Antike in der Wikipedia

Siehe dazu den Beitrag von Uwe Walter in seinem Blog Antike und Abendland im FAZ.net mit allgemeinen Überlegungen zum Umgang mit der Wikipedia im Studium. Schön, dass die differenzierte Sichtweise, die sich einschreibt in den Trend weg vom lange Zeit weit verbreiteten Wikipedia-„Verbot“ durch Hochschul- und Schullehrer, andererseits bleiben die Überlegungen doch noch deutlich hinter dem zurück, was anderer Stelle schon durchdacht und praktiziert wird. Manchmal ist der Blick über den Tellerrand hilfreich, nicht jeder muss das Rad, hier: den Einsatz und Umgang mit digitalen Medien in Schule und Universität, neu erfinden.

Was ist „deutsch“ am Eck?

Deutsches am Eck ist ein interessanter Film, der in einem gemeinsamen Schüler-/Lehrerprojekt  im letzten Jahr hier in Koblenz entstanden ist. Eine Familie, die gerade das Deutsche Eck besichtigt, denkt vor laufender Kamera laut über Geschichte und Sinn des Denkmals nach. Der Film hat mit etwas mehr als vier Minuten eine gute Länge für den Einsatz im Unterricht und die Äußerungen der einzelnen Familienmitglieder bieten viele Ansatzpunkte für eine Diskussion in der Klasse. Das Video eignet prima sich als Einstieg zum Beispiel in das Thema Denkmäler oder das Verhältnis der Deutschen zur Nation. Ärgerlich ist allerdings die abgeschnittene Darstellung im Fenster und auch der Link zum Einbetten des Videos an anderer Stelle hat zumindest bei mir nicht funktioniert.

Linksammlung für Geschichts- und SozialkundelehrerInnen

Wer hat nicht schon die Erfahrung gemacht, dass die von einem Einzelkämpfer gepflegte und oft aufgerufene Linksammlung von einem auf den anderen Tag aus dem Netz verschwunden ist? Wer hat nicht schon versucht, im Kreis der Fachkollegen eine gemeinsame Material- oder Linksammlung für den Unterricht auf einer Lernplattfom einzurichten, aber es hat sich niemand beteiligt? Die Massen an angebotenen guten Materialien und Quellensammlungen im Internet ist kaum noch überschaubar.

Aus genau diesen Erfahrungen heraus habe ich vor einigen Monaten bei Diigo eine Gruppe für Geschichts- und SozialkundelehrerInnen eingerichtet (die neuesten Link sind hier auch immer rechts neben den Artikeln sichtbar). Im Sinne des Social Bookmarking erlaubt die Gruppe den Austausch, die Bewertung, Kommentierung und Verschlagwortung von relevanten Links durch Fachkollegen für den Politik- und Geschichtsunterricht. Über die Schlagworte ist auch die Bewältigung einer großen Anzahl von Material- und Quellenverweisen handhabbar. Außerdem hat man so die Links für den Unterricht und die Vorbereitung nicht nur auf dem heimischen Rechner verfügbar, sondern überall dort, wo man Zugang zum Internet hat. Diese Diigo-Gruppen eignen sich übrigens auch hervorragend als gemeinsame Arbeitsplattform für Oberstufenkurse.

Es würde mich freuen, wenn möglichst viele Kollegen sich (möglichst aktiv) beteiligten, so dass wir zu einem regen Austausch und einer großen und hilfreichen Linksammlung für die Unterrichtsvorbereitung kommen. Wer mitmachen möchte, muss ein eigenes Konto auf Diigo einrichten und dann auf den blauen „Join this group“-Button der Gruppe klicken. Wer noch nicht registriert ist, kommt über den Button auch direkt zur Anmeldeseite. Der Gruppenzugang wird dann so schnell wie möglich von mir freigeschaltet.

Nun auch facebook…

Nun gehöre ich zu der wachsenden Zahl von Lehrern, die facebook in der Schule nutzen. Ich muss sagen, dass ich das bisher vermieden habe und facebook (zugegebenermaßen irgendwie undefiniert und durchaus widersprüchlich) kritisch sehe. Einen eigenen Account habe ich trotzdem seit einer Weile. Nach einigen Erfahrungsberichten von Kollegen sowohl mündlich als auch beim Open Course 2011, die sicherlich eine gewisse Öffnung bei mir bewirkt haben, hat sich der erste Einsatz von facebook in der letzten Woche quasi ergeben.

In den letzten Jahren habe ich viel mit verschiedenen Lernplattformen gearbeitet und experimentiert. In einerm Kurs, wo ich bisher keine Lernplattform eingesetzt habe, ergab sich das Problem, dass ich  anfing,  Hinweise auf interessante  den Unterricht ergänzenden Angebote im Internet, als Link an die Tafel zu schreiben. Was für ein Quatsch! Es stellte sich heraus, dass die Schüler alle bereits facebook nutzten und ich dann angeboten habe, dort eine Gruppe für den Kurs einzurichten, in dem ich Hinweise posten kann, aber ebenso die Schüler, die natürlich die Gruppe auch nutzen können, um mit Bezug zum Unterricht zu diskutieren, Nachfragen zu stellen, sich gegenseitig zu helfen usw.

Vorteil der Gruppe ist, dass man als Administrator in einer geschlossenen Gruppe bestimmt, wer Mitglied wird und mit den Mitgliedern auch nicht befreundet sein muss, so dass weder die Schüler mein facebook-Profil oder meine  privaten Postings sehen können noch ich ihre. Nach den Erfahrungen mit den Lernplattformen war ich positiv überrascht, wie schnell die Schüler diesGruppe angenommen haben. Während es bei den Lernplattformen immer großer Mühe ; Nachfragen und einer langen Zeit bedurfte (da an den jeweiligen Schulen noch nicht institutionalisiert), die Schüler alle anzumelden und dann zur einer möglichst aktiven Nutzung zu bewegen, waren 16 von 21 Schülern innerhalb von einem Nachmittag in der facebook-Gruppe freiwillig angemeldet (weil nur Zusatzangebot zum Unterricht für Links und Videos und nicht im Unterricht selbst genutzt). Und ebenso positiv überraschend innerhalb der ersten Tage hat rund die Hälfte der Schüler außerhalb des Unterrichts bereits etwas selbst an Inhalten eingestellt oder die von mir eingestellten Inhalte kommentiert.

Eine vergleichbare freiwillige Beteiligung habe ich in allen bisher genutzen Plattformen noch nicht erlebt. Nichtsdestotroz: Ich sehe den Einsatz von facebook in der Schule weiterhin sehr kritisch und denke nicht, dass facebook-Gruppen im verpflichtenden System Schule eine gute Lösung sind, aber es scheint irgendwie etwas dran zu sein an der Idee, Angebote da zu machen, wo Schüler schon sind…

Schulgeschichtsbücher in der Welt

In der Welt Online vom 30.04. findet sich ein sehr kritischer Artikel zu Schulgeschichtsbüchern mit dem Titel „Wer war das nochmal? Schulbücher werden üblicherweise nicht rezensiert. Dabei haben sie Kritik bitter nötig. Eine Probe aufs Exempel“. Der Autor kritisiert vor allem den Bildungsföderalismus, die in den Büchern gestellten, oft suggestiven Aufgabenstellungen (wo er Recht hat!) und quer durch den Salat inhaltlich verzerrende oder falsche Darstellungen, um abschließend zu dem Fazit zu kommen: „In der Regel lernen Kinder nicht in, sondern trotz der Schule.“

So ein Quatsch! Der ganzen Kritik liegt u.a. die Gleichsetzung von Schulbuch und Unterricht und damit der Fehlannahme zugrunde, dass wir (Geschichts-) Lehrer zu doof seien, inhaltliche Fehler von Schulbüchern nicht ebenso wie der Autor erkennen zu können und Aufbau und Aufgaben der Bücher eins zu eins im Unterricht zu übernehmen. Auch an anderen Stellen verkürzt der Autor unzulässig oder hat schlecht recherchiert. Wer das nachlesen mag, sei auf den aktuellen Beitrag auf edumeres.net hingewiesen, über den ich erst auf den Welt-Artikel aufmerksam geworden bin. Die Lektüre allerdings hätte ich mir auch sparen können.

Politisch tendenziöse Geschäftsinteressen im Schulfach „Wirtschaft“

Siehe dazu den gleichnamigen Artikel auf edumeres mit mehreren Links zum Thema. Vielleicht ist eine integrative Lösung von ökonomischen Anteilen in verschiedenen Fächern nicht das schlechteste. In Geschichte bieten sich da ja einige Möglichkeiten. Wer sein eingesetztes Material auf die fachdidaktichen Prinzipien von Multiperspektivität und Kontroversität prüft, wird sicher nicht auf die  Angebote der Lobbyisten zurückgreifen, zumindest nicht ohne entsprechende Gegenperspektive. Für das Gymnasium in RLP gibt es übrigens eine vermutlich in der Praxis eher wenig beachtete Handreichung zur ökonomischen Grundbildung aus dem Jahr 2006.

Update: Passend dazu der Beitrag lief gerade eben in der Kulturzeit auf 3Sat zu „Werbung im Unterricht“ – Wie die Werbewirtschaft Kindergärten und Schulen ins Visier nimmt. Der Beitrag ist eine Übernahme vom Report Mainz, wo er bereits vor einer Woche ausgestrahlt wurde.

Historische Schulwandbilder

Diese Website bietet Ihnen Zugang zu historischen Schulwandbildern aus den Sammlungen der Pädagogischen Nationalbibliothek Dänemark, der Forschungsstelle Historische Bildmedien des Lehrstuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaften, Universität Würzburg und des Nationalmuseums für Unterricht in Rotterdam.

In einer Datenbank finden Sie zu jedem erfassten Schulwandbild Informationen über das Motiv und den Ort der dargestellten Szenen, historische Daten und Informationen zum Verlag des Wandbildes, seine Nutzung im schulischen Unterricht sowie Angaben zum Illustrator/ Zeichner etc.

Eine tolle Materialsammlung für den Geschichtsunterricht. Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall!

Memoria histórica: Map of graves

Das spanische Justizministerium hat eine Online-Karte veröffentlicht, auf der Gräber von Opfer des Bürgerkriegs und der anschließenden Diktatur verzeichnet sind. Die Karte kann nach Orten, Regionen oder Namen durchsucht werden.  Mit Klick auf die verschiedenfarbigen Flaggen der Karte erscheinen weitere Informationen zum Ort und den Opfern. Die Informationen sind auf Spanisch und Englisch verfügbar. Die Bürger sind aufgerufen weitere Info  mit einem einfachen Online-Formular einzureichen. Die Internetseite ist eines der Ergebnisse des Gesetzes zum historischen Erinnerung von 2007.

Bericht zum deutsch-polnischen Schulgeschichtsbuch

Die aktuelle Ausgabe der Polen-Analysen widmet sich dem gemeinsamen Schulbuchprojekt mit einem Beitrag von Krzysztof Ruchniewicz. Die Polen-Analsysen werden vom Deutschen Polen-Institut hin Darmstadt erausgegeben und sind kostenlos als PDF-Dokument herunterladbar.

Wenn man das so liest, dann sieht es wohl (leider) eher nicht gut damit aus, dass das Projekt auch eine Umsetzung erfährt…