Weg vom chronologischen Durchgang

Interessante Nachricht auf edumeres: Brandenburg plant ab dem Schuljahr 2011/12 den chronologischen Durchgang zugunsten von Themenfeldern aufzugeben, so dass u.a. die DDR-Geschichte früher behandelt werden kann. Diese soll dann auch schon in Klasse 7 Thema werden im Themenbereich „Schule in Diktatur und Demokratie“, also einem schülernahen Erfahrungsraum.

Ausgelöst wurde die Änderung durch den Befund, dass Schüler so wenig über DDR-Geschichte wissen. Ähnliches gilt wohl auch für andere Gebiete. In Rheinland-Pfalz erreichen wir im chronologischen Durchgang erst in der 10. Klasse den Nationalsozialismus. Das Interesse der Schüler daran ist schon sehr viel früher vorhanden und in der Regel haben sie Teilthemen bis dahin schon mehrfach in Fächern wie Deutsch oder Religion behandelt.

Der Blog macht Sommerpause

In den nächsten Wochen wird es hier keine neuen Artikel geben. Der Blog macht Pause und ich werde die Sommerzeit (hoffentlich) dazu nutzen, mich endlich mal wieder intensiv an meine Doktorarbeit zu setzen. Ich wünsche allen, die arbeiten müssen, möglichst kühle Arbeitsplätze und allen Lehrerkollegen (weiterhin) schöne Ferien!

Der Historiker als Detektiv – und der Schüler?

Eigentlich ist es nur ein kleiner, unausgereifter Gedanke, den ich aber trotzdem hier zur Diskussion stellen möchte. In der Geschichtswissenschaft ist der Vergleich des Historikers mit einem Detektiv, der Vergleich ihrer jeweiligen Arbeit etabliert. Man denke nur an das gleichnamige Buch von Achim Saupe oder den Essay „Spurensicherung“ von Carlo Ginzburg.  Der Vergleich liegt nahe und ist historisch wohl sogar in einem Wechselverhältnis von entstehender Kriminalistik und Geschichtswissenschaft verwurzelt. Natürlich macht sich auch das Fernsehen die Nähe zu Nutzen in der Inszenierung von Sendungen mit historischen Inhalten. Aber für den Geschichtsunterricht? Mir fallen keine Unterrichtseinheiten ein, die die Schüler in die Rollen von Detektiven oder Kommissaren schlüpfen lassen, um die Vergangenheit zu erforschen. Ich denke, hier steckt ein enormes Motivationspotential.  Geschichte  außerhalb der Schule wird von Jugendlichen oft als sehr interessant und spannend bewertet. Das zeigt das anhaltende Interesse an historischen Filmen und Romanen, auch und gerade bei Jugendlichen. Der Geschichtsunterricht hingegen wird nach großer Begeisterung am Anfang oft  schnell zu einem der Fächer, das zu den langweiligsten zählt. In der Verknüpfung von Krimi-Spannung mit historischem Geschehen und Verstehen liegt vielleicht eine Chance für den Unterricht, diese Kluft etwas kleiner zu machen.

Wäre es nicht möglich, die Quellen und Materialien zum Beispiel zum Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, so zu arrangieren, dass die Schüler hier wie Kriminalisten herangehen und den „Fall“ lösen? Die dafür benötigten Kompetenzen sind grundlegend für den Umgang mit Geschichte und Kern jeden Geschichtsunterrichts. Ähnliches lässt sich für viele andere Themen und Zeiten denken. Ohne dabei die Inhalte zu eng zu führen, da der ganze Hintergrund zum Verständnis des Geschehens notwendig ist, können hier in Form von vergleichsweise offenen Projekten  ganzen Themenbereiche ausgehend von einer „Fallbeschreibung“ aufgearbeitet werde, vom Mord an Caesar  über die „Entführung“ Luthers, die Hinrichtung Karl Ludwigs Sands oder  die Attentate auf Zar Alexander II. oder  Kaiser Wilhelm I. bis hin zur Ermordung von Dollfuß oder Kennedy. In der Regel werden die Schüler in arbeitsgleichen Gruppen arbeiten, die abschließend ihre Ergebnisse vorstellen, vergleichen und im Hinblick auf Plausibilität und unterschiedliche Wertungen überprüfen können.  Dies wären auch mögliche Szenarien für historische WebQuests.

Vielleicht aber gibt es schon entsprechende Unterrichtsvorschläge und -entwürfe? Kennt jemand welche?

Blogeburtstag

Der erste Geburtstag. Im Gegensatz zu vielen anderen Blogs ein sehr zartes Alter, zugegebenermaßen. Ich erinnere mich noch gut an letztes Jahr, als dieser Blog während eines Sprachkurses in einer kleinen Pension (mit Wlan vom Nachbarhotel) im polnischen Sopot geboren wurde. Ein bisschen aus Langeweile, ein bisschen weil ich eigentlich nur mal wissen wollte, wie Blogs eigentlich funktionieren. Daraus ist nun ein Blog entstanden, der nach 365 Tagen immerhin 143 Artikel zählt.

Die am meisten angeklickten Artikel sind:

  1. Denkmäler Kindertransport
  2. Buchtipp: Zwangsumsiedlung
  3. Römer in Germanien
  4. Ist die Erde rund?
  5. Unterrichtseinheit: Karl der Große

Als Blogger kennt man in der Regel seine Leser nicht. Aus den Klicks lässt sich vermuten, dass es vor allem Lehrer auf der Suche nach Materialien im Internet sind, die den Weg auf diese Seite finden. Mein Dank geht an alle Leser,  ohne die es diesen Blog sicher nicht mehr geben würde, und besonders an die, die sich mit Kommentaren aktiv und kritisch eingebracht haben. Ich möchte diesen Blog nicht mehr missen. Ich habe durch das Jahr Bloggen selbst viel gelernt und freue mich auf die Fortsetzung!

Wikipedia, Geschichtswissenschaft und Schule 2

Eigentlich überrascht es wenig, dass eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Wikipedia gerade in der Geschichtswissenschaft stattfindet. Die für die Bewertung von Informationen im Internet nötigen Kernkompetenzen sind nichts anderes als das Handwerkszeug eines Historikers. Eigentlich müsste der Geschichtsunterricht, die Lehrer und Verbände, hiermit hausieren gehen, es laut rausschreien. Selbstbewusstsein statt defensiver Verteidigungshaltung,  die u.a. zu übereilten Entwürfen von verschiedenen, empirisch nicht fundierten „Kompetenz“modellen geführt hat. Man wollte damit die Position des Fachs sichern im Abwehrkampf gegen die immer wieder erfolgte Abwertung der gemeinschaftskundlichen Fächer durch Kürzung der Stundenzahlen oder deren Zusammenlegung. Sicher ein hehres Ziel. Die Umsetzung hat aber aufgrund ihrer unausgereiften  und falsch verstandenen Umsetzung mit dazu beigetragen, „Kompetenzorientierung“ in weiten Teilen der Geschichtslehrerschaft zu diskreditieren.

Auch wenn ich gegen eine reine Funktionalisierung bin, denke ich, könnten wir viel stärker darauf pochen, dass in unserem Fach die grundlegenden Kompetenzen für die Internet-Informationsgesellschaft erlernt werden (u.a. neben vielen anderen Dingen). Die Kriterien, die an die Bewertung von Informationen aus dem Internet angelegt werden, sind im Grunde nichts anderes als das, was Historiker als Quellenkritik bezeichnen. Alltägliches Handwerkszeug in Wissenschaft und teilweise auch im Unterricht. (Letzteres nur teilweise, da die Quellen in den Schulgeschichtsbüchern leider oft nur Illustration des Verfassertextes sind.)

Es geht dabei um nichts Zusätzliches, sondern um den Kern des Geschichtsunterrichts, grundlegende Fähigkeiten, deren Erlernen durch eine richtig verstandene Kompetenzorientierung (siehe dazu auch den neuen Blogbeitrag von Andreas Körber) noch verstärkt werden kann. Was mich wundert, ist, dass dies nicht deutlicher gesagt und betont wird. Dies würde die Rolle des Fachs innerhalb der Schulen und gegen über den Kultusbehörden stärken.

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Wikipedia, Geschichtswissenschaft und Schule

Schön zu lesen, wenn wissenschaftlich bestätigt wird, was man auch in der Schule wahrnimmt und den Schülern predigt (wenn auch zugegebenermaßen mit recht bescheidenem Erfolg): Viele Wikipedia-Artikel eignen sich nicht als Einstieg in die Recherche, verlangt oft viel Vorwissen und enthalten eine Flut von nicht relevanten Details, die nicht nur  Schüler dabei überfordern, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. So die Zusammenfassung einiger (Zwischen-) Ergebnisse des von Peter Haber an der Universität Wien durchgeführten Forschungsseminars zu „Wikipedia und die Geschichtswissenschaften“.

Wikipedia ist ja ein Thema, das immer viel Aufmerksamkeit erzeugt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Präsentation der Seminarergebnisse ein recht breites Medienecho gefunden haben. Zusammenfassend finden sich die Ergebnisse auch im Weblog von histnet, der auch auf das Wiki des Seminars verlinkt.

Für den Geschichtsunterricht in der Schule stellt sich natürlich die Frage, welche anderen Einstiege in ein Thema bieten sich für Schüler im Internet an? Für die deutsche Geschichte verweise ich in der Regel auf LeMO. Die Artikel sind zwar kurz und gut untereinander verlinkt, für Einstieg in ein Thema fehlen allerdings weiterführende Links oder Literaturangaben. Ansonsten fallen mir spontan aber auch keine gute Alternativen ein. Die Wikipedia ist und wird die zentrale Anlaufstelle für Internetrecherchen von Schülern (und Lehrern) bleiben. Daher, denke ich, ist es nötig, über den richtigen Umgang  in der Schule zu diskutieren. Dieser sollte den möglichen Nutzen aber auch Grenzen der Wikipedia sowie deren Funktionieren klar machen. Den anschaulichen Ansatz von Wikibu finde ich gut, zumal gelungene praktische Einsatzszenarien für den Unterricht gleich mit geliefert werden. Problem ist wohl eher, dass sich dafür in der Schule kein Fach „zuständig“ fühlt und es damit Zufall bleibt, ob die Schüler den kompetenten Umgang mit Recherchen im Internet lernen. Eine Chance besteht in schulinternen  und fächerübergreifenden Medienkonzepten, wie sie z.B. von den Projektschulen im rheinland-pfälzischen Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ gefordert und gefördert werden. Allerdings ist das ein langer Weg: Über die oft leidvolle Erfahrung des Versuchs, Schule zu verändern, hat gerade Damien Duchamp ausführlich in seinem Blog berichtet.

Zum Schluss soll ein großer Pluspunkt von Wikipedia erwähnt werden, den ich vor kurzem selbst im Unterricht erlebt habe: In einem eTwinning-Geschichtsprojekt mit einer italienischen Schule sollten die Schüler einer 10. Klasse auf Englisch, das als Kommunikationssprache im Projekt diente, eine Präsentation zum Hitler-Putsch von 1923 erarbeiten. Um an die entsprechenden, unbekannten Fachbegriffe zu kommen, über die Schüler – sofern sie nicht an einer bilingualen Schule sind – sicher nicht verfügen, haben sie von selbst auf die englische Wikipedia zurückgegriffen und eine für sie überraschende Entdeckung gemacht: Auf Englisch heißt das Ganze  Beer Hall Putsch, was Auslöser für eine spannende Diskussion über die Konnotationen der beiden Benennungen war.

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Lehrplanreformen und Kompetenzorientierung

Zu der Diskussion um Reform von Lehrplänen und der zunehmenden Kompetenzorientierung möchte ich auf zwei Beiträge hinweisen: Andreas Körber in seinem Blog einen lesenswerten Aufsatz veröffentlicht. Zentral ist für mich folgende Aussage:

Eine sinnvolle Verknüpfung von content-standards (in einem echten „Kerncurriculum“) und performance-standards (auf der Basis eines Kompetenzmodells) müsste getrennt voneinander Gegenstände und Themen angeben und die jeweils an ihnen zu entwickelnden bzw. zu fördernden Kompetenzen mit einem bestimmten Niveau ausweisen, nicht aber die reine Fähigkeit zur Wiedergabe oder nur Nennung bestimmter Deutungen als eine Performanz ausweisen.

Entwürfe, die sich hieran orientieren, scheinen mir wirkliche Entwicklungschancen für den Geschichtsunterricht zu bieten. Die von Körber geäußerte Kritik an bisherigen Entwürfen und einem großenteils falschen Kompetenzverständnis ist m.E. zutreffend.

Die wegen ihrer massiv in Kritik geratenen Vorschläge aus Hessen werden von Christian Jung in seinem Blog Zeittaucher besprochen. Sehr interessant ist dort auch die in den Kommentaren geführte Diskussion, gerade weil hier auch wieder deutlich wird, das im Zentrum der Debatte auch die Frage nach einer vermeintlichen inhaltlichen „Kanon“ steht.

In Rheinland-Pfalz erfolgt zur Zeit eine Überarbeitung des Lehrplans für die Sekundarstufe I. Von einer öffentlichen Diskussion und Präsentation von Arbeitsfassungen, wie für Hamburg bei Körber beschrieben, habe ich hier leider noch nicht gehört. Nach den Diskussionen in den anderen Bundesländern wird es auf jeden Fall spannend, welche Richtung der Entwurf in Rheinland-Pfalz einschlagen wird.

Untertanen oder Bürger?

Laut Spiegel Online haben Mitarbeiter der Kongressbibliothek in Washington mit einer spektroskopischen Analyse im Konzeptpapier Jeffersons für die Unabhängigkeitserklärung entdeckt, dass dieser zunächst „subjects“ (Untertanen) geschrieben hatte und dies dann durch „citizens“ (Bürger) verbessert hatte. Der kurze Artikel kann zum Einstieg in das Thema aber auch zur Wiederholung dienen, indem die Schülerinnen und Schüler selbst erklären, wo der „große Unterschied“ in der Verwendung der beiden Begriffe liegt.

Der ausführliche Bericht auf den Seiten der Library of Congress findet sich hier.

Archive & Computer-/Internetspiele

Gestern bin ich durch einen Tweet von EiserfeldWolf auf zwei Spiele aufmerksam geworden, die Geschichte vermitteln wollen und bei denen Archive bei der Konzeption der Spiele mitgewirkt haben.

Zum einen ist es das runterladbare Spiel Lambert & Laurin, mit dem 2008 auch ein Gewinnspiel verbunden war, für dessen Lösung das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein sowie das Stadtarchiv in Siegen aufgesucht werden mussten.

Zum anderen Het geheim van Rotterdam (Das Geheimnis von Rotterdam), in dem sich ein Schüler und sein Großvater auf Spurensuche in Rotterdam begeben.

Ehrlich gesagt, stehe ich etwas ratlos vor diesen Spielen. Ich weiß wie schwierig die Öffnung von Archiven für ein weiteres Publikum ist, weil dies von vielen Archiven weiterhin nicht als „Kerngeschäft“ angesehen wird. Insofern begeistern mich solche Initiativen, weil in Archiven ungeheure Schätze für die Vermittlung von Geschichte, gerade auch für die Schule, liegen. Deshalb ist mir die Zusammenarbeit von Schule und Archiv ein wichtiges Anliegen.

Fraglich ist, ob dies durch solche Spiele geleistet werden kann und ob der Aufwand für die Erstellung eines solchen Spiels gerechtfertigt ist. Die Idee, das Computerspiel mit dem Archivbesuch zu verknüpfen, finde ich sehr gelungen, aber nach Ablauf des Wettbewerbs, fürchte ich, wird das Spiel heute kaum noch genutzt werden.

Dem niederländischen Spiel liegt die schöne Idee, eines Vergleichs von Rotterdam vor und nach der Bombardierung 1940 durch die Deutschen zugrunde. Allerdings besteht das Spiel vor allem aus Suchbildern, in denen Münzen und Gegenstände gefunden werden müssen, was ich persönlich schon beim zweiten Level als ermüdend und langweilig empfand (zusätzlich dazu die schlechte, nervtötende Musik, die aber zum Glück ausschaltbar ist). Mit den Gegenständen werden keine weiteren Informationen verknüpft und auch der Großvater hält sich sehr zurück und erzählt (zumindest bis zum Puzzle im vierten Level, nach dem ich dann ausgestiegen bin) außer dem langwierigen Rahmenhandlung kaum historisch Interessantes. Wobei das in der Umsetzung z.B. durch weitere Informationen zu den Gegenständen bei Anklicken sehr schön und leicht umsetzbar gewesen wäre.

Insofern frage ich mich, gibt es weitere Beispiele mit computer- oder internetbasierten Spielen historischen Lernen in oder mit Archiven zu fördern? Was kannst sonst das Ziel von solchen Spielen sein? Nur eine andere Art von Werbung für die eigene Einrichtung, wie hier im Blog De digitale Archivaris angedeutet?

Irgendwie denke ich, dass in der Verbindung von Internet, Spiel und historischem Lernen durchaus ein Potential  für die Öffnung von Archiven für eine breitere (und junge) Öffentlichkeit schlummert, das aber bisher noch nicht geweckt scheint.

Hörbuch-Rezension: Kleine Geschichte der Freien Universität Berlin

Im vorliegenden Hörbuch erzählt Wolfgang Wippermann, apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Freien Universität Berlin, die Geschichte „seiner“ Universität. Dabei gelingt es ihm, die Entstehungsgeschichte der Uni mit der Gründung 1948 in einen breiten welthistorischen Kontext einzubetten. Durch die Konkretisierung am Beispiel der Freien Universität wird der Weg in den sogenannten Kalten Krieg und die Rolle Berlins überaus anschaulich und ist damit als Hörausschnitt auch sehr gut im Unterricht als Einstieg oder Vertiefung des Themas sehr gut einsetzbar. Ähnliches gilt für die Schilderung der Vorgeschichte und Entwicklung der Studentenbewegung rund um das Symboljahr 1968, vor allem den mir bis dahin unbekannten „Fällen“ Kuby und Krippendorff, wobei letzteres,  heute gleichfalls Professor, als Zeitzeuge seine Geschichte selbst erzählt.

Weniger überzeugend sind die letzten beiden Kapitel gelungen, die die Zeit seit 1968 und vor allem die letzten 20 Jahre schildern, die Wippermann selbst als Dozent an der FU miterlebt hat und als Niedergang beschreibt und die abschließend zu einem hochschulpolitischen Kommentar des Bologna-Prozesses wird. Stark ist Wippermann dort, wo er mit Begeisterung von der Gründungsidee und der Erfolgsgeschichte der ersten Jahrzehnte der FU berichtet.

Das Hörbuch wird neben Wippermann noch von einem weiteren Sprecher, der die Übergänge zwischen den Erzählungen Wippermanns herstellt sowie Auszügen aus einem Zeitzeugengespräch mit Professor Krippendorff gestaltet. Zu Beginn findet sich ein O-Ton aus der Ansprache von der Übergabe des Henry-Ford-Baus  1954 durch den damaligen Innenminister Schröder. Davon hätte man sich mehr gewünscht, allerdings ist es eben nur ein Hörbuch und kein Hörspiel oder Feature , wobei die erzählte(n) Geschichte(n), angereichert durch O-Töne und Musik aus der Zeit noch spannender verpackt wäre(n).

Das Hörbuch ist eine Produktion der Berliner Hörspiele und dort für 14,90€ zu beziehen.