rahmen in Hinblick auf Abreise etc. gesprengt.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hatte während der Konferenz einen Live-Stream, der wohl in den nächsten Tagen auf der Internetseite zum Nachschauen zur Verfügung gestellt werden soll für alle, die nicht live dabei waren, genauso wie einige Interviews mit Referenten sowie eventuell weitere Materialien. Auch das Portal Lernen aus der Geschichte plant eine Dokumentation der Tagung in Form von Podcast-Beiträgen.

Update: Gerade im Blog von Alexander König entdeckt der Link zum Beitrag von 3Sat Kulturzeit über die Tagung.

Update 2: Die Bundeszentrale für politische Bildung bieten auf ihren Seiten eine umfangreiche Dokumentation der Tagung mit Thesenpapieren der Vorträge und Workshops.

Die Teilnehmer des Workshops bekommen die Präsentation ja per Mail zugesandt. Wer sich sonst noch dafür interessiert, findet hier meine Präsentation zu Google Maps und selbst erstellten Stadtrundgängen mit den ensprechenden Links. An dieser Stelle auch nochmal Danke an Jöran für die nette und unkomplizierte Zusammenarbeit. Mir ist rund um Geocaching einiges klarer geworden und ich werde das sicher selbst mal bald ausprobieren 😉

Übrigens ist es auf Google Maps bisher nur möglich Bilder und Videos einzubetten, mit Audio-Dateien geht das noch nicht. Wer auf seinen Karten auf Google Maps Tonspuren einfügen möchte, muss zur Zeit noch einen Umweg gehen und diese bebildern, dann als Video abspielen und dann z.B. auf Youtube hochladen.